Kategorie - Wonderland


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Ist das Märchenbuch endlich da???

Ich könnte euch jetzt eine längere Geschichte erzählen über eine Druckerei, der die Farbe ausgegangen ist. Aber das lasse ich lieber, denn ich weiß selbst nicht, was ich davon glauben kann und was nicht.

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Jedenfalls hat die Druckerei mich mit der Lieferung auf Ende nächster Woche vertröstet. Dann sollen endlich die ersten 400 Exemplare eintreffen. Warten wir es ab! Es tut mir leid, dass es so lange dauert.

Die Probeexemplare sind längst verkauft und es gibt eine lange Liste mit Vorbestellungen. Danke an alle, die mich und das Buch unterstützen. Die Druckkosten sind mit einer einzigen rieisgen Vorbestellung schon wieder drin, hurra! \o/

Warten auf das Märchenbuch!

Hinter den Kulissen habe ich in den letzten Wochen an meinem Märchenbuch Es war einmal neulich … gearbeitet. Bald ist es für alle verfügbar! Im Hause Edelfrosch freuen sich schon alle. Und ich lasse mir dann meine eigenen Märchen vorlesen, ha! :o)

BüchermitInhalt

Wir lieben Bücher mit Inhalt! Foto: Ruth Frobeen

Einfach mal Pen!s zeigen und Wörter umdenken

Heute ist Weltfrauentag. Es gibt viele Missstände auf dieser Welt, in dieser Gesellschaft. Ich möchte darüber nicht schreiben. Aber ich möchte zu einem Gedankenspiel einladen. Als Linguistin untersuche ich Wörter auf ihre Herkunft und Bedeutung. Eine ernste Angelegenheit, die aber auch (kontextabhängig) Humor verträgt. Als Kreative möchte ich mit Wörtern spielen und sie umdenken dürfen. Das Wort Missachtung zum Beispiel. Und Missbehagen. Misserfolg. Missmut. Heute wandel ich diese Wörter in etwas Positives um. In das, was ich mir am Weltfrauentag und an allen anderen Tagen für Frauen weltweit wünsche. Miss-Achtung: die Achtung und Respektierung der Frau. Miss-Behagen: weibliche Behaglichkeit und Wonne. Miss-Erfolg: was Frau sich wünscht und Wirklichkeit werden lässt. Miss-Mut: mit Courage und Hut unabhängig und wohlgemut durchs Leben gehen. Man braucht für dieses „Spiel“ weder ein Smartphone noch eine andere Krücke. Es soll eine Anregung sein, darüber nachzudenken, was Frauen gut täte. Wie wäre es mit mehr Miss-Verständnis? Oder einer gehörigen Steigerung von Miss-Vergnügen? Vielleicht kann diese Möhre dazu beitragen.

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Abenteuer Umweg

Es ist überhaupt nicht verwunderlich, dass Menschen sich zieren, Fragen zu stellen, die ihr Leben verändern. „Willst du mich heiraten?“ ist so eine Frage. Ogott! Was, wenn der andere nein sagt? Oder ja?! Beides ziemlich krass. Vielleicht lieber doch keine Fragen stellen, weil Antworten unweigerlich zu Veränderung (und Klarheit) führen? Das kann ja wohl nicht die Lösung sein. Andere Menschen können nicht Ja zu dir sagen, wenn du kein Nein riskierst. Man muss ja nicht mit den ganz krassen Fragen anfangen …

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Einfach mal fragen – was ist daran bitte einfach???

Tim Ferriss schlägt in seinem Buch Die 4-Stunden-Woche vor, einfach mal jemanden anzurufen, den man richtig toll findet. Einen berühmten Autor zum Beispiel. Und dann Fragen zu stellen oder um Rat zu bitten. Die Idee ist im Ansatz charmant. Weiterlesen

Die Frau mit dem roten Schal

Im Viertel sitzt eine Frau auf der Straße. Sie trägt einen roten Schal. Manchmal auch einen schwarzen. Ich habe sie schon oft gesehen. Meistens begegne ich ihr, wenn ich –eilig eilig– Termine habe. Zahnarzttermine. Friseurtermine. Termine mit mir selbst und mit anderen. Die Frau mit dem Schal hat keine Termine. Sie hat auch keinen Zahnarzt und keinen Friseur. Sie sitzt mit einem Pappbecher auf dem Bürgersteig. Leise.

Das erste Mal habe ich sie wahrgenommen, als ich mich mit meiner kleinen Tochter an einer Baustelle vorbeischlängelte. Mit den Fahrrädern. Schiebend. Da saß sie auf dem Boden, um den Hals einen roten Schal. Ich trug auch einen roten Schal. Wir sahen uns aus großen, braunen Augen an. Sie schaute das Kind an, und ich merkte, dass ich gleich weinen würde. Sie lächelte ein müdes, trauriges Lächeln und sagte nichts. Das Kind strahlte sie an und rief: „Mama, können wir ihr etwas da reintun?“ Ich kramte schon nach meiner Geldbörse. Wir gaben ihr ein 2-Euro-Stück. Sie lächelte, ich versuchte es auch. Und schämte mich, weil ich fast in Tränen ausbrach. Etwas an dieser Frau hat mich tief gerührt. Sie sagte leise „Danke“ und wir schoben weiter.

Das Kind sah, dass ich weinte, und verstand nicht, wieso. Es war glücklich. „Vielleicht können wir sie mal einladen!“, schlug es vor. Ich sagte, das ginge nicht. Warum, weiß ich nicht.

Hände

Wir haben die Frau mit dem roten Schal bisher nicht eingeladen. Aber immer, wenn ich sie sehe, bleibe ich stehen und gebe ihr etwas. Es sitzen viele im Viertel mit einem Pappbecher. Sie hat mich gerührt. Ob sie Kinder hat? Ich glaube es. Sie sieht wie eine Mutter aus. Wie eine Mutter aussieht? So wie sie eben. Mit einem roten Schal.

Fotografieren im Imperial Theater – ein schönes Schauspiel

Am Wochenende hatte ich das große Glück, ins Theater zu gehen. Es gab: Frau Jessi und die Kamera.

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Jessi ist Schauspielerin, Tänzerin und Personal Trainerin in Hamburg. Wir kennen uns seit einigen Jahren, ich turne unter ihrer Aufsicht. Ein bisschen Gelenkigkeit kann beim Fotografieren gar nicht schaden – das gilt für Fotograf und Model gleichermaßen. Und hoch das Bein!

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Wir also morgens rein ins dunkle Theater, während draußen auf dem Kiez die Sonne die Schnapsleichen weckte …
Das aktuelle Bühnenbild (eine gruselige Grotte) war beeindruckend, aber für unsere Zwecke nicht zu gebrauchen. Es sollten ein paar charmante Portraits werden. Einmal durchs Theater gelaufen, haben wir ein paar schöne Ecken gefunden. Manche Ecken waren irgendwie auch schaurig schön! (Wusstet ihr eigentlich, dass ich mal Bühnenbildnerin werden wollte und in den Werkstätten der Hamburger Staatsoper ein Praktikum gemacht habe???)

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Großes Glück hatten wir mit der gelben Wand im Eingangsbereich! Ich steckte Jessi noch in mein Kleid, das so schön mit der Wand konkurrierte, und ließ sie einfach spielen.

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Im Keller fanden wir dann Pluto, der sich gernevon Jessi auf den Arm nehmen ließ. ;)

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So, das war jetzt nur ein kleiner Vorgeschmack. Demnächst folgen noch mehr Bilder vom Theater-Shooting im Fotoblog. Versprochen!

Musik, dieser flüchtige Moment im Jetzt

Eine kleine Liebeserklärung an die Musik…

Musik spielt in meinem Leben schon immer eine Rolle. Als Kind sang ich beim Spielen und nahm meine gesungenen Geschichten auf Kassette auf. Das mit den Tapes habe ich Gunnar abgeguckt, einem DJ und Feuerschlucker, der manchmal auf mich aufgepasst hat, als ich klein war. Mein Gesang war sicher nicht schön anzuhören, aber es waren immer Melodien, die mein Spielen begleiteten.

Als ich sechs war ging ich mit meiner Mutter in ein klassisches Konzert. Wir saßen oben und konnten auf das Orchester herunterschauen. Irgendwann schlief ich ein, weil die Musik mich einlullte. Auf der Fahrt nach Hause beschloss ich, dass ich Geige spielen wollte – weil es so leicht aussah. An meinem siebten Geburtstag bekam ich endlich meine erste kleine Geige und schleppte sie überall mit hin. Meine Grundschullehrerin fand, ich sollte sie doch lieber zu Hause lassen. Na gut. Aber das mit dem Herumschleppen habe ich später wieder angefangen.

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Meine Geigenlehrerin hatte schwarz gefärbtes Haar. Sie trug einen Bubi und ich konnte sie nicht besonders leiden. Sie machte mir Angst, wenn sie mit ihren weit aufgerissenen Augen meine Fingernägel kontrollierte. Ihre Geige durfte niemand berühren, sie schien irgendwie heilig zu sein. Erst viele Jahre später habe ich von meinem Freund Damien gelernt, dass es nicht das Instrument ist, das uns zu Musikern macht. Und noch ein paar Jahre später habe ich begriffen, dass Instrumente nicht heilig sind. Sie sind in erster Linie ein Werkzeug, so plump und unromantisch es auch klingt. Wir benutzen es, um damit Musik zu machen. (Ein bisschen mehr Gelassenheit bitte, liebe Lehrer!!!) Jedenfalls machte meine Lehrerin ein tiefes Mysterium um ihre Geige, und das schüchterte mich mächtig ein. Abgesehen davon hat sie mir aber doch ein paar Dinge beigebracht. Was ich über Musikmachen und Geigespielen wissen wollte, lernte ich allerdings erst viel später bei einer Lehrerin, die mich verstand und ernstnahm.

Mit 12 Jahren musste ich auf Cello umsteigen, weil ich auf dem Weg zum Kinderorchester mit einer dicken Omi zusammengestoßen war und ich mich nicht mehr traute, mit meiner Geige den Weg zum Orchester zu fahren. Da nebenan eine Cellistin wohnte, durfte ich tatsächlich das Instrument wechseln! Ich liebte das Cello. Aber es war nicht mein Instrument. Meine Hände sind einfach zu zart und klein. Nach ein paar Jahren, mit 18, wechselte ich zur Geige zurück und fand eine Lehrerin, die wirklich zu mir passte. Sie hieß Maria und war nur vier Jahre älter als ich. Maria war wundervoll und verstand, was in mir vorging. Diese ganze Gefühlsduselei. Leider zog sie nach Spanien und ich war wieder allein mit der Musik…

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Ich wünschte, meine Mutter hätte darauf bestanden, dass ich mehr übe. In meiner Schule gab es leider niemanden, der Klassik gefördert hat. Andere Streicher? Keine Chance. Das macht mich wirklich traurig, denn es hätte mir viel bedeutet. Aber gut, für den Hausgebrauch reicht mein Violinspiel. Und ich habe mit ihr zwei Lieben gefunden – offline, wie Musik und Liebe meiner Meinung nach am schönsten sind.

Die erste Geschichte geht so: Ich war mit meiner Freundin Janne in Dublin. Wir schlenderten durch die Stadt, und ich schleppte die Geige mit mir herum, wie früher… Es war März und die Sonne schien. Wir setzten uns im St. Stephen’s Green auf eine Parkbank und ich spielte ein bisschen. Eine Katze setzte sich zu mir, was ich beweisen kann. Leute blieben stehen und warfen ein paar Münzen in den Kasten. Wir wollten davon später essen gehen…

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Da näherte sich eine laute Gruppe von vielleicht 20 Spaniern und Italienern. Sie hatten Luftballons dabei und blieben vor mir stehen. Es war etwas surreal mit diesen ganzen bunten Luftballons. Einer aus der Gruppe hatte eine Gitarre auf dem Rücken. Als ich fertig war mit meinem Stück, packte er die Gitarre aus und spielte ein Lied für mich. Dann kam eine Polizistin und sagte, wir dürften hier nicht spielen. Wir verabredeten uns und verbrachten ein paar Monate miteinander.

Die zweite Geschichte habe ich schon einmal aufgeschrieben. Es ist die Geschichte, wie ich meinen Mann kennengelernt habe: Saite an Saite. Ich verdanke der Musik diese zwei Menschen in meinem Leben. Und noch viel mehr. Musik ist, wie in meinen Augen auch die anderen Künste, eine Einladung. Sie weckt Schlummerndes, belebt Geist und Körper, zieht einen mal hierhin, mal dorthin. Möchte ich tanzen, höre ich Leslie Clio. Möchte ich lachen und weinen, höre ich Lisa Hannigan. Möchte ich staunen, höre ich Beethoven und Tschaikowsky. Möchte ich beschwingt und schnell arbeiten, höre ich die Passacaglia. Jede Stimmung hat ihre Musik. Und jede Musik ihre Stimmung.

Was mich an Musik so fasziniert ist, dass man mit dem ganzen Körper auf sie reagiert. Patricia Kopatchinskaja drückt das auf eine liebenswerte Weise aus: „Es muss einen auf den Kopf stellen, beleben und schockieren, und alle Sinne erwischen.“ Musik, dieser flüchtige Moment im Jetzt, ist eine Liebe, die für immer bleibt. Ich bin dankbar dafür, so viel Musik in meinem Leben zu haben.

Hier ich, da du. Unser Problem mit den Grenzen

Ich sitze hier ratlos rum und komme aus dem Grübeln nicht raus. Warum glauben Menschen, dass sie andere Menschen einfach so anfassen und verbal penetrieren dürfen? Warum nehmen sich Menschen das Recht heraus, andere Menschen zu attackieren und ihre Unterkünfte, ihre Schutzräume, zu beschädigen? Irgendwo in meinem Hinterstübchen ahne ich, woran das liegen könnte: an unserem generellen Problem mit Grenzen.

Maske

Länder haben schon immer Probleme mit ihren Grenzen. Wo sollen sie gezogen werden? Welches Gebiet können wir annektieren? Grenze auf? Grenze zu? Wer darf rein, wer bleibt im Regen stehen? Es werden Kriege um Grenzen geführt. Willst du rübermachen, erschießt man dich vielleicht.

Die Menschheit hat aber nicht nur ein Problem mit dem Schutz ihrer Landesgrenzen. Das Problem ist viel gravierender. Es geht darum, dass Grenzen zwischen Menschen überschritten werden. Grenzen, die aufzeigen: hier ich, da du. Jeder hat das Recht, in Ruhe gelassen zu werden. Frauen in Köln genauso wie Geflüchtete, die Schutz in einem „sicheren“ Land wie Deutschland suchen.

Jeder Mensch zieht Grenzen, weil er Luft zum Atmen und einen Raum zum Leben braucht. Grenzen, die nicht ungefragt übertreten werden sollten. Grenzen, die zwischen dir und der Welt stehen und dich zum Individuum machen. Es sind individuelle Grenzen, die ständig neu gezogen werden. Komm mir jetzt nicht näher. Ich brauche etwas Abstand. Nur diese Grenzen ermöglichen es uns, wir selbst zu sein. Und nur diese Grenzen erlauben uns als Individuen, Menschen näher an uns heranzulassen – wenn wir das möchten. Niemand hat einen Anspruch darauf, von dir Besitz zu ergreifen. Niemand hat das Recht, deinen Schutzraum anzugreifen.

Die Wörter Angriff und Übergriff enthalten das Wort greifen. Greifen können wir alles, was in unserer unmittelbaren Umgebung ist, nur eine Armlänge entfernt. Was geht in Menschen vor, die glauben, dass es ihnen zusteht, in die Privatsphäre anderer Menschen einzugreifen? Wie überheblich, anmaßend und würdelos ist es, nach Menschen zu grapschen und ihren kleinen Raum zu zerstören, den sie brauchen, um Individuen zu sein?

Es ist ungeheuerlich und schreit zum Himmel.

Auf zur BLOGST in Köln! Passion Poetry im Gepäck und im Shop

Heute geht’s nach Köln zur Blogst! Das ist aufregend. Denn erstens ist Köln eine tolle Stadt. Zweitens treffe ich viele famose Menschen. Und drittens halte ich einen Vortrag – oder sowas ähnliches – über Reputation.
Ich verrate schon mal, dass ich ein Märchen erzählen werde und einen Kochlöffel im Gepäck habe. Passion Poetry, die ich mit der wunderbaren Martina von dieformgeber ausgebrütet habe, nehme ich natürlich auch mit.

Apropos Passion Poetry. Die habe ich schon mal als Postkarten in den Shop gestellt. Ihr wisst ja: Leidenschaft ist ein Ladekabel. Weil man das manchmal vergisst, gibt es jetzt die Passion Poetry Postcards, mit denen jeder sich und seine Freunde an die Kraft der Leidenschaft erinnern kann.

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Und nun: Köln, ich komme! \o/