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sisterMAGAZINE im Gespräch mit Edelfrosch

Als ich klein war, wollte ich immer eine Schwester haben, die Katinka heißen sollte. Oder mindestens Kati. Am liebsten sollte sie mein Zwilling sein. Und ich wollte mit ihr einen Hühnerstall bauen und Pferde stehlen. Tja, was Kinder sich eben so wünschen…

Vor ein paar Monaten ist mir dann das sisterMAGAZINE  über den Weg gelaufen. Ein Magazin für Schwestern? Nein, ein Journal von zwei Schwestern für die „digitale Dame“ von Welt. Wow, dachte ich. Die machen das, was ich auch machen wollte: mit meiner Schwester was Tolles auf die Beine stellen.

Die erste Ausgabe des sisterMAGs ist im Februar 2012 erschienen, und die Themen reichen von Karriere, Technologie, Zukunftstrends über Mode, Lifestyle, Reisen, Partys bis hin zu DIY. Ein Thema, das ich mir im sisterMAG noch verstärkt wünsche, ist Wirtschaft: spannende Geschichten über Unternehmerinnen und Role Models zum Beispiel. Wer weiß, vielleicht kommt das ja irgendwann als eigene Rubrik. Besonders ansprechend an dem digitalen Magazin finde ich das Design und die Aufmachung insgesamt. Man merkt ganz schnell: Hier schreiben Autorinnen, die direkt an den Themen dran sind – Puls der Zeit, wie man so schön sagt. Ein Heft zum Blättern und Festlesen, ein Heft, das eine gehörige Portion Charme versprüht und mit Ideen nicht geizt. Ein Heft, das inspiriert und mit seinen kreativen Ideen zum Nachmachen animiert.

Wir ihr wisst, interessieren mich die Geschichten hinter den Dingen. Ein Blick hinter die Kulisse reicht mir nicht, und deshalb habe ich Toni und Thea direkt angeschrieben. Sie haben sich die Zeit genommen und meine dringendesten Fragen beantwortet!

Edelfrosch: Wie ist die Idee geboren, ein eigenes Magazin zu machen?

sisterMAG: Bei uns zuhause haben sich schon immer die Zeitungen und Magazine gestapelt – von Wohnzeitschriften bis hin zu Politikmagazinen. Natürlich haben wir dann auch interessiert die Entwicklungen im entstehenden Onlinemagazin-Segment in den USA beobachtet. Lobby, Rue oder auch Matchbook haben uns begeistert.

Den Anstoß fürs sisterMAG gaben im letzten Jahr dann zwei Ereignisse. Erstens suchte Thea ein interessantes Diplomarbeitsthema, parallel besuchte ich eine Konferenz, auf der das erste digitale Frauenmagazin Deutschlands vorgestellt wurde – eine große Enttäuschung mit Blick auf Technik und Inhalte. So kam eins zum anderen und wir entschieden am Ende, dass wir einfach versuchen, unser eigenes Magazin zu starten.

Edelfrosch: Wie hat euer Umfeld reagiert? Hat man euch für verrückt erklärt? Bewundert? Beneidet?

sisterMAG: Wir haben das Glück, aus einer Familie zu stammen, die schon immer neue, andere Wege gegangen sind. Daher war die Reaktion positiv – natürlich mit kritisch-inhaltlichen Fragen durchmischt. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist es außerdem im Moment sehr üblich zu gründen, da wir uns alle in der sehr aktiven Berliner Gründerszene bewegen. Da hat man sich eher verrückt gefühlt, weil man noch nichts gemacht hat :D

Edelfrosch: Gibt es Leute, die euch Steine in den Weg legen? Wie geht ihr damit um?

sisterMAG: Nein, es gibt eigentlich keine Leute, die uns speziell Steine in den Weg legen. Schwierigkeiten betreffen eher Themen, die man immer hat, wenn man gründet: Wie setze ich meine sehr knappen finanziellen Ressourcen am besten ein, wie sorge ich dafür, dass ich mich nicht zu sehr selbst ausbeute, wie finde ich zuverlässige Helfer. Bei all dem hilft es, viel zu evaluieren, früh Prozesse einzuführen und sich selbst Pausen zu setzen.

Edelfrosch: Wer hat euch unterstützt? Und wie?

sisterMAG: Unterstützung erfahren wir ganz vielfältig. Ganz oben steht natürlich unsere Familie. Deren Hilfe reicht von Inhaltlicher (unsere Mutter ist für viele der Modestrecken verantwortlich und sie näht auch einen Teil der Sachen) über finanzieller bis hin zu moralischer Unterstützung, wenn es mal wieder zu viel zu werden scheint.

Dann gibt es so viele alte und neue Freunde, dass ich hier mit Absicht keine Namen nennen werde, da ich nur jemanden vergessen kann. Diese schreiben / fotografieren / übersetzen für uns, halten die Ohren offen für interessante Themen, stellen sich als Model zur Verfügung, helfen bei technischen Themen, erzählen über uns, so dass unsere Bekanntheit wächst, stellen uns spannenden Kontakten vor und und und. Durch sisterMAG haben wir auch schon so viele tolle neue Leute kennengelernt, die zum Teil richtig gute Freunde geworden sind.

Edelfrosch: Welchen Traum habt ihr für euer Magazin?

sisterMAG: Wir wünschen uns, dass unsere Leser das Konzept und die Inhalte dauerhaft mögen und dass wir das sisterMAG längerfristig erfolgreich betreiben können. Wenn das gelingt, würden wir gern noch weitere Online-Magazine für weitere Zielgruppen herausbringen.

Edelfrosch: Ich bewundere eure Leidenschaft und wünsche euch viele loyale Leser!

Strickkunst, die verführt! Ein Gespräch mit Krishnane

Ich stricke. Der angefangene Schal schaut mich vorwurfsvoll an. Seit drei Jahren stricke ich an ihm herum, ich fluche laut, verliere Maschen. Und jetzt ist auch noch der Geduldsfaden gerissen!

Während ich diesen Text schreibe, strickt Christiane Klink vermutlich gerade an einer Brautstola. Oder an einem Kleid. Oder an einem zarten Stiefmütterchenpullover. Auf Christiane aka Krishnane bin ich vor ein paar Jahren aufmerksam geworden, als ich auf Dawanda stöberte. Dawanda ist ein Marktplatz für Kreatives, wo viele Leute Sinnloses verkaufen und manche Leute Kunst. Da ich mich gern von schönen Dingen verführen lasse, lande ich immer wieder in Krishnanes Shop. Ihre Strickkunst begeistert mich jedes Mal aufs Neue: Ich stöbere stundenlang in ihrem Shop und kann mich nicht entscheiden, welches Modell und welche Farbe ich am schönsten finde. Ich glaube, das ist mein Problem: Die Sachen sind zu schön. Ich möchte sie am liebsten alle haben.

In einem kurzen Film erzählt Krishnane, wie sie zum Stricken kam und gibt einen kleinen Einblick in ihre Arbeit. Sie hat allein über Dawanda mehr als 2400 Produkte verkauft – darunter selbstgeschriebene Strickanleitungen für Leute, die ambitionierter stricken als ich. (Lasst euch nicht täuschen. Ich stricke gut! Aber nur Texte…)

Ich bin begeistert, und ich bin neugierig. Erstens: Wie um Himmels Willen macht sie das? Kann sie zaubern?! Zweitens: Wie in aller Welt kann sie eine Stola für 200 Euro verkaufen, an der sie 50 Stunden strickt? Drittens: Ob sie mir wohl ein kleines Interview gibt? Macht sie!

Hier lest ihr die Antworten von Krishnane:

Edelfrosch: Du strickst an einer Stola ca. 50 Stunden und verwendest sehr hochwertiges Material. 200 Euro für eine handgestrickte und gehäkelte Stola kommt mir wahnsinnig wenig vor. Wie kommst du mit deinen Preisen hin? Oder zahlen die Kunden einfach nicht mehr?

Krishnane: Das Stricken mache ich nur nebenbei und gebe manche Aufträge auch in Stoßzeiten 1:1 an befreundete Strickerinnen weiter. Der Stundenlohn ist viel zu niedrig (oder man braucht viel zu lange), um die Strickerei als Lebensunterhalt zu haben. Meine Modelle werden zwar kontinuierlich teurer, weil ich zeitlich nicht so viel erledigen kann, wie an Aufträgen hereinkommt. Aber solange ich es irgendwie schaffen kann, möchte ich keine allzu hohen Preise für meine Werke aufrufen.

Edelfrosch: Entwirfst du die Muster selbst?

Krishnane: Meine wahre Leidenschaft ist es, neue Modelle zu entwerfen und bei der Herstellung und beim späteren Tragen die Feinheit meiner Garne und den Zauber der körperumspielenden, hauchzarten Gebilde zu spüren. Dabei ist viel Sinnlichkeit und Ausdruck meines Innersten im Spiel. Ich setze die Modelle dann in sorgfältig ausgearbeitete PDF-Anleitungen um und biete sie auf Ravelry und bei DaWanda zum Verkauf an. Auf Wunsch kann man dann auch das Garn über mich beziehen. Dieser Zweig meiner Kreativität trägt mittlerweile sehr schöne Früchte und ist  für mich – auch durch die große Begeisterung meiner Kundinnen – ein wahrer Quell der Inspiration geworden. Ich habe eigentlich viel mehr Ideen im Kopf als ich umsetzen kann. Und der große Zuspruch von außen beflügelt meine Sinne umso mehr. Oft kombiniere ich traditionelle Muster mit Eigenentwürfen, manchmal entsteht gerade im Zusammenspiel zwischen Strickmuster und Häkelspitze ein ganz neues optisch verführerisches Bild.

Edelfrosch: Ich bin schwer beeindruckt…

Krishnane: WAS ich mache, ist an sich nichts Besonderes. Ich denke, das WIE macht den Zauber aus. Gerade das wunderbar seidig glänzende und weiche Material, die bis ins winzigste Detail mit Liebe ausgearbeitete Handarbeit, die werden später beim Tragen sichtbar und fühlbar.

Edelfrosch: Wo strickst du?

Krishnane: Stricken und Häkeln kann man eigentlich immer und überall. So habe ich meistens ein aktuelles Modell dabei und in Arbeit. Ob unterwegs oder daheim.

Edelfrosch: Dein Bestseller ist das Stolamodell Victoria. Wie trägt man so eine Stola?

Krishnane: Ich habe immer eine Lieblings-Stola dabei. Zur Hälfte gefaltet als Schal, als Tuch um ein schulterfreies Kleid im Sommer, als seitlich gebundener Rock am Badesee oder am Strand. Als Kopftuch bei starkem Wind oder Regen..  so ein Tuch wird zu einem Begleiter in allen Lebenslagen – es beschützt, wärmt, verleiht einen Hauch von zarter Weiblichkeit und Eleganz.. alles, was sich eine moderne Elfe so wünscht!

Edelfrosch: Du strickst auch Pullover und Kleider, hast aber vergleichsweise wenige davon in deinem Shop. Hat das einen bestimmten Grund?

Krishnane: Konfektion zu stricken, wie Kleider und Pullis, ist zwar auch schön, trifft aber im Gegensatz zu den Stolen kaum auf Resonanz. Da meine Kundinnen im Internet sind, kann ich auch nicht Maß an ihnen nehmen. Eine Anleitung für die verschiedensten Größen zu schreiben, ist nicht einfach. So ist diese Produktsparte bisher eher wenig belebt in meinem Shop. Und da die Designs der Tücher so begeistert angenommen werden und allseits größenkompatibel sind, bin ich gedanklich in einem natürlichen Prozess auf das Entwerfen und Umsetzen immer neuer, zarter Elfenumhänge fokussiert. Und bis jetzt fühlt es sich ganz genau richtig so an.

Edelfrosch: Liebe Krishnane, deine Strickkunst verzaubert! Ich wünsche ihr viele Verehrer.

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