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Der perfekte Moment: Wo und wie ich mein Fotomotiv fand

Am Sonntag hat es durchgehend genieselt – mit einem kurzen Pladder-Intermezzo. Ich fuhr in den Volkspark mit dem bescheidenen Ziel, ein Foto zu machen. Das Besondere daran war für mich: Ich wollte ein Foto von einem Unbekannten machen. Eigentlich habe ich kein Problem damit, Menschen zu fotografieren, die ich nicht oder nicht gut kenne. Aber jemanden anzusprechen und um ein Foto zu bitten, ist dann doch eine andere Sache. Denn es bedeutet: „Ich finde dich so interessant, dass ich dich gern festhalten möchte.“ Und das zu einem Fremden zu sagen, kostet mich Überwindung.

Ich radelte also auf der Suche nach meinem Motiv im Park herum. Trotz Regen tummelten sich überall Menschen. Ganze Gruppen! Oje. Ich wollte lieber eine einzelne Person fotografieren. Sie sollte natürlich spannend aussehen. Und am besten eine Frau sein. Mit dieser Erwartungshaltung fuhr ich durch den Park. Ich fand diese Frau natürlich nirgends. Da rannten verschwitzte Jogger, Pärchen liefen ins Gespräch vertieft an mir vorbei, eine Horde Jungs huschte durchs Gebüsch. Mein Fotomotiv? Unauffindbar. Aus dem Niesel wurde Piesel. Als es dann richtig zu regnen begann, kam ich beim hübsch angelegten Teil des Parks an. Und machte schnell ein Foto von den lustig frisierten Bäumen.

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Dann stellte ich mich im kleinen Pavillon unter. Nicht lang, dann gesellten sich eine französische Familie und ein russisches Liebespaar dazu. Ein kleiner Junge bot mir seine Flasche und einen weichen Keks an. Es war herrlich! Der perfekte Moment. Es regnete, aber wir lächelten uns an und froren nicht. Der Park war in eine diesige Nieselhülle eingepackt, der Regen rauschte leise. Und unter einem großen Baum in der Nähe saßen zwei Musiker und spielten. Als es richtig zu pladdern anfing, rannten sie zum Pavillon rüber, der sich nun füllte: Da war das ältere Paar, das sich lautstark über das schöne Hamburg unterhielt. Der Mann lachte dröhend und die Frau kicherte. Es kamen noch ein paar Radfahrer und Jogger dazu, und gemeinsam warteten wir den Schauer ab.

Nach 10 Minuten war das Pladder-Intermezzo vorbei und die meisten machten sich wieder auf den Weg. Die französische Familie und die Musiker blieben. Und ich natürlich. Denn ich genoss die Illusion des perfekten Moments. Und ich hatte mein Fotomotiv gefunden. Ich musste es nur noch ansprechen. Was ich dann auch tat.

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Sie spielten und sangen, ich summte und fotografierte, die Kinder schauten und staunten. Bis eine Saite riss. Und damit war der Zauber vorbei. <3

Dream a way – not away // Träume den Weg – träume dich nicht weg

Letzte Nacht hatte ich einen seltsamen Traum. Mir träumte, ich hätte einen Film übersetzt, und führe mit der Filmcrew durch Finnland, um den Film in die Kinos zu bringen. Mit dem Fahrrad! Wir hatten schlechtes Wetter und kehrten in einer urigen Kantine ein. Ich habe mich mit diversen Leuten unterhalten, auf Englisch und Finnisch. Ich glaube, es ging meistens um den Film, der Linsensüppchen hieß. (Fragt nicht, ich weiß es doch auch nicht…Und Finnisch kann ich übrigens nur im Traum.)

Jedenfalls waren alle gut gelaunt und wir radelten von Stadt zu Stadt, wo wir vom wartenden Publikum jubelnd empfangen wurden, weil wir den Film mitbrachten. Der Traum endete abrupt mit einem Kinderfuß im Gesicht. Ich weiß nicht, was der Film bedeutet, aber ich weiß, dass mir zwei Sachen sehr gefallen haben: die Menschen und der Weg. Es hat sich gut angefühlt, in der Gruppe unterwegs zu sein und anderen ein tolles Geschenk zu machen. Nicht mal der Regen hat gestört. Na gut, es war auch nur geträumter Regen … Warum ich das mit euch teile? Weil mir das mit dem Weg nicht mehr aus dem Kopf geht. Als ich aufgewacht bin, mit dem Fuß im Gesicht, dachte ich genervt „go away!“ – womit natürlich der Fuß gemeint war. Dann dachte ich betrübt „dream away“, und dann dachte ich „dream a way“. Die Idee, den Weg zum Traum zu träumen hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe den ganzen Tag darüber nachgedacht, was das bedeutet. Ich bin zu folgendem Schluss gekommen, der sich auf Dinge bezieht, die wir uns wünschen und erträumen:

Dream a way – not away. Frei übersetzt: Träume den Weg – träume dich nicht weg.

Dream a way, träume den Weg

Das bedeutet für mich, dass ich mich gedanklich nicht nur zu der Sache hinbeame, die ich mir wünsche, sondern dass ich mir den Weg bildlich vorstelle. Das hat den Vorteil, dass ich für die einzelnen Traumstationen einschätzen kann, ob sie realistisch bzw. realisierbar sind oder nicht. Wenn sie realisierbar sind, kann ich die Stationen Schritt für Schritt gehen und komme meinem Traum tatsächlich näher. Und ich kann auch mal die Richtung ändern, vielleicht komme ich dann bei einem noch tolleren Traum heraus, wer weiß. Das ist nicht möglich, wenn ich mich einfach nur weg- und zu der Sache hinträume. Dann kann ich mich auch nicht bejubeln, wenn ich mich tatsächlich auf den Weg mache. Letztlich ist der Traum, den man träumt, nichts ohne seinen Weg. Viel besser als ich weiß das Diana Nyad. Ihr Traum war es, von Kuba nach Florida zu schwimmen. Der Weg dahin hat 40 Jahre gedauert! Was für ein Traum … Schaut unbedingt ihren Ted Talk: Never, ever give up.

Na denn: Gute Reise! Und bejubelt euch, wenn ihr eurem Traum Stück für Stück näher kommt. ;o)

Passion is a matter of expression. Ein paar Gedanken zur Leidenschaft

Heute habe ich ein interessantes Video von Brooke Shaden gesehen. Bei Brooke geht es immer um Leidenschaft, deshalb heißt ihr Blog auch Promoting Passion. Sie ist eine große Verfechterin der Leidenschaft und glaubt, dass jeder Passion in sich trägt. Hmmm. Ich hoffe es doch sehr! Denn Leidenschaft hilft dabei, sich auf eine höchst eigene Art und Weise auszudrücken und mitzuteilen. Mir kam folgender Gedanke: Passion is a matter of expression. It will always find a way to burst. (Ja, ich denke auch mal auf Englisch. Berufskrankheit!) Für mich trifft das zu. Leidenschaft und Ausdruck hängen ganz eng zusammen.

Federklein

Ich bin unter anderem Märchenautorin. Ich spiele mit Wörtern, lasse sie tanzen, kreisen und singen. Schreiben ist meine Leidenschaft, und ich tue es nicht nur für mich, sondern vor allem für andere. Ich möchte Menschen erreichen. Für die Schublade zu schreiben, macht wenig Spaß. Und deshalb schreibe ich am liebsten Märchen für Pärchen und Geschichten für alle. Weiterlesen

Die Fee und die Wolke. Ein Mutmachermärchen zum Welt-MS-Tag

Heute ist Welt-MS-Tag. Ich kenne eine Fee, die Multiple Sklerose hat. Sie hat mir ihre Geschichte erzählt. Ich habe daraus ein Märchen geschrieben. Dies ist das Märchen für Fee-Jasmin und alle, die eine Wolke (welcher Art auch immer) haben.

Die-Wolke_Mutmachermärchen

Die Fee und die Wolke

Es war einmal neulich – und das ist wirklich wahr! – da lebte in einem Dorf eine Fee mit Namen Jasmin. Sie war eine fröhliche Fee, die überall, wo sie hinkam, Sonnenstrahlen aufhängte. So tauchte sie ihre Welt in ein schönes, warmes Licht – und das zog andere Feen magisch an. Jasmin hatte viele Freunde und lud gern Gäste zu sich ein, denen sie Musik vorspielte, Blumen zeigte und von ihren Abenteuern erzählte. Jasmin war eine richtige Sonnenschein-Fee und ihr Lächeln verzauberte alle.

Eines Tages, es war der Tag nach ihrer Geburtstagsfeier, spürte die Fee ein leichtes Kribbeln in ihrer Hand. Sie strich über die Hand und wunderte sich, denn das Kribbeln wurde stärker. Jasmin versuchte es wegzuwischen, aber das Kribbeln wollte und wollte nicht gehen. Da machte die Fee sich Sorgen und fragte ihre Feenmutter, die immer einen guten Rat hatte und allerlei Kräuter kannte, um kleine und große Wehwehchen zu heilen.

Ich will mich kurz fassen: Die Feenmutter wusste keinen Rat. Jasmin fühlte sich unwohl in ihrer Haut und merkte, wie sich ein dunkler Schatten über sie schob. Da fröstelte es sie, und sie versuchte, Sonnenstrahlen aufzuhängen. Aber da sie so erschöpft und kraftlos war, gelang es ihr nicht recht. So ging sie denn auf Anraten ihrer Mutter zu einem Doktor und erzählte ihm davon. Der Doktor hörte ihr zu, nahm ein Hämmerchen und klopfe vorsichtig hier und da und runzelte dann die Stirn. „Sie haben eine Wolke“, sagte er nachdenklich. Die Fee war traurig und verstand nicht, was das heißen sollte. „Was kann ich dagegen tun?“, fragte sie und blickte den Arzt fest an. Er sagte: „Springen Sie über den Schatten der Wolke.“ Jasmin ging nach Hause. Sie war sehr erschöpft, denn die Wolke drückte schwer auf sie nieder.

Ihren engsten Freunden und der Familie erzählte sie von der Wolke, die mal mehr, mal weniger über ihr schwebte. Und alle nickten stumm und wussten nicht, was tun. Da sagte Jasmin: „Die Wolke ist jetzt da. Aber ich habe trotzdem Sonnenstrahlen in mir. Wenn ich kann, hänge ich sie auf. Und wenn nicht, dann habe ich sie in mir.“ Das verstanden die Freunde – und die Familie sowieso. Jasmin lernte schnell, mit der Wolke zu leben. Und sie begann, sie zu akzeptieren. Manchmal musste sie die Wolke wegschieben, das tat sie mit aller Kraft – auch wenn sie wusste, dass sie danach umso schwerer über ihr hängen würde. Und so war sie nun die Fee mit der Wolke, die Sonnenstrahlen aufhängte, wenn sie konnte.

Viele im Dorf wussten nichts von der Wolke, denn sie sahen nur die hellen Sonnenstrahlen, die Jasmin aufhängte. Doch von Zeit zu Zeit merkten sie, dass mit der Fee etwas nicht stimmte. Sie war müde und tanzte nicht mehr so ausgelassen wie früher. Und manchmal aß sie seltsame Blätter und erzählte neugierigen Freunden, dass die Blätter gut gegen Kopfschmerzen waren.

Die Fee lernte, ihre inneren Sonnenstrahlen für sich zu nutzen. Und so war sie – das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber so war es tatsächlich! – trotz der Wolke meistens glücklich. Doch eines belastete sie sehr: Dass sie mit manchen Freunden nicht über ihre Wolke sprechen konnte. Sie traute sich nicht, weil sie nicht wusste, wie ihre Freunde reagieren würden. Und so aß sie heimlich ihre Blätter und Kügelchen und hängte Sonnenstrahlen auf, um Wärme in ihr Leben zu bringen.

Eines Tages, es war um 12 Uhr mittags, schaute die Fee ihre Wolke an und dachte darüber nach, was der Doktor gesagt hatte. „Springen Sie über den Schatten der Wolke.“ Jasmin grübelte und grübelte, und dann wusste sie, was zu tun war: Sie nahm all ihre Sonnenstrahlen, ging auf den Marktplatz des Dorfes und richtete die Sonnenstrahlen auf die Wolke. Da wurde der Schatten ganz klein. Und als er fast nicht mehr zu sehen war, nahm Jasmin Anlauf und sprang. Einige im Dorf sahen es und waren verblüfft. Dass die Fee eine Wolke hatte, war ihnen völlig neu. Sie kamen näher und schauten, was Jasmin tat. Und Jasmin hielt weiterhin ihre Sonnenstrahlen auf die Wolke. Alle konnten sie jetzt sehen. Es kamen immer mehr Feen, die sich die Wolke ansahen. Manche brachten sogar eigene Wolken mit und zeigten sie.

An diesem Tag wuchs die Fee Jasmin über ihre Wolke hinaus. Die Wolke wurde dadurch nicht kleiner, aber die Fee wurde stärker. Von diesem Tag an lebte sie noch glücklicher, und wenn jemand Fragen zu ihrer Wolke hatte, so erzählte sie davon, wie sie mit ihrer Wolke lebte.

Natürlich drückte die Wolke an manchen Tagen und lastete schwer auf der Fee. Dann wandte sie sich ihren Sonnenstrahlen zu, die sie dann nur für sich aufhängte. Die anderen im Dorf lernten, mit Wolken umzugehen. Und manch einer fand einen Weg, über seinen eigenen Schatten zu springen. Denn daran wachsen die Feen – und die Menschen.

Die Roadmap – Wo geht’s hier bitte zum Wunderland?

Die meisten Menschen reisen so: Sie haben ein Ziel, packen den Koffer und fahren los. Manche haben kein Ziel, packen trotzdem den Koffer und fahren los. So haben das meine Mutter und ich einmal gemacht, als ich 11 Jahre alt war. Gelandet sind wir in irgendeinem Skigebiet. Als absolute Skinullen. Das war sehr aufregend. Wiederholen möchte ich das aber nicht. Eine ungefähre Vorstellung davon, wohin die Reise geht, möchte ich schon haben, damit ich mich darauf einstellen und entsprechend meinen Koffer packen kann. Eine große Portion Flexibilität ist immer drin, das ist klar. Aber wenn ich nach Süden fahren möchte, sollte ich nicht unbedingt im Norden landen. Weiterlesen

150 Jahre Alice im Wunderland. Was Fotografinnen zu Wunderland-Fotos inspiriert

150 Jahre Alice im Wunderland. Da wird viel Wirbel um ein Mädchen gemacht, das in Tränen schwimmt, mit Flamingos eine Partie Kroquet spielt und mit der Suppenschildkröte konferiert. Jeder kennt die Geschichte. Und jeder hat seine ureigenen Bilder vom Wunderland im Kopf. Ich persönlich denke immer zuerst an das Schrumpfen und Wachsen. Diese Hilflosigkeit!

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Zum 150. Jubiläum von Alice im Wunderland habe ich ein paar Fotografinnen gebeten, mir drei Fragen zu Alice zu beantworten. Taucht ein in die Wunderwelten von Katarzyna Klama, Rachel Adams, Lia Niobe und Janine Machiedo!

Rachel Adams

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  1. Was genau an Alice im Wunderland inspiriert dich zu deinen Alice-Bildern?

Ich habe schon immer ein Faible für Fantasy gehabt, und Wunderland ist das Fantasieland der Möglichkeiten! Unendliche Ideen können in dieser Zauberwelt ihren Ursprung haben. Die Geschichte bedeutet mir so viel. Ein Mädchen gerät in eine fremde Welt und versucht herauszufinden, wer sie ist und wie sie wieder nach Hause kommt. Ich glaube, wir sind alle im Inneren „Alices“ und versuchen herauszufinden, wer wir sind und wie wir uns in unserer Haut wohlfühlen können. Und dann sind da natürlich noch die Teetassen, Zylinder, Katzen, Irrgärten, Karten und die ganze Wunderland-Bildsprache, die einfach dazu einladen, Bilder zu machen.

  1. Lässt du dich eher von Wörtern (also dem Buch) oder von Bildern bzw. Illustrationen inspirieren? 

Ich schätze, von beidem. Ich bevorzuge die Inspiration durch Wörter, denn das gibt mir mehr Freiheit, die Geschichte auf meine Weise zu interpretieren. Aber ich kann nicht sagen, dass ich nicht auch von Bildern beeinflusst wurde.

  1. Was sind deine persönlichen Schlüsselelemente für „Wunderland-Fotografie“?

Ich denke, das sind skurrile, magische und surreale Elemente. Ich finde, jeder kann seine ganz persönlichen Wunderländer haben, die alle unterschiedlich und wundervoll sind.

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Janine Machiedo

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  1. Was genau an Alice im Wunderland inspiriert dich zu deinen Alice-Bildern?

In Alices Wunderland scheint einfach alles möglich zu sein und das beflügelt meine Fantasie.

  1. Lässt du dich eher von Wörtern (also dem Buch) oder von Bildern bzw. Illustrationen inspirieren? 

Beides. Ich kann das eine nicht vom anderen trennen.

  1. Was sind deine persönlichen Schlüsselelemente für „Wunderland-Fotografie“?

Das blaue Kleid, Veränderung der Größe (wachsen und schrumpfen), der Hase, Spielkarten, Uhr, die Katze… Ich werde nach und nach aus jedem dieser Elemente jeweils ein Bild zaubern. Danke für die Anregung, Ruth, denn ohne dich hätte ich mein erstes Bild zu diesem Thema wohl erst in ferner Zukunft fabriziert!

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Katarzyna Klama

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  1. Was genau an Alice im Wunderland inspiriert dich zu deinen Alice-Bildern?

Für mich verkörpert Alice reine Unschuld, kindliche Naivität und Weisheit in einem. Die intensive Mischung aus Real und Irreal.

  1. Lässt du dich eher von Wörtern (also dem Buch) oder von Bildern bzw. Illustrationen inspirieren? 

Meine Inspiration ziehe ich hauptsächlich aus den Illustrationen des Buches, das ich als Kind gelesen habe.

  1. Was sind deine persönlichen Schlüsselelemente für „Wunderland-Fotografie“?

Geheimnisse, Irrealität und Traumstimmung (nebelig und verschwommen), bestimmte Färbung, Schlüsselwörter (für Alice), überraschtes Gesicht, Hase, Garten, Spiel mit den Größen, Tagtraum, Natur.

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Lia Niobe

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  1. Was genau an Alice im Wunderland inspiriert dich zu deinen Alice-Bildern?

Nun, ich denke, es ist die zauberhafte und surreale Art und Weise, wie Dinge, die uns bekannt sind, in Alice im Wunderland dargestellt werden. Figuren wie der verrückte Hutmacher und das weiße Kaninchen inspirieren dazu, eigene Figuren mit seltsamen und fantastischen Eigenarten zu schaffen. Man kann über jede noch so kleine Sache im Wunderland staunen. Es ist eine Welt, in die man immer wieder zurückkommen kann.

  1. Lässt du dich eher von Wörtern (also dem Buch) oder von Bildern bzw. Illustrationen inspirieren? 

Von beidem, würde ich sagen. Natürlich lassen die Wörter ein größeres Spektrum an Interpretationen und vielleicht ein höheres Maß an Kreativität zu, aber Bilder und Illustrationen können einen dazu inspirieren, neue Techniken oder einen neuen Look auszuprobieren. Es kommt dann alles in dem Bild zusammen, das man gemacht hat.

  1. Was sind deine persönlichen Schlüsselelemente für „Wunderland-Fotografie“?

Surreale Gegenstände. Vielleicht ein riesiges Schaukelpferd, oder ein riesiger Schlüssel. Ich denke bei Alice im Wunderland immer an Alltagsgegenstände, die die falsche Größe haben. Die Stimmung/Farbgebung ist immer ein bisschen düster, mit einem Hauch Violett und Blau. So sehe ich es jedenfalls immer. :D

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Starke Bilderwelten! Wer jetzt noch etwas über die echte Alice lesen möchte, ohne sich im Internet zu verlaufen, der hole sich eine Tasse Tee und stolpere einfach hier

Träume groß und wachse mit deinen Träumen

Träume

Je kleiner man ist, desto größer kann man träumen. Vielleicht … Ich jedenfalls fühle mich oft winzig, unwissend und unbedeutend. Das ist nicht schlimm. Die Welt ist höchst komplex und viele Menschen kratzen mit ihrem HalbWissen arrogant an der Oberfläche. Winzig zu sein gibt mir die Möglichkeit, groß zu träumen und viele neue Dinge zu entdecken. Jeden Tag. Vielleicht wachse ich einmal über mich hinaus. Aber das ist nicht das Ziel. Es ist auch nicht mein Ziel, möglichst viel Wissen anzuhäufen. Denn Wissen ändert sich. Ständig! Ich persönlich finde es wichtiger, Zusammenhänge zu verstehen. Die ändern sich natürlich auch ständig. Aber sie stehen nicht als Fakten im Raum, sondern sind miteinander verknüpft und ineinander verwoben. Sie bilden ein Netz mit Knotenpunkten, an denen ich mich orientieren kann. Und da hinein, in die wachsenden Zusammenhänge, knüpfe ich meine Träume.

Miniatur Wunderland Hamburg: Alltagspoesie in detailreichen Szenen

Mich sieht man eigentlich nie irgendwo, denn ich stürze mich nur äußerst ungern ins Getümmel. Große Menschenmengen sind einfach nicht meins. Aber am letzten Wochenende habe ich mal eine Ausnahme gemacht, weil wir ins Miniatur Wunderland Hamburg eingeladen wurden. Völlig ahnungslos bin ich also mit der Familie in die Speicherstadt gefahren. Das Miniatur Wunderland darf man sich als riesige Modelleisenbahnlandschaft vorstellen. Zu sehen gibt’s: die ganze Welt. Naja, zumindest einen Teil. Und was es zu sehen gibt, ist so liebevoll, detaillreich und mit Humor gebaut, dass wir es in 3 Stunden „nur“ durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Skandinavien geschafft haben.

Die Größe der Anlage ist faszinierend. Trotzdem habe ich mich (wie so oft) auf die kleinen Details konzentriert – vielleicht auch, um mich vor den Menschenmassen zu schützen, die am Sonntag unterwegs waren. Hier sind also ein paar Szenen aus dem Miniatur Wunderland, die mich besonders berührt haben.

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Ist es nicht irre, wie jede noch so kleine Szene eine eigene Geschichte erzählt? So ist das gesamte Wunderland aufgebaut. Und zwischendurch sind nette Witze zu finden wie die Kühe in Taucherausrüstung. Humor muss sein, sogar bei uns verschnupften Fischköppen. ;o)

Lohnt wirklich, sogar für Getümmelmuffel! Hier findet man eine Menge Alltagspoesie, in die man sich wunderbar versenken kann. Und wenn man lange genug an einem Ort ausharrt, kann man die Szene bei Tag und bei Nacht bewundern.

Wer ein bisschen stöbern möchte, gehe am besten direkt auf die Website des Miniatur Wunderlands. Da gibt es viele Bilder und Informationen. Wir waren begeistert!

Reputation: Hör endlich auf, ein Darling zu sein!

Ich habe mir mal Gedanken über deine Reputation gemacht. Also nicht exakt über deine, denn möglicherweise kenne ich dich gar nicht so gut. Aber ich bin mir sicher, du kannst mit dem Thema Reputation etwas anfangen. Denn jeder hat ja einen Ruf. Man kann ihn verlieren (angeblich) und man kann ihn ruinieren (sicher). Ein Ruf kann gut, sehr gut, sogar exzellent sein! Und natürlich auch sehr schlecht. Es gibt zum Thema Reputation einiges zu lesen, das ich nicht gelesen habe. Und ganz ehrlich: So sehr interessiert mich das Thema eigentlich nicht. Und dennoch habe ich mir Gedanken darüber gemacht, denn ich finde: Reputation wird überschätzt.

Ich stelle mal in den Raum: Die Wichtigkeit der eigenen Reputation wird deutlich überschätzt. Jeder Mensch sieht einen Menschen auf eine bestimmte Weise. Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse mit und verquirlt diese mit den Bildern, die er sich von der Welt und von Menschen macht. Daran kann man nicht viel ändern, aber es lässt sich ein bisschen beeinflussen. Wer sich eine Reputation aufbaut, kann sich nicht sicher sein, dass alle einen so wahrnehmen, wie er es gerne hätte. Was heißt es denn, ein Experte auf einem Gebiet zu sein: Bist du ein Fachidiot? Oder ein Allrounder? Was wissen die anderen wirklich über dich? Nicht so viel, deshalb vertrauen sie darauf, was sie hören – was man halt so über dich sagt. Das ist dein Ruf, der dir vorauseilt.

Wer nicht weiß, wie sein Ruf ist, der frage ein paar Leute und wird – oh Wunder groß – vermutlich viele verschiedene Antworten bekommen. Wahrscheinlich sagen die meisten aber auch einfach „gut“. Das ist am einfachsten und verletzt niemanden …

Einen guten Ruf zu haben, ist schön, aber hilft dir das weiter? Wer einem nicht beantworten kann, warum er meint, man habe einen guten Ruf, der kann auch nicht wirklich etwas über dich sagen und dich mit vollster Überzeugung empfehlen. Oder? Und darum geht es doch letztlich: Der Ruf sichert einem ein gewisses Standing und sorgt für Empfehlungen. Würdest du einen Friseur empfehlen, der einen schlechten Ruf hat? (Warum hat er eigentlich einen schlechten Ruf? Hat die Sache Hand und Fuß, oder ist Lieselotte mit ihm unzufrieden, weil sie keine Locken hat? Ihr wisst ja, dass ich gern etwas überspitze.)

Ich verstehe, dass dir dein guter Ruf wichtig ist. Und damit das so bleibt bzw. du dir eine Reputation aufbauen kannst, wie du sie gerne hättest, habe ich ein paar Vorschläge, die sich sehr einfach anhören, aber nicht so leicht umzusetzen sind, wenn man sie wirklich ernst nimmt. Das Gute: Jeder hat Einfluss auf seinen Ruf. Das Schlechte: Man kann nie wissen, was die Leute wirklich denken.

Der erste Punkt klingt vielleicht komisch. Aber er ist sehr wichtig.

  1. Hör auf, ein Darling zu sein und kümmere dich um dich selbst.

Was das heißen soll? Das heißt, dass du dich nicht so sehr von anderen beeinflussen lassen solltest, sondern dich viel mehr auf dich, deine Gedanken und Gefühle verlassen kannst. Wirklich! Wenn du dich nur um alle anderen kümmerst und Everybody’s Darling sein möchtest, hast du dir leider eine dumme Aufgabe ausgesucht. Denn du weißt ja aus eigener Erfahrung: Man kann es nicht allen recht machen. Und wenn es darum geht, dass die Leute nur Gutes über dich denken sollen, dann lies jetzt bitte Punkt 2.

  1. Was andere über dich denken, spielt keine Rolle.

Ich meine nicht, dass die Meinung anderer nichts zählt! Sie kann sehr wichtig sein. Und was andere sagen, kann dich weiterbringen. Aber es kann dich auch in deiner Entwicklung hemmen.  Aber du kannst dich auch in deiner Entwicklung hemmen. Sobald du dich selbst blockierst, weil du glaubst, andere könnten „etwas“ (was denn bitte??) über dich denken (tun sie eh!?), stimmt etwas Grundlegendes nicht. Kannst du bitte Punkt 1 beherzigen und dich um dich selbst und deine Entwicklung kümmern? Das ist essentiell für dein gutes Leben. Wer sich blockiert, kommt nicht vorwärts. Und stehenbleiben ist keine Option.

(Du zweifelst an Punkt 2 und findest, was andere über dich denken, spielt doch eine Rolle? Kannst du in Köpfe reingucken? Wenn ja: Zweifelst du immer noch? Wenn nein: Zweifelst du immer noch?)

  1. Umgib dich mit Menschen, die dir gut tun.

Jaja, ich weiß, das ist ein alter Hut! Aber was glaubst du, wie viele Leute sich mit Menschen umgeben, die ihnen nicht gut tun??? Wer dir nicht gut tut, raubt dir Energie. Wer dir nicht gut tut, denkt vermutlich auch nicht das Beste über dich. Wer dir nicht gut tut, für den ist eigentlich kein Platz in deinem Leben. Denn dieser Platz wird ab jetzt von Menschen eingenommen, die dich zum Lachen bringen. Die eine Schulter und ein Ohr haben. Und natürlich einen Arm. Die für dich da sind – auch wenn sie weg sind (oder in diesem Internet rumschwirren).

Was hat das jetzt alles mit deiner Reputation zu tun? Eine Menge. Die drei Punkte sind nur die Vorbereitung für eine viel spannendere Sache. Stell dir mal vor, wir würden alle wie in einem Comic Sprechblasen und Gedankenwolken mit uns rumtragen. Dann würde da z.B. stehen:

Hey, cooler Artikel! Und in der Gedankenwolke würde vielleicht stehen:

Gedankenwolken_Reputation

Tja. Glücklicherweise tragen wir keine Gedankenwolken und Sprechblasen über unseren Köpfen spazieren. Obwohl wir dann natürlich immer wüssten, was die anderen so denken. Daraus könnten wir dann eine vermeintliche Reputation ableiten. Apropos ableiten: Wusstest du, dass reputatio „Berechnung“ bedeutet? Da bekommt das Wort doch einen ganz anderen Beigeschmack, oder?

Jetzt kommt der spannende Teil. Es ist so simpel, dass ich es fast nicht schreiben kann:

  1. Schau in den Spiegel!

Wichtig ist vor allem, was du von dir denkst. Wie denkst du über den Ruf, der dir vorauseilt? Findest du, dein Ruf passt zu dir? Wenn ja, ist ja alles gut. Wenn nein: Woran könnte das liegen. Und vor allem: Was kannst du tun?

Dein Ruf hat vor allem etwas mit deinem Verhalten, deinen Worten und deinen Taten zu tun. Die kannst du alle lenken. Du entscheidest jeden Tag aufs Neue, wie du dich verhältst, wählst deine Worte und lässt Taten folgen. Wenn du findest, dass dein Ruf etwas aufpoliert werden könnte, überlege dir gut, was für ein Ruf dir gefallen würde. Und dann handle entsprechend. Dafür habe ich noch eine letzte, super einfache „Übung“: Überlege dir 10 Wörter, die dich so beschreiben, wie du gesehen werden willst. Und dann benutze diese Wörter! In Texten, in Gesprächen, immer und immer wieder. Sie müssen allerdings wirklich authentisch sein und zu dir passen. Mir glaubt auch niemand, dass ich ein Bodybuilder bin. Ich kann es 100 Mal sagen, und ich kassiere nur amüsiertes Lächeln. Denn die Leute, mit denen ich mich umgebe, weil sie mir gut tun, kennen mich.

Benutze deine Wörter und beschreibe dich damit. Denn sonst finden andere Leute eine Beschreibung für dich. Und die trifft vielleicht gar nicht zu – und dann hast du einen ulkigen Ruf an dir haften, der vielleicht gar nicht zu dir passt.

Meine 10 Wörter? Ich überlege und mache mir offline Notizen. Dabei bemerke ich, dass diese Wörter sich im Laufe der Zeit auch ändern können. Spielt mit euren Wörtern und hört niemals damit auf, Freude zu haben! Eure Punkfee. ;o)