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Wie man eine Paprika oder andere Kunst verkauft

„Welche ästhetische Strategie verfolgst du im ökonomischen Kontext?“ Diese Frage stellt Stephan Porombka von der Universität der Künste Berlin in seiner Vorlesung KUNST KULTUR KONSUM und im Bonusfeature, das ihr euch anhören solltet, nachdem ihr alles über die Kunst des Paprikaverkaufs gelesen habt.

Die Kunst, eine Paprika zu verkaufen

Auf Märkten verhält es sich so: Wenn wir Zeit haben und die Auswahl groß ist, laufen wir herum, schauen uns jede Paprika an, fragen, ob sie fair oder zumindest nicht unfair ist, und entscheiden uns dann für die Paprika, die vom attraktivsten Verkäufer verkauft wird. Ehrlich, mir ist das schon passiert! Das hatte nicht viel mit der Paprika zu tun, die so gut wie jede andere Paprika auf dem Markt war.

Wenn nun wir die Paprika anbieten (oder eine andere Kunst), müssen wir damit rechnen, dass die Leute sich erst einmal umschauen. Es gibt viele gute Paprikas auf dem Markt. Natürlich auch ein paar schlechte, aber die kommen eh nicht infrage. Wir preisen also unsere Paprika an, und vielleicht können wir sogar vom Paprikaverkauf leben, wenn wir eine hervorragende Paprika haben und die Leute neben der Paprika das bei uns finden, was sie sonst so suchen; wenn sie sich angesprochen fühlen (nicht angeschrien wie vom Marktschreier nebenan); wenn sie ein Augenzwinkern gratis bekommen, oder den Schein mögen, der den Paprikastand umgibt.

Und hier kommt die Ästhetik ins Spiel. Sie ist für jeden anders, was als Verkäufer der Paprika oder der Kunst unser Pech und unser Glück ist. Wäre die Ästhetik für alle gleich, könnten wir die perfekte Paprika an alle verkaufen. Dann wäre es aber keine Kunst mehr, dann wäre es Design, das die ästhetischen Bedürfnisse der anderen befriedigt. Ich meine, die Kunst befriedigt zunächst einmal die Bedürfnisse des Künstlers. Aber ich denke hier nur laut ins Internet hinein.

Weil jeder eine andere Ästhetik bevorzugt, werden wir unsere Paprika nicht an jeden verkaufen können. Es wird jedoch immer Menschen geben, die genau unsere Paprika haben wollen. Und die gilt es auf dem Markt anzusprechen.

Strategie oder Zufall? Wie kommt die Paprika oder die andere Kunst an den Mann?

Was hat es nun mit einer ästhetischen Strategie im ökonomischen Kontext auf sich? Zu einer Strategie gehört zunächst einmal ein Plan. Wer ohne Plan seine Paprika anbietet, findet sicher auch den einen oder anderen Käufer. Man kann planlos und zufällig eine Paprika verkaufen! Das sehe ich jeden Tag. Aber wäre es nicht schön, wenn man tatsächlich einem Konzept folgen könnte, das man selbst entworfen hat? Das haben wir doch drauf! Unser Plan ist ein Puzzle, das aus vielen Teilen besteht. Jedes Teilchen ist wichtig, und manchmal merken wir, dass ein Teil nicht richtig passen will. Das kann passieren! Und es ist sicher nicht schlimm, denn es ergeben sich daraus ganz neue Bilder mit einer eigenen Ästhetik – einer etwas chaotischen, menschlichen Ästhetik vielleicht. Einer Ästhetik, die andere kennen, weil bei ihnen die Teile auch durcheinander geraten. Es ist ein ästhetisches Chaos, das sich ergeben kann und das manche Menschen anziehend finden, weil sie es von sich selbst kennen.

Überraschung als Strategie

Meine höchsteigene ästhetische Strategie im ökonomischen Kontext ist die Überraschung. Ich benutze sie gern und oft. Manche Menschen mögen das, sie kaufen meine Paprika. Andere können damit nichts anfangen, das ist okay. Ein Überraschungsmoment, so habe ich festgestellt, lässt die Menschen in ihrer Suche nach der perfekten Paprika stutzen. Sie bleiben stehen und gucken. Sie fügen die Puzzleteile (vielleicht chaotisch) zusammen. Und es ergibt sich ein Bild, das vielleicht nicht dem entspricht, was sie erwartet haben. Wenn ich Glück habe, übertreffe ich damit die Erwartungen. Und dann verkaufe ich einfach meine Paprika! \o/

A Summer’s Tale, (m)ein Sommermärchen mit Musik und Literatur

Verlosung/Werbung

Als ich klein war, passte ab und zu ein Feuerschlucker auf mich auf.

Er hatte verrücktes Haar, hörte sehr laute Musik und teilte mit mir seine Lakritze und weiße Schokolade. Manchmal durfte ich abends sogar mit, wenn er eine Feuershow hatte. (Dann passte natürlich jemand anderes auf mich auf. Der Maler oder der Taxifahrer zum Beispiel.) Der Feuerschlucker war auch DJ und schenkte mir meine ersten Mixtapes – so kam ich ziemlich früh mit der Musik von Rocko Schamoni in Berührung. Das war in den frühen 80ern, da sah ich so aus, trank Saft aus Tüten und erzählte schon damals gern Geschichten vor einem Publikum.

Rocko Schamoni sang also in meinem Kinderzimmer und ich tanzte dazu. Dann gab es eine lange Schamoni-Pause in meinem Leben und erst 2001 stieß ich aus romantischen Gründen wieder auf seine Musik: Der Mond war der Soundtrack eines Sommers, den ich in München verbrachte. Und jetzt, nach weiteren 16 Jahren, werde ich Schamoni auf einer Lesung beim A Summer’s Tale Festival erleben. Als Autor! Wer so ein verrücktes Leben führt wie Rocko Schamoni, hat auch viel zu erzählen …

Meine Kinder wurden noch nie von einem Feuerschlucker gesittet und haben bisher auch keine Tapes von DJs geschenkt bekommen. Aber Musik, Kunst und Literatur spielen auch in ihrem Leben eine nicht unwichtige Rolle.

Unser Leben ist ein Zirkus! Manchmal.

Foto: Malte Schmidt www.facebook.com/maltephoto

Diesen August haben ich und die Kinder das große Vergnügen, für einen Tag mit einer Gruppe Blogger zum Summer’s Tale Festival zu fahren. Bei den ganzen Acts und Künstlern, die vom 2.-5. August in Luhmühlen auftreten, freue ich mich ganz besonders, dass Rocko tatsächlich an dem Tag liest und singt, an dem wir auch da sein werden. Das Kind in mir jubelt und die junge Frau in mir wünscht sich natürlich „Der Mond“. Geht klar, oder? :D

Ich fühlte mich schon in den vergangenen Jahren von dem Festival angesprochen, bin aber immer drum herumgeschlichen. Den einen Sommer wollte ich nicht hin, weil ein Ex von mir aufgetreten ist, den nächsten Sommer waren wir im Urlaub. Aber dieses Jahr gibt es keine Ausrede und ich freue mich über die Einladung zu dem Festival, dessen Philosophie der Nachhaltigkeit mich sehr anspricht. Überall laufen Kinder herum, da wird gelacht, gelauscht und gelebt. Es herrscht die Art von Feuerschlucker-Atmosphäre, die ich als Kind so liebte. Tanzen mit dem DJ, Lakritze und weiße Schokolade, und immer liest dir jemand eine schöne Geschichte vor. Das Summer’s Tale Festival setzt genau da an, wo die Sehnsucht nach Unbeschwertheit anfängt.

Die Zielgruppe, das sind doch wir!

Als Autorin interessieren mich natürlich die Lesungen ganz besonders. (Wobei ich sagen muss, dass die Konzerte, Performances, Workshops, Vorträge und all die anderen Aktivitäten nicht minder spannend klingen!)

Aktuell stehen zehn Autoren für die Lesungen beim Festival auf dem Programm, darunter Nele Pollatschek, Jasmin Ramadan und Gesa Neitzel. Ich muss gestehen, dass ich von den zehn Autoren bisher nicht viel gelesen habe. Ich liebe Bücher, lese aber leider recht langsam, weil mich der Zirkus und die Gesellschaft so müde machen. Aber in zwei Bücher bin ich über Ostern eingetaucht, und ich muss sagen: Huch! Wo bin ich hier denn reingeraten?! \o/ Das Buch So, und jetzt kommst du von Arno Frank versetzte mich schlagartig in die Achtzigerjahre, in denen ich Rocko Schamoni hörte, und nahm mich mit auf eine wilde Tour durch Europa. Und Hotel Jasmin von Jasmin Ramadan führt über einen persönlichen Zusammenbruch von Hamburg in die Wüste. Weil das Leben eben nicht stillsteht, sondern immer weitergeht, auch wenn Dinge aussichtslos oder ziemlich verkorkst erscheinen.

Verlosung für Freunde der Literatur

Der Tropen Verlag hat mir jeweils ein Exemplar dieser Romane zum Verlosen bereitgestellt. Und mich interessiert natürlich brennend: Welche Acts auf dem Summer’s Tale Festival 2017 findet ihr besonders spannend – und warum? Und welche Autoren würdet ihr in Zukunft gern auf dem Festival sehen? Ich persönlich finde ja, da dürften ruhig noch mehr Frauen auf der Bühne sitzen. :o) Die Verlosung läuft bis zum 30. April 23:59 Uhr. Teilnehmen können Volljährige mit Wohnsitz in Deutschland. Hinterlasst einfach euren Kommentar (und am liebsten eine nette Anekdote über einen der Künstler) und sagt auch, welches der beiden Bücher euer Favorit ist. Die Gewinner der Verlosung werden per E-Mail informiert.

So, und jetzt lasst die Gedanken schweifen, träumt ein bisschen und kommentiert fleißig. :o)

www.axelschillingphotography.com

Foto: Robin Schmiedebach Photography www.robinschmiedebach.com

Fotograf: Hinrich Carstensen ; www.hinrichcarstensen.de

Christoph Eisenmenger / www.facebook.com/basslordpictures

Foto: Robin Schmiedebach /// www.facebook.com/robographist

Foto: @[589963001117906:ILOve Photography] // www.ilovephotography.de

Jetzt seid ihr dran, hinterlasst einen Kommentar, z. B. welche Acts auf dem Summer’s Tale Festival 2017 findet ihr besonders spannend – und warum? Und welche Autoren würdet ihr in Zukunft gern auf dem Festival sehen? Ich werfe mal Isabel Bogdan mit ihrem Pfau in den Raum! :o)

Übrigens: Karten fürs Festival könnt ihr gerade bei Luziapimpinella gewinnen!

 

Ruckedigu, Blut ist im Märchenschuh

Manchmal wächst man aus einem Schuh heraus.

Wenn es der Lieblingsschuh war, der schöne mit den Schleifen, dann blutet nicht nur der Fuß, sondern auch das Herz. Der Märchenschuh passt irgendwie nicht mehr richtig. Gehen Zeiten vorbei, brechen andere an. Welcher Schuh passt denn nu?

Momentan zweifle ich an vielem und bin zart besaitet. Das gehört zu mir und es ist keine Schwäche, wie ich lange dachte. Ich habe das große Glück und Vergnügen, mir selbst zu erlauben, was ich schreibe. Es liegt etwas in der Luft, und ich weiß nicht genau, wohin der Wind mich trägt. Irgendwo werde ich schon landen.

In den letzten Monaten haben mich besonders die Momente mit Freude erfüllt, wenn ich vor einem Publikum vorlesen durfte. Ein Junge aus Syrien fragte nach einer Lesung, ob ich auch traurige Märchen schreibe. Ja, das tue ich. Ein kleines Mädchen lief eilig auf mich zu, warf die Blumenvase um und rief: „Ich habe ein Bild von dir!“ Sie sagte es so, als sei das Bild ein Schatz. Dabei war sie der Schatz. Ein älterer Herr bat mich, eine Widmung für seine fast 100-jährige Mutter in das Märchenbuch zu schreiben. „Wissen sie, meine Mutter liebt Märchen. Und Sie würde sie auch lieben.“ Solche Begegnungen sind intensiv und schön und ich möchte mehr davon. Vielleicht ist das die Richtung, in die ich getragen werde. Wer weiß das schon.

Ja, ich bin ein bisschen wehleidig. Und das ist okay.

Briefe schreiben für die Vorwärtsabteilung

Aktuell lese ich den Roman Chuzpe von Lily Brett. Ich habe noch ca. 30 Seiten vor mir und fiebere dem Ende entgegen. Die Geschichte von Edek, dem 87-Jährigen, der mit seinen Freundinnen aus Polen mitten in New York ein Klops-Restaurant aufmacht, ist delikat im Detail und köstlich im Ganzen. Im Zentrum der Geschichte steht Ruth, Edeks Tochter, die ihren Vater finanziell unterstützt und immer wieder seine (verrückten) Entscheidungen mittragen muss. Ruth verdient ihr Geld mit dem Schreiben von Briefen und lässt ihren Vater in der „Vorwärtsabteilung“ des Unternehmens agieren. Edek findet immer ein Schnäppchen und bringt Ruths Unternehmen so vorwärts – findet er zumindest. Ruth sieht das jedoch anders …

Ich möchte hier gar nicht die Geschichte nacherzählen. In der FAZ gab es über das Buch einen netten Artikel mit dem passenden Titel Mit Schmalz, Schmerz und Schmackes.

Briefe sind köstlich und gehaltvoll wie Klopse!

Dieses Buch hat mich mit seinen schrulligen, liebenswerten Figuren sehr schnell in seinen Bann gezogen. Und ich möchte auch eine Vorwärtsabteilung, am liebsten jetzt sofort! Allerdings wird meine Vorwärtsabteilung keine 2000 Rollen Klopapier kaufen. Ich habe mir stattdessen vorgenommen, jede Woche einen Brief zu schreiben, denn wie Ruth aus dem Roman liebe ich Wörter und glaube an ihre Kraft, Dinge zu bewegen. Briefe müssen nicht unbedingt etwas verändern und vorwärts bringen, aber sie haben doch das Potenzial dazu. Mehr jedenfalls als SMS oder andere Kurznachrichten. Briefe haben Gewicht, sie sind wie Klopse! Sie können überraschend gut sein und zufrieden machen. Die Briefumschläge für meine Vorwärtsabteilung habe ich alle selbst gemacht. Allein dadurch sind sie schön und haben Bedeutung. Ich denke, die Empfänger der Briefe werden das spüren, noch ehe sie ein Wort gelesen haben. Das soll eine E-Mail erstmal nachmachen! :D

So, und nun lese ich die letzten Seiten des Romans und schaue in den Briefkasten, ob ich einen Brief bekommen habe. Vielleicht einen Liebesbrief. Oder einen anderen.

Verlosung! Verratet mir eure Lieblingsromanfiguren und gewinnt eine Namenskette

Die Suche nach dem Namen, der wirklich passt …

Wenn man ein Kind bekommt oder ein Buch schreibt – was so ziemlich das Gleiche ist –, kommt unweigerlich die Frage nach dem Namen auf. Es macht einen großen Unterschied, ob man Petra, Paloma oder Pippi heißt. Ein Name sollte wirklich gut passen, schließlich tragen wir ihn ein Leben lang und können ihn nicht einfach ablegen wie eine Jacke, die wir nicht mehr mögen. Eltern und Autoren haben da eine gewisse Verantwortung.

Manchmal weiß man einfach, wie der Name des Kindes ist. So ging uns das mit der ersten Tochter. Vom ersten Moment an war klar, wie sie heißen sollte. Schwieriger wurde es beim zweiten Namen. Da mussten wir tatsächlich 5 Minuten drüber reden. Wir haben klassische Namen ausgewählt, mit denen unsere Kinder sowohl in einer kleinen Backstube auf dem Land als auch im Vorstand eines Dax-Unternehmens arbeiten können, ohne den „Niedlichstempel“ zu haben, den manche Vornamen mit sich bringen. Es gibt jede Menge Stempel … Weiterlesen

Märchen & Chick Corea – Autorenlesung mit Ruth Frobeen

Kommt alle! Ich lese am 25. Februar aus dem Märchenbuch Es war einmal neulich … in der Kirchengemeinde St. Stephan in Wandsbek. Dazu gibt es schicke Klaviermusik: Chick Corea, 20 Children’s Songs. Kleine Signierstunde im Anschluss, wenn jemand Märchen mit nach Hause nehmen möchte. :o)

Ich freue mich auf viele bekannte und unbekannte Gesichter. Mit etwas Glück wird meine Assistentin, das Apfelmädchen, dabei sein … Lasst euch überraschen! Neue Märchen braucht das Land.

Gespräch mit Ylvie Unverdorben – Romanfigur und Sexbuchautorin

Dass Autoren mit ihren Romanfiguren sprechen, ist ja weithin bekannt. Ich dachte mir, ich stelle euch die Hauptfigur des Romans Mücken an der Wand vor, indem ich sie selbst zu Worte kommen lasse. :o)

Gespräch mit Ylvie Unverdorben

Ylvie, erzähle ein bisschen über dich. Wer bist du, was machst du, und was hast du in dem Buch Mücken an der Wand verloren?

Ich heiße Ylvie Unverdorben – und nein, das ist kein Künstlername. In den vergangenen Jahren habe ich einige Sexromane geschrieben, die mich quasi über Nacht berühmt gemacht haben. Mich persönlich langweilen diese Bücher, aber das Publikum fährt total darauf ab. Die Bücher zu schreiben war gewissermaßen eine Droge, um den Schmerz zu betäuben, den der Tod meines kleinen Bruders ausgelöst hat. Aber damit ist es jetzt vorbei! Ich habe beschlossen, die Rolle der Erotikautorin abzulegen und bin ans Ende der Welt gefahren, um wieder ich selbst zu werden. Was die Medien mit dir machen, wenn du berühmt bist, ist ja nicht gerade lustig … vor allem, wenn alle glauben, dein Intimleben zu kennen.

Das Ende der Welt ist ein kleines Dorf auf Island, da leben ca. 300 Menschen. Und da spielt auch der Roman Mücken an der Wand, in dem ich eine Hauptfigur bin. Weitere Charaktere sind Tom, Elín, Margrét und der grummeligste alte Mann, den man sich vorstellen kann. Der Krämer leidet an einem gebrochenen Herzen und will keine Ausländer bedienen, weil seine Frau mit einem Amerikaner durchgebrannt ist. Mit dem Alten komme ich auf keinen grünen Zweig und ich verstehe nicht, warum seine Enkelin, meine Freundin Margrét, bei ihm wohnen bleibt.

Was ich in dem Buch verloren habe? Gar nichts. Im Gegenteil. Ich finde eine Freundin und stelle fest, dass alles möglich ist. Alles! Unglaublich, aber wahr. Wobei – was ist schon wahr? Hmmmm. Darüber muss ich nachdenken.

Was ist deine Lieblingsszene?

Vielleicht die Szene auf der Fähre, in der ich mit Tom über Mücken diskutiere. Die Mücken sind wichtig, deshalb sind sie auch im Titel gelandet. Es sind natürlich keine echten … Ach, das verstehst du, wenn du das Buch dann liest! Sehr beeindruckend finde ich auch die Szene, als ich in den Pool springen muss, um das Ding zu retten.

Was für ein Ding?

Das weiß ich ehrlich gesagt nicht genau. Ein Ding ohne Körper. Das klingt vielleicht ein bisschen spooky, aber dieses Ding braucht die Hilfe von Elín. Sie ist ein Elfenmedium – und Toms Schwester. Tom glaubt nicht an das Elfenvolk, das macht die Sache ein bisschen kompliziert. Aber so ist das auf Island, die eine Hälfte der Isländer glaubt an Elfen, die andere nicht. Ich bin mir nicht ganz sicher, vor allem, nachdem ich das Ding aus dem Wasser gezogen habe und diese gelbe Qualle am Strand lag … Wenn Elín auftaucht, bringt sie gleichzeitig Ruhe und Unruhe in das Buch. Eine seltsame, liebenswerte Figur. Sie sieht ein bisschen aus wie Orlando von Virginia Woolf.

Erzähl uns etwas von deiner Freundin.

Margrét? Oh, sie ist fantastisch! Sie hat ein Geheimnis, das sie mir verrät. Ich denke, ich bin ihr eine gute Freundin. Margrét ist die Enkelin des alten Krämers. Sie ist loyal, witzig und ein herzensguter Mensch. Oh, und sie trinkt Schnaps. Wenn ich ein Mann wäre, würde ich mich sofort in sie verlieben! Ich möchte jetzt nicht zu viel erzählen… Wir stecken ja noch mitten in der Überarbeitung.

Was ist dein Lieblingssatz?

Das ist schwierig. Diese zwei Sätze gefallen mir zum Beispiel: „Es gibt Tattoos, die sind wie eine Erinnerung an eine Party. Und es gibt Tattoos, die sind die Party.“ Ich lerne viel von den anderen. Vor allem von Margrét.

Der Roman wird jetzt überarbeitet. Was wünschst du dir von der Autorin?

Naja, ich kann verstehen, dass der Roman erstmal aus meiner Sicht geschrieben werden musste. Schließlich bin ich die Hauptfigur und die Autorin musste in meine Gedankenwelt eintauchen. Ich fände es ganz gut, wenn sie jetzt den Blick von außen wählen würde und das Buch entsprechend umschreibt.

Die Figuren gefallen mir alle sehr gut, nur Tom könnte eine Spur markanter sein. Er ist ein bisschen wankelmütig, aber vielleicht muss er so sein. Das entscheidet letztlich die Autorin. Aber wenn ich mir noch eine Sache wünschen darf, dann ist es eine Haarfarbe. Ich habe keine Ahnung, welche Haarfarbe ich habe! Hat man das schon mal erlebt? Eine Hauptfigur, bei der die Haarfarbe nicht gesagt wird?!

Eine Lesung in einer Sauna? Alter Schwede …

Eine muckelige Lesung in einer Sauna? Alter Schwede!

Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Wobei es bei kreativen Leuten ja häufig nicht an Ideen mangelt, allein die Umsetzung … und die Kosten. Der Verlag Harper Collins fand offensichtlich die Idee mit der Saunalesung so gut, dass er sie für einige Blogger umsetzen ließ. Und das auf denkbar charmante Art und Weise. Für die Buchvorstellung von Gustaf – Alter Schwede gab es nicht nur eine Fasssauna, in der den Zuhörern aus dem ziemlich komischen Buch vorgelesen wurde. Es gab auch einen echten Schweden, Andree Östen Solvik, der mit rasselnder tiefer Stimme einen schwedischen Geist zum Besten gab. Urkomisch! Die Geschichte handelt von einem ziemlich knorzigen Geist, der bei einer Familie auftaucht und alles – wirklich alles – auf den Kopf stellt. Ein leicht verdauliches Buch, humorvoll geschrieben und am besten in der Sauna von einem Schweden vorzulesen.

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Zeit, das Magische von außen zu betrachten

Ein Buch ist niemals fertig.

Aber wenn man ENDE darunter setzt, fühlt es sich zumindest so an. Ich schreibe aktuell die letzten Seiten meines Romans Mücken an der Wand, der vielleicht im LOVEMBER so weit fertig ist, dass ich ihn veröffentliche. Mal sehen. Seelische Gelassenheit gehört zur Grundausstattung dazu, wenn man ein Buch schreibt und nicht verrückt werden will. Hausgemachter Stress und Druck von außen können mich mal. Wie heißt es so schön: Passion is patient, take your time.

2017 wird jedenfalls ein spannendes Schreibjahr für mich. Bis Ende Januar wird die erste Fassung des Romans fertig sein. Dann wird fotografiert, bis das Cover eingefangen ist. Im Frühjahr starte ich eine neue Serie für die Adventszeit. Mit 5 Geschichten über Wolke 17 bin ich höchst zufrieden und es muss etwas Neues her, damit es aufregend bleibt. Das neue Dinge hat auch schon einen Namen und heißt Halb Elf. Ich freue mich schon jetzt, im März/April die Adventsgeschichte zu schreiben!

Im Sommer ist die Zeit, das Magische bei Sonnenschein von außen zu betrachten, meinen Roman umzuschreiben (oder auch nicht), zu verzweifeln (oder auch nicht) und neue und alte Ideen zu veredeln. Und im Herbst werden dann mit Pauken und Trompeten das Adventsmärchen und der Roman in die Welt entlassen. Die Protagonistin Ylvie Unverdorben werdet ihr aber schon vorher kennenlernen. Ich muss nur vorher zum Friseur …

Das Blog liegt derweil ein bisschen brach. Ich weiß, dass mir das niemand übel nimmt. Es macht mir einfach momentan wenig Freude, im Internet zu lesen. Deshalb schreibe ich auch nur selten hinein.

Und hiermit zurück zum Buch. Tippeditipp. Tiptop! ;o)