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Literarische Adventskalender: Halb Elf, ein Elfenkrimi & 5 Adventsgeschichten von Wolke 17

Bild aus dem fantastischen Kalender von Marina Kagel, deren Website ihr unbedingt einmal besuchen solltet: https://www.art-istique.de/

DaWanda hat seine Tore geschlossen. Das ist traurig, denn viele Fans von Wolke 17 haben über die Plattform ihren jährlichen literarischen Adventskalender bestellt. Aber nur weil DaWanda zugemacht hat, lassen wir doch die Tradition nicht abreißen! :) Die Adventskalender kosten wie gehabt 24,00 EUR (plus 2,00 EUR Versand) und können telefonisch oder per Mail bestellt werden. Die Kontaktdaten findet ihr hier, wo ihr auch alles Wichtige über den Schutz eurer Daten nachlesen könnt.

Dieser Beitrag ist eine Übersicht aller literarischer Adventskalender, die ich bisher geschrieben habe. Es gibt fünf Geschichten über die Brüder von Wolke 17 und eine neue Geschichte, in zur Zeit der Schneeblüte spielt: Halb Elf – ein Elfenkrimi! Die neue Geschichte ist für etwas ältere Kinder (und natürlich Erwachsene), die sich gern ein bisschen gruseln und die keine Angst vor einem rasanten Ritt auf einer Fledermaus haben.

Halb Elf, ein Elfenkrimi – literarischer Adventskalender ab 8 Jahre

Die Schneeblüte ist vergleichbar mit der Kirschblüte, doch anders als ihre irdische Schwester kündigt sie nicht den Frühling an, sondern den Winter. Während dieser Zeit nahmen einige Elfen eine menschliche Gestalt an und ziehen in ihre Häuser hoch oben in den Bergen. Die Halbelfe Elli findet im Schuppen ein schwarzes Buch, das von dem ungleichen Geschwisterpaar Yulia und Yuno handelt und dessen Bilder sich ständig verändern. Als Elli auch noch einen Menschenjungen in einer Truhe entdeckt, weiß sie, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt… Und dann ist da noch Fredi, Ronjas zahme Fledermaus.

Der literarische Adventskalender ist eine Fortsetzungsgeschichte zum gemütlichen Vorlesen im Bett oder am Frühstückstisch. Jeden Tag darf ein Umschlag geöffnet werden, bis wir an Heiligabend endlich wissen, was es mit dem Jungen aus der Truhe auf sich hat und ausgeht.

Die Umschläge sind zugesteckt und nicht geklebt, damit die Geschichte immer wieder gelesen und der Adventskalender neu geöffnet werden kann. Das Papier ist Premium-Papier mit kleinen Goldeinschlüssen, die beim Vorlesen wie kleine Schneeflocken glitzern. Weiterlesen

Das Kaiserquartett und der fliegende Klangteppich

Der Abend beginnt mit einem einsamen Cello an der Bar. Oh-oh, denke ich und halte Ausschau nach Martin. Aber die Kaiser sind Backstage. Ich behalte das Cello im Auge…

Um kurz nach neun ist endlich das Theaterstück unter dem Nachtasyl zu Ende und die Show in der kleinen, gemütlichen Location über dem Thalia Theater beginnt. Vier Kaiser betreten die Bühne, in Anzügen von HvE mit farbigen Einstecktüchern. „Guck mal, Jansen passt zu meinem Kleid“, flüstere ich meiner Freundin zu. Er hat ein grünes Einstecktuch. Und dann geht es rund. Der Kaiser-Sound erklingt. Souverän und präzise, verspielt im Takt, sehr in der Gruppe, hat jeder seine Rolle und spielt sie gekonnt. Adam, der später als „der Mann mit den Nerven aus Stahl und dem Ton aus Seide“ vorgestellt wird, spielt mit einer Klangleichtigkeit, die einen wundern macht. Er schickt Töne rauf und runter, spielt mit Jansen ein paar Ping-Pong-Bälle hin und her. Sie kennen ihre musikalische Choreographie und wissen, was sie tun. Eingespielter Eigensinn, sie können sich aufeinander verlassen. Jansen an der zweiten Geige spielt nicht minder virtuos, er strahlt dabei eine konzentrierte, vergnügte Gelassenheit aus, die man sehen und hören kann. Ingmar, dem wie es scheint nichts zu schwer ist, erzählt Geschichten zu den Stücken, die er komponiert oder arrangiert hat. Das Publikum lacht. Ingmars Frau sitzt neben mir und strahlt. Und wieder dieser Kaiser-Sound, der in sich verwoben ein leichtes, wärmendes Tuch ergibt, in das ich mich einhüllen möchte. Haute Couture als Musik. Raffiniert, überraschend, die Schönheit ergibt sich aus der Bewegung des Ganzen.

Die vier Kaiser sitzen auf einer Bühne unter einem Sternenhimmel aus Glühbirnen. Dann wird der Special Guest angekündigt. Natürlich haben wir spekuliert. Kommt vielleicht Chilly? „Hast du das Klavier gesehen“, fragt meine Freundin, die Chilly von Steinway kennt. „Aber da liegt ein Lappen drauf. Und da sitzen quasi Leute drauf. Meinst du?“

Auf die Bühne springt Nico Suave und haut uns ein paar Reime um die Ohren. Beim Gedicht hat er mich dann. Nice, denke ich, und staune über den fliegenden Klangteppich, den die Kaiser ihm weben. Natürlich verzeiht man einem Mann, dass er seinen Text vergisst. Souverän steuert das Quartett durch die Stücke, und auch live mit dem Handy aufgenommene Beats werden mal eben eingebaut. Dann der Moment, wo Ingmar das Handy aus der Hand gibt. Ogott, was macht die erste Geige? Muss Adam das Gerät entsperren und kennt die PIN nicht? Leichte Panik im Raum, aber im Rückblick denke ich: clever gemacht. Der Einsatz ist auf den Punkt und alle atmen erleichtert auf. War das gespielt? Wer weiß… Es war überraschend, und das ist vielleicht das Beste, was dir bei Musik passieren kann. Nicht die Perfektion, sondern die Magie.

Und dann geht der Abend zu Ende. Es gibt einen kaiserlichen Applaus. Und noch einen. Und noch einen. Wir holen unsere Mäntel, treffen auf die Jungs und eine Frau fragt: „Wer gehört denn jetzt hier zu wem?“ Ich gucke zwischen Adam, Jansen und meiner Freundin hin und her und denke: „Müssen Männer und Frauen, die Backstage rumstehen und miteinander lachen, immer gleich zusammengehören?“ Wunderlich… Jansen rettet mich und stellt mich als Autorin vor. Aber die Frau scheint sich nur für amouröse Zusammenhänge zu interessieren, denn sie verschwindet gleich wieder.

Noch ein paar Küsschen links und rechts. „Grüß schön zu Hause.“ „Du auch.“ Und dann fliegen wir in die Nacht, auf einem Klangteppich, der noch lange nachwirkt. Für mich war das Konzert ein Highlight des Jahres. Ja, das kann ich im Januar schon sagen. Ich halte es da wie Effi Briest: Mir ist das Beste gerade gut genug. Was das angeht, überzeugen mich die Kaiser schon lange. Oder wie Nico Suave sagte: Kaiserklasse!

Mein Roman Mücken an der Wand ist da!

Seit ein paar Tagen laufe ich täglich mit tintenverschmierten Fingern zur Post, zwischendurch lache ich erleichtert oder bin in Schockstarre, weil es endlich soweit ist: Mein Buch Mücken an der Wand ist da und Leute lesen es bereits! Uff. Ich hatte noch nicht einmal Zeit, hier im Blog etwas zu schreiben, geschweige denn eine Buchparty zu feiern (die kommt noch, das habe ich mir selbst versprochen). Aber heute will ich mir etwas Zeit nehmen, denn meine Nixe möchte Wellen schlagen und die Geschichte bei euch stranden lassen… Das Tattoo habe ich mir vor einem Monat von Thomas stechen lassen, nachdem die Geschichte längst fertig war. Es erinnert mich daran, was ich alles schaffen kann.

Ich möchte euch erzählen, wie es zu diesem Tattoo gekommen ist. Denn eigentlich habe ich immer gedacht, dass ich mich niemals tätowieren lassen würde. Ein Bild auf der Haut, für immer und ewig? Das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Doch dann entwickelte ich für meinen Roman eine Figur namens Margrét, für die ich ganz viel über Tattoos recherchieren musste. Ich tauchte also ein in die Welt der Totenköpfe, Anker und Rosen von Jericho, las noch einmal Bis ich dich finde von Irving, eine Geschichte, die mich im Wechsel faszinierte und nervte. Sprach mit tätowierten Freunden, starrte Leuten im Sommer auf Waden und Oberarme. Und ließ das alles tief sacken. Ich wollte herausfinden, warum sich Leute tätowieren lassen und begann zu überlegen: Wenn ich jemals ein Tattoo haben sollte, dann wo an meinem Körper? Ich fand relativ schnell heraus, dass nur der linke Arm in Frage kommen würde. Es war so ein Gefühl, dieses besondere, elektrisierende Tattoogefühl! Ich nenne es Tattoofieber. Mein imaginäres Tattoo wanderte von der Schulter an den Unterarm, weil ich dachte: Wer sieht schon meine Schulter?

Ich ratterte im Kopf alle möglichen Motive durch, bis ich mir sicher war: Eine Pfingstrose sollte es sein! Ein paar Wochen später hatte ich auch Thomas endlich gefunden, allerdings war aus der Pfingstrose mittlerweile eine Nixe geworden. Und das kam so: Ich surfte gerade im Internet und landete per Zufall bei einem Artikel, in dem es um das Sternzeichen Wassermann ging. Da ich Wassermann bin, las ich die ersten Zeilen, war fasziniert und las den ganzen langen Artikel. Kannte mich diese Autorin etwa? Oder woher kannte sie all diese Charaktereigenschaften, die ich habe? Mir war schnell klar: Ich brauche einen Wassermann, der mich immer daran erinnert, wer und wie ich bin. Aber Wassermänner (der Typ mit dem Krug) sind nicht besonders ästhetisch und ein Neptun auf meinem dünnen Arm wäre nicht das Richtige gewesen. Es musste ein eigener Entwurf her. Ich erzählte Thomas, was ich wollte: eine Nixe, auf keinen Fall mit Wallehaar und Muschel-BH. Und tätowiert sollte sie sein. Tja, und nun trage ich eine zauberschöne Nixe am Arm, die mich an meine Eigenschaften erinnert, und die mir hilft, Wellen zu schlagen. Für mein Buch und auch sonst.

Hat mich das Tattoo verändert? Schon ein bisschen, würde ich sagen. Noch mehr hat mich aber das Buch verändert, das ich geschrieben habe. Mücken an der Wand ist als Taschenbuch ab jetzt bei mir direkt und als E-Book auf diversen Plattformen erhältlich.

Bestellt werden kann das Buch per E-Mail an ruth.frobeen(at)email.de, in meinem Edelfrosch-Shop und natürlich bei eurem Buchhändler. Bevor ihr bestellt, noch ein kleiner Hinweis: Bestellt ihr bei mir direkt, zahle ich keine Gebühren an eine Plattform und muss keinen Rabatt an eine Buchhandlung gewähren. Bestellt ihr bei DaWanda oder im Buchladen, bleibt deutlich weniger bei mir als Autorin hängen. Natürlich verkaufe ich gerne über eure liebsten Buchläden, vor allem, wenn die gleich mehrere Exemplare bestellen. Wird jedoch nur 1 Exemplar bestellt, habe ich vor allem eins: viel Arbeit und wenig Geld (Einmal vor Augen führen: Ich übernehme die Versandkosten und gewähre einen ordentlichen Rabatt. Ich hoffe, ich verscherze es mir jetzt nicht mit den Buchläden, aber als Einzelkämpferin muss ich das sagen dürfen.) Ich weiß, dass manchen das nicht bewusst ist. Deshalb schreibe ich es hier. :)

Wow, und jetzt schnüre ich noch ein Päckchen und stelle endlich den Sekt kalt, den ich schon seit Tagen zu trinken versuche!

Die Kultur der Möglichkeiten

Es gibt keine Zauberstrategie für den Erfolg irgendeiner Sache.

Das wäre auch langweilig, weil dann alles nach Schema F gemacht würde. Furchtbar langweilig, unaufregend und unkreativ. Lehrbuchmäßig. Unmöglich.

Es gibt also keine Zauberstrategie. Aber es gibt Möglichkeiten. Unendlich viele Möglichkeiten. Die Kultur der Möglichkeiten erlaubt uns, mutig, selbstbestimmt und eigenmächtig Entscheidungen zu treffen – und Entscheidungen zu treffen ist aufregend! Das Herz klopft. Die Hände schwitzen. Die Pupillen sind erweitert (Ja, schau ruhig in den Spiegel und staune!). Im Moment der Entscheidung verbindet sich die aufgeregte Flattrigkeit der Möglichkeiten mit dem klaren, ehrlichen Ja! Man hat vielleicht sogar das Gefühl, abzuheben. Das hört sich nach Liebe an? Das ist auch Liebe! Wenn wir uns entscheiden, wählen wir aus unendlich vielen Möglichkeiten. Wir legen uns fest. Wir lieben das Ding, für das wir uns entscheiden. Zumindest glauben wir, es mehr zu lieben als die anderen Möglichkeiten.
Die Kultur der Möglichkeiten also. Sie führt dazu, dass wir gleichzeitig Ja! und Nein! sagen. Denn wer Ja sagt, sagt immer auch Nein. Nein, die Pizza bestelle ich nicht, denn ich bestelle Gnocchi. Nein, ich fahre nicht Bus, denn ich gehe zu Fuß. Nein, ich biete das Buch keinem Verlag an, denn ich verlege es selbst. Wir wägen ab und entscheiden uns für das, was wir für das Beste halten. Natürlich irren wir uns auch mal. Dann können wir gegensteuern, wenn wir nicht zu faul sind und die Fehlentscheidung als gegeben hinnehmen. Wir haben die Freiheit, uns in jedem Moment zu verändern. Ich finde das irgendwie beruhigend.
In meinem Roman geht es auch um Möglichkeiten, und um Menschen, die Wege einschlagen und Entscheidungen treffen. Als ich mit dem Schreiben begann, standen mir für die Geschichte alle Möglichkeiten offen. Ich musste viele Entscheidungen treffen, um der Geschichte eine Form, ein Gesicht und eine Sprache zu geben. Die Entscheidungen gelten nur für dieses Buch. Und nur ich konnte sie treffen. Das ist schon eine große Verantwortung! :D
Und nun stehen der Geschichte alle Möglichkeiten offen. Sie kann fliegen und irgendwo landen. Ich hoffe, das tut sie. Ich wünsche mir für die Geschichte, dass sie von Menschen geliebt wird. Nicht von allen natürlich, denn wie soll das gehen. Jeder liebt etwas anderes. Aber manche werden einen Platz für sie haben, werden sie anschauen und sich auf sie einlassen. Die Geschichte hat eine Menge zu geben, ich habe viel hineingesteckt. Ich bin gespannt, wo sie landet und sich einnistet.

Nächste Woche kommen die Bücher und ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie aufregend das für mich ist. Ich liebe die Charaktere. Sie sind höchst eigene Schätze und meine Freunde. Und jetzt räume ich mein Büro um, damit ich die 1000 Bücher unterbringen kann. Die E-Books werden übrigens auch gerade eingetütet. Es laufen viele Dinge im Hintergrund und ich bin gespannt wie Bolle, auf welche Weise die Mücken bei den Lesern landen.

Wer ein Rezensionsexemplar haben möchte, kann sich gerne bei mir melden. Ich freue mich über ernstgemeinte Anfragen.

Hilfe, ich will (k)ein Buch schreiben???! Machen wir uns mal locker

Ich wollte dieses Buch nicht schreiben. Ich kannte die Geschichte ja gar nicht!

Vor genau einem Jahr habe ich die ersten Zeilen von Mücken an der Wand in meinen Computer getippt. Dass dieses Buch entstanden ist, war eher Zufall. Die Idee kam einfach so angesurrt – Bsssss! – und ich habe draufgeschlagen, weil sie mich irgendwie nervte. Ich wollte diese Geschichte eigentlich nicht schreiben, denn da war doch noch diese andere, die mich seit Jahren verfolgte und die sich nicht einfangen ließ. Durfte ich einfach dieses Buch schreiben und die andere Geschichte weiterschwirren lassen? Ja, Mann!

Seitdem ist viel passiert. Ich habe mich sehr schnell verliebt – in die Protagonisten. Ich habe mich gestritten – mit meinen Protagonisten. Ich habe Haarfarben ausprobiert – bei den meisten Protagonisten. Sie wurden von mir an- und aus- und umgezogen. Ich habe mir vieles von ihnen erklären lassen und ich weiß jetzt alles über Papageientaucher und kann theoretisch tätowieren. Wir haben zusammen die isländische Aussprache geübt, ich habe die Herkunft und Bedeutung ihrer Namen untersucht und mich mit ihnen in heiße Quellen gesetzt. Beim Schreiben habe ich viel über Menschen und ihre Gewohnheiten gelernt. Das ist vielleicht das Schönste.

Im Januar war der erste Entwurf fertig. Und dann ging die Arbeit erst so richtig los. Als erstes habe ich das Manuskript komplett umgeschrieben, damit der Leser gefühlsmäßig nicht überrumpelt wird. Danach habe ich die Geschichte vier- bis fünfmal durch den Fleischwolf gedreht. Heraus kam ein Manuskript, das ich meiner Lektorin Esther präsentierte, die mir als erstes zu verstehen gab: „Du kannst der Geschichte vertrauen!“ Das Lustigste an der Zusammenarbeit mit Esther war, dass es immer mehr Seiten wurden, je mehr wir rausschmissen. Wirklich! Die Geschichte und die Figuren haben dank der intensiven Arbeit viel mehr Tiefe und Farbe bekommen. Und jetzt liegt die Geschichte in der drölfzigsten Fassung bei meinen Testlesern. Wenn ich mir einrede, nur ein Achselzucken des Universums zu sein, geht es eigentlich. Bevor ich vor Angst vor ihrem Urteil Glück tot umfalle, möchte ich noch ein bisschen Motivation streuen und Mut machen. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen ja, am Ball zu bleiben oder den Wunsch, ein Buch zu schreiben, einfach an den Nagel zu hängen!

Es war nie einfacher, ein Buch zu schreiben. Das heißt nicht, dass man es tun muss.

Ich habe das Gefühl, alle arbeiten gerade an einem Buch. Manche mit Herzblut und wildem Fleiß, andere gestresst mit einem Verlag im Nacken. Und bei manchen hat man das Gefühl, dass es irgendwie Gruppenzwang ist. Alle schreiben doch ein Buch, oder? Ich finde, wir sollten uns mal locker machen. Niemand muss ein Buch schreiben. Autoren sind keine besseren Menschen.

Warum du (k)ein Buch schreiben kannst

Falls du es doch tun willst: Es gibt leider sehr viele gute Gründe, kein Buch zu schreiben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es sich nicht rechnen (wenn man es in Geld bemisst); man braucht Zeit, die irgendwo abgezwackt werden muss; es kostet unglaublich viel Energie, sich in die Psyche mehrerer Personen einzuhacken; noch mehr Energie kostet es, Dinge auf Papier zu bringen, die für einen selbst so überraschend wie Springkraut sind; manchmal fehlt den Menschen in deinem Umfeld das Verständnis („Häh?! Du hast das Ding doch schon dreimal umgeschrieben. Warum noch mal? Hört das wieder auf?!“); und so weiter und so fort. Gibst du auf? Das ist okay! Denn ja, es ist verdammt anstrengend und man muss dranbleiben, wenn man ersthaft ein Buch schreibt. Aber wenn wir ein Kind gebären, gehen wir ja schließlich auch nicht zwischendurch nach Hause.

>>Hilfe, ich kann mir das Schreiben nicht leisten!<<

Wer schreiben will, braucht Geld zum Überleben. Das Schreiben an einem Buch wirft erstmal über viele Monate gar nichts ab. Auch nicht, wenn man einen Verlag hat, der einem einen kleinen Vorschuss bezahlt. Das ist kein Geld, von dem du leben kannst. Ignoriere es einfach. Du musst Geld verdienen (oder ein Polster oder einen Partner haben, der dich unterstützt), um dir das Schreiben zu leisten. Das ist hart, aber so ist es eben. Und kündige bloß nicht deinen Job, er ermöglicht dir das Schreiben! Wenn du schon ganz viel geschrieben hast und davon leben kannst, kannst du gerne kündigen. Mir egal! :D

Ich persönlich habe die letzten Monate übersetzt, getextet und Märchen geschrieben, um mir Mücken an der Wand leisten zu können. Dafür habe ich dann eben kein neues Objektiv gekauft, bin nicht essen gegangen und habe keinen Babysitter gekauft, damit ich ins völlig überteuerte Kino gehen kann. Das hat übrigens auch viel Zeit gespart! Womit wir beim nächsten Punkt sind:

>>Ich habe überhaupt keine Zeit zum Schreiben?!<<

Soso. Aber du hast Zeit, diesen Blogbeitrag zu lesen? Du hast Zeit, Fotos zu posten? Du hast Zeit, Kaffee zu trinken und ein bisschen Mimimi im Internet zu machen? Dann hast du auch Zeit zum Schreiben. Wenn es wichtig genug ist, ist die Zeit plötzlich da. Eine Stunde am Tag oder in der Nacht schaffst du immer. Wenn. Du. Es. Willst. Rechner aus, Papier her. Los geht’s, ich will, dass du dir einen Fahrplan für dein Buch machst. Nimm dir vor, eine Stunde am Tag zu schreiben. In der Zeit kannst du schon ein paar Hundert Wörter schreiben. Oder nimm dir eine bestimmte Anzahl an Wörtern vor, die du am Tag schreiben willst. 500! 1000. 2000?

Mir hat es geholfen, ein Mindestpensum von 500 Wörtern pro Tag zu schreiben. Da ich während der intensiven Schreibmonate nahezu keine Bücher lesen konnte, hatte ich massig Zeit. (Und ja, natürlich habe ich auch geschummelt. Ich habe schließlich keinen Schreibzwang. Schreiben soll nach Möglichkeit Spaß machen, sonst macht das Lesen auch keinen Spaß.)

>>Meine Protagonisten machen mich fertig…<<

Protagonisten können echt fies sein. Sie nerven, weil sie ständig irgendetwas wollen, das eigentlich nicht zur Geschichte gehört. Sie haben Sachen am Laufen, die wir nicht verstehen. Sie machen einfach, was sie wollen. Kurz: Protagonisten machen Autoren fertig! Aber: Wir entscheiden, was die Protagonisten machen. Wir entscheiden, ob sie wahnsinnig sind, genial, psychisch stabil oder labil. Es kommt vor, dass sie sich verselbstständigen und die Geschichte kapern. Wenn wir das nicht wollen, sagen wir STOPP und löschen einfach das Kapitel. So einfach. Dein Buch, deine Party. Wenn Protagonisten dich fertigmachen, musst du aufhören, dich selbst fertigzumachen. Sie sind deinem Gehirn entsprungen. Du kannst sie einfach rausstreichen, wenn sie doof sind. Oder du fragst sie mal, warum du dich selbst fertig machst.

Ich entwerfe meine Protagonisten so, dass ich gut mit ihnen zusammenarbeiten kann. Natürlich sind auch mal Arschlöcher dabei, aber die bekommen einfach einen Hexenschuss von mir. Die anderen dürfen wachsen und sich entwickeln.

>>Keiner versteht mich. Mein Buch und ich sind ganz alleiiiiin!<<

Du willst ein Buch schreiben. Niemand muss das verstehen. Wichtig ist nur, dass du weißt, warum du das machst. Vielleicht, weil du dein Fachwissen weitergeben möchtest. Vielleicht, weil die Ideen dich kitzeln und endlich raus wollen. Vielleicht, weil du Erlebnisse verarbeiten musst und Schreiben einfach die beste Therapieform für dich ist.

Wenn du auf Unverständnis stößt, denke immer daran: Es geht um dein Buch, das hat niemanden zu interessieren, bis du es zeigen möchtest. Und ein Partner, der dir das Gefühl gibt, dein Buch verdient es nicht, geschrieben zu werden, kann dir gestohlen bleiben. (Wenn das Geldargument kommt, frage einfach mal, wie viel er so verdient, während er vor der Glotze hängt.)

>>Ich bin einfach zu faul zum Schreiben.<<

Du bist zu faul zum Schreiben? Ich liebe dich! Du bist bestimmt ein Genießer, liegst auf einer gemütlichen Couch und liest Bücher und Blogs. Autoren brauchen Menschen wie dich. Bitte bleibe so! <3

A Summer’s Tale Festival – folge dem Lustprinzip!

Hinweis: Ich bekomme Geld für diesen Beitrag und kann mir Kaffee, Kleidung und Strom kaufen.

Wir leben vagabundig nach dem Lustprinzip

Es regnet, die Kinder schwimmen im Fluss, der Hund schnarcht auf der Rückbank und erholt sich von einer anstrengenden Wanderung. Ich habe mir im Bulli ein kleines Unterwegsbüro eingerichtet. Es herrscht eine friedliche und gemütliche Stimmung auf dem Campingplatz irgendwo in der Schweiz … Wir leben gerade ganz nach dem Lustprinzip. Wo es uns gefällt, da halten wir an, um zu gucken und zu staunen, was das Leben so für uns bereithält. Vielleicht ein bisschen so wie Vilja und die Räuber. ;)

Der perfekte Auftakt für den gechillten Familienurlaub war für mich das Summer’s Tale Festival. Dass ich zufällig ein paar Kollegen und Bekannten über den Weg gelaufen bin, zeigt wohl ganz gut, dass ich hier wirklich hinpasse. Übrigens war dies mein erster Festivalbesuch ever! Und das bei meinem Musikliebhaberhintergrund… Ich hatte im Vorfeld schon vorfreudig über mein Sommermärchen mit Musik, Zirkus und Literatur berichtet und möchte gar nicht auf die Acts eingehen, vielmehr die Stimmung zeigen, die bei diesem familienfreundlichen Kulturfestival herrscht.

Friedlich, bunt & quirlig

Es laufen viele Kinder herum, die Leute sind ausgelassen, wandern von Bühne zu Bühne, stärken sich bei den Foodtrucks, stöbern auf dem Designmarkt oder liegen auf den Wiesen und in ihren Zelten und Bussen herum. Herrlich! Von betrunkenen Schlammhopsern keine Spur. Auf den Bühnen wird gerockt, geslamt, getanzt. Manche können mit Poetry Slams etwas anfangen, andere nicht. Manche mögen Gin, andere nicht. Manche gehen zu Electro Swing ab, andere nicht. Jeder macht auf diesem Festival genau das, was ihm gefällt. Man hat den Eindruck, hier folgt jeder dem eigenen Lustprinzip. Und das können wir Erwachsenen uns besonders gut bei den Kindern abschauen: Essen, Tanzen, in Pfützen springen, Filme gucken, Einhörner kaufen, Bilder malen und mit Freunden Spaß haben. Der Kinderbereich ist ein wunderbarer Platz zum Spielen und Zirkusartist sein. (Ich habe dort nicht fotografiert, aber ihr dürft mir glauben: Es ist toll dort!)

Manches ist ein bisschen Mainstream (aber sehr schön!), und immer wieder findet man kleine Perlen wie z. B. den Stand mit den handgemachten Notizbüchern und den Wagen mit den Käs’spätzle. Und natürlich die Ink Fashion, wo ich ein charmantes Shirt mit einem Motiv aus einem meiner Märchen fand: ein Fuchs mit Hut und Tasche. Das Hemd mit dem Hund, der sich Dalmatinerflecken tätowieren lässt, war leider viel zu groß. Damit hätte ich gern meinen Mann geschockt! :D

Man kann hier eine Menge Geld ausgeben für Essen und schöne Dinge, muss man aber nicht. Dann vespert man einfach in den Bierfässern, spielt Karten oder hüpft, ganz nach dem Lustprinzip, barfuß oder mit Gummistiefeln zu geiler Musik in großen Pfützen herum.

Der Style ist geil

Auffällig sind auch die Outfits der Besucher. Wenn man sich vorstellt, dass viele Festivalbesucher mehrere Tage zelten oder in Bussen campieren, muss man doch mal hervorheben, dass manche Leute wirklich sensationell gut gekleidet sind! Ich habe beim Festival modisch so ziemlich alles gesehen, vom eleganten Dandylook über humorvolle Prints bis hin zu flatternden Hippykleidern inkl. Flechtfrisuren. Mode (das ist ein alter Hut) ist Ausdruck des Lebensgefühls und eine Art Respekt sich selbst und anderen gegenüber. Auch auf einem Festival, das offensichtlich für alle ist.

Werde ich wieder zum Summer’s Tale Festival fahren? Ja! Als Festivalblogger mit Pressebändchen oder als Mutter mit Kindern. Oder vielleicht als Autorin bei einer Lesung?! Alles ist möglich. Vielleicht. ;)

Und die anderen Festivalblogger so?

Anja von das tuten der schiffe hat einen wunderbaren Bericht geschrieben, Bloggerklassenfahrt zum A Summer’s Tale, und Nic von luziapimpinella hatte sogar ihre ganze Familie dabei, Ein Festival wie ein Familienurlaub. Nike von goingweird schreibt äußerst humorvoll und mit Zeitangaben, wie sie den Tag erlebt hat, Tagebuchbloggen. Und auch für Frau Piepenkötter war es das erste Festival

Mücken an der Wand, das Cover

Was ein schönes Cover ist, entscheidest du!

Mit mir ist es ganz schlimm, denn ich suche Bücher häufig nach dem Cover aus. Es gibt so viele Bücher, die um die Aufmerskamkeit der Leser buhlen. Welches soll ich da in die Hand nehmen? Ich kann ja nicht alle Klappentexte lesen. Also greife ich gezielt und beherzt zu, wenn mich ein Cover ästhetisch anlacht. Wenn Titel und Cover mich nicht sofort ansprechen, schweift mein Blick weiter. Chance verpasst. Manche Bücher entdecke ich nur, weil mein kluger Buchhändler sie mir unter die Nase hält wie eine Flasche Wein mit hässlichem Etikett. (Wirklich, ich bin manchmal so oberflächlich. Schlimm.)

Jedenfalls! Das hier ist das Cover meines Romans Mücken an der Wand. Da das Buch schon im Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) eingetragen ist und die üblichen Verdächtigen sich da die Daten und Cover ziehen, wollte ich es im Blog zeigen, auch wenn das Buch erst im LOVEMBER rauskommt.

 

Die Entstehung des Buchcovers hat eine Weile gedauert. Es fühlte sich ein bisschen an wie die Suche nach dem Hochzeitskleid. Dir gefällt ein Kleid wirklich gut, aber irgendwie bist du nicht die Frau im Spiegel. Das nächste Kleid ist auch schön, aber es sitzt nicht richtig. Das übernächste ist ein Träumchen, aber der Preis! Und jetzt haben wir hier ein Cover, das eine Gemeinschaftsarbeit ist und mit dem ich sehr glücklich bin. Sogar meine kleine Tochter hat dazu beigetragen (sie hat mich am/im Meer fotografiert).

Ich hoffe, es gefällt euch und ihr gebt ihm eine Chance, wenn ihr es irgendwo liegen seht. Und weil ja neben einem Cover vor allem der Inhalt eines Buches interessiert, habe ich hier noch einen minikleinen Auszug aus einer Szene, in der Ylvie Unverdorben mit ihrer neuen Freundin Margrét unterwegs ist. Quasi einmal aufgeschlagen und ein paar Zeilen zum Anlesen.

Eine Stunde später saßen sie müde und mit leichtem Sonnenbrand im Auto, winkten Silvia zu und machten sich dann auf den Weg zurück nach Vík. Unterwegs hielten sie noch für ein paar Fotos in einer Bucht. In den letzten Tagen hatte Ylvie überwiegend im Haus fotografiert. Kleine Details in ihrem Zimmer, tanzende Sonnenpunkte an der Wohnzimmerwand, Enni beim Schlafen, einmal hatte sie auch Elín in ihrem roten Kimono fotografiert, aber nur von hinten. Margrét setzte sich an den Strand und beobachtete Eiderenten und Graugänse, während Ylvie herumlief und sie von allen Seiten fotografierte. Margrét fühlte sich offensichtlich wohl, denn sie posierte lächelnd.

»Fotografierst du schon immer?«, fragte sie und warf ihren Kopf neckisch nach hinten.

»Nein, ich habe erst damit angefangen, als mein Bruder gestorben ist. Damals habe ich mir vorgenommen, jeden Tag ein Bild zu machen. Das mache ich bis heute.«

Margrét verzog mitfühlend die Mundwinkel und der Wind trug das Schnattern der Gänse zu ihnen herüber. »Es ist eine Art Therapie. Ich konzentriere mich auf Momente, suche das Schöne im Alltag. Es ist die ständige Suche nach Ästhetik, nehme ich an.«

»Aber was hat das mit deinem Bruder zu tun?«, fragte Margrét und drehte Ylvie den Kopf zu.

»Nichts! Es hat nur etwas mit mir zu tun.«

Margrét dachte kurz darüber nach, dann nickte sie. »Verstehe …«

In dieser Geschichte ist alles möglich. Vielleicht. Und ich freue mich über das Interesse daran. DANKE. <3

LOVEMBER – Working Heart

LOVEMBER – für eine Operation am eigenen Herzen braucht man Mut …

Am Wochenende habe ich einen Impuls-Workshop mit dem Titel LOVEMBER – Working Heart gegeben. Ich möchte hier kurz zusammenfassen, womit wir uns beschäftigt haben. Kurz vorweg: LOVEMBER bedeutet für jeden etwas anderes. Ich definiere es als die Zeit, die ich mir für meine Herzensprojekte gebe. (Wenn ich mir die Zeit gebe, ist es ein Geschenk an mich selbst.)

Wir haben als erstes unsere Herzensprojekte vorgestellt. Da war zum Beispiel die Teilnehmerin mit den Kurzgeschichten, die einfach mal Zeit braucht, um diese Geschichten alle aufzuschreiben und in eine Form zu bringen. Oder die Teilnehmerin, die in eine Stadt verliebt ist und jetzt klar kriegen möchte, ob das eine dauerhafte Beziehung sein kann oder nur ein Urlaubsflirt ist. Manche Teilnehmer hatten noch kein Herzensprojekt, das sie benennen konnten, wollten aber gerne eins haben. Da haben wir ein bisschen gegraben und gemeinsam ein paar Samen gesät.

Tut mir leid, aber es gibt keine Gründe, die uns an irgendetwas hindern. Wir hindern uns selbst.

Nach der Vorstellung unserer Projekte haben wir die Gründe identifiziert, die uns an der Umsetzung hindern. Wir haben gute Gründe genannt, die uns davon abhalten, uns voll und ganz unseren Herzensprojekten zu widmen: Zeit, Geld, Verpflichtungen, schlechtes Gewissen, Perfektionismus, Selbstabwertung, Bequemlichkeit, Angst vorm Scheitern, Qualität, geplatzter Traum, Priorisierung und Energiemangel sind valide Gründe, die uns hindern, den Hintern hochzukriegen und dem Ruf des Herzens zu folgen. Und dann kam auch noch die Ent-Täuschung. Denn es gibt keine Gründe, die uns wirklich daran hindern, an unseren Herzensprojekten zu arbeiten! Wir schieben diese Gründe vor und hindern uns selbst. Der Verstand tut es und wir fügen uns, weil wir glauben, der Verstand wird schon Recht haben. Wenn wir das glauben, vernachlässigen wir vor allem den Mut, der in uns wohnt. Leider geben wir ihm häufig nur sehr wenig Raum, vielleicht eine kleine Herzkammer, in der er wohnen darf. Manchmal bläst er sich auf, dann machen wir etwas, das wir für verrückt halten. Dann quillt unser Herz vor Freunde über, großartig – mehr davon!

Zurück zur Ent-Täuschung und zum Verstand, der uns mit den Gründen daran hindert, an unseren Herzensprojekten zu arbeiten. Wir alle glauben bestimmte Gedanken, die wir haben. Und diese Glaubenssätze führen dazu, dass wir uns im Kreis drehen statt vorwärts zu gehen. Ganz beliebt ist der Gedanke „Ich habe keine Zeit, dieses oder jenes zu tun.“ Oder ganz konkret: „Ich habe keine Zeit, ein Buch zu schreiben.“ Natürlich wissen wir, dass wir nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung haben, deshalb teilen wir sie ein. Der Gedanke „Ich habe keine Zeit für dieses oder jenes“ führt dazu, dass wir glauben, Zeit einzusparen, die wir dann anders nutzen können. Lustigerweise Traurigerweise nutzen wir Zeit häufig eher für sinnlose Dinge als für Dinge, die wir wirklich machen wollen. Ich sage nur Zerstreuung im Internet…

Es gibt eine Methode, die ich seit vielen Jahre hilfreich finde und anwende, um Dinge zu hinterfragen, die ich glaube und die mir nicht gut tun. Die Methode heißt The Work und wurde von Byron Katie entwickelt. Sie ist sehr simpel und effektiv und besteht aus vier Fragen: Ist das, was ich glaube, wahr? Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das, was ich glaube, wahr ist? Was macht es mit mir, wenn ich glaube, dass dieser Gedanke wahr ist? Was wäre ich ohne diesen Gedanken? Wenn man sich diese Fragen gestellt hat, kehrt man den Glaubenssatz um und sucht Beispiele, wo diese Umkehrung passt. In unserem Beispiel wäre das dann „Ich habe Zeit, dieses oder jenes zu tun.“ Eine weitere Frage, die man sich bei dieser Methode stellen kann, ist „Wie behandele ich mich und andere, wenn ich diesen Gedanken habe?“ Wer die Arbeitsblätter von The Work machen möchte, kann sie sich auf der Website von Katie runterladen. Ich empfehle auch, ein paar Videos anzuschauen, um die Methode in Aktion zu erleben.

Zurück zu unseren Herzensprojekten. Wir haben unsere Projekte benannt, die Gründe identifiziert, die uns an der Umsetzung hindern, und haben vielleicht schon erkannt, dass diese Gründe für uns nicht gelten können, wenn wir das Ziel unserer Projekte erreichen möchten.

Was für ein Ziel verfolgt man mit seinem Herzensprojekt?

Die Ziele unserer Projekte können ganz unterschiedlich sein. Da es aber um Herzensprojekte geht, spielen vermutlich bei vielen Zufriedenheit und Sinnstiftung (auch für uns selbst) eine große Rolle. Und es wäre schön, wenn wir dabei nicht verarmen… Ich halte es für sehr wichtig, keinen zu großen Druck aufzubauen, wenn wir an eigenen Projekten arbeiten. Denn dann schaltet sich schnell der Verstand ein und findet wieder ein paar Gründe, warum das alles sinnlos ist. „Wenn du eh keinen Verlag für dein Buch findest, musst du es auch nicht schreiben. Das ist Zeit-, Energie- und Geldverschwendung. Es gibt so viele Bücher, auf deines hat keiner gewartet.“ Wenn wir das glauben, kann das zu Frust, Stress und ungesunden Verhaltensmustern führen. Wenn wir das glauben, machen wir weiter wie bisher, sperren unseren Mut in eine Herzkammer ein und grummeln mit uns. Und dann grummeln wir auch mit anderen und sind unzufriedene Kotzgurken.

Unzufriedenheit blockiert Sinnstiftung für sich und andere

Ich möchte dem Mut Platz geben, auch wenn das zu viel Aufregung in meinem Leben führt. Die Aufregung wendet sich meistens ins Positive und führt zu Interaktion. Ich muss mit meinen Projekten nicht allein sein, wenn ich das nicht möchte. Wenn ich Hilfe benötige, frage ich danach und kriege sie auch. Wenn ich Zeit brauche und das kommuniziere, finden wir in der Familie immer eine Lösung. Wenn ich Geld brauche, arbeite ich dafür. (Man kann auch darum bitten. Das ist gar nicht so schwer, wie der Verstand dir weismachen möchte.) Wenn ich keine Energie habe, suche ich erstmal die Energievampire und sperre sie weg, und nehme dann mein Ladekabel (die Leidenschaft), um wieder Energie zu tanken. Wenn ich Angst vorm Scheitern habe, sorge ich dafür, dass der Mut mehr Platz bekommt als die Angst. Und wenn ich tatsächlich scheitere, dann habe ich wenigstens die Zufriedenheit des Versuchs.

Ich möchte jeden, der ein mehr oder weniger konkretes Herzensprojekt hat, dazu einladen, folgende Fragen für sich zu klären:

Was ist das Wunschgefühl, das du mit dem Projekt verbindest?

In welchem Zeitraum möchtest du dein Projekt umsetzen?

Wie stellst du sicher, dass du dich an deinen Zeitplan hältst?

Brauchst du Hilfe? Von wem kannst du Hilfe kriegen? Gibt es vielleicht Gleichgesinnte?

Es ist auch hilfreich, das Herzensprojekt und das damit verbundene Ziel (wenn es eines gibt) ganz klar zu formulieren und zu visualisieren. Was siehst du? Wo bist du? Was fühlst du?

Wir können für andere arbeiten und für uns selber nicht?!?

Und zu guter Letzt möchte ich anregen, sich selbst als Top-Kunden zu behandeln. Denn für unsere Kunden sind wir immer leistungsfähig und liefern die bestmögliche Qualität. Warum nicht für uns selbst? Weil wir uns nicht bezahlen??? Das darf nun wirklich kein Grund sein, warum wir uns eher damit beschäftigen, was Frauen über 30 oder 40 oder 50 noch tragen dürfen als an unserer Zufriedenheit zu arbeiten. Wir entscheiden nämlich selber, was wir dürfen. Und wir dürfen zufrieden sein und ohne Druck an unseren Herzensprojekten arbeiten, wenn wir das wollen.

LOVEMBER – Working Heart.

Der ultimative Kundenkleber, nach geheimer Rezeptur im Tiefgang hergestellt …