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Die Geschichte von MARRYJim

Kennt ihr Rebecca Bloomwood? Sie wohnt mit ihrem Verlobten Luke in NYC und weiß nicht genau, wo ihr der Kopf steht. Ihr Nachbar Danny ist ein begnadeter (jedoch unbekannter) Designer und will unbedingt ihr Hochzeitskleid schneidern. Aber Rebecca träumt fünfspurig und probiert ca. 330 Kleider der bekanntesten internationalen Modedesigner an. Am liebsten möchte sie gleich alle Kleider kaufen. Ja, Rebecca ist ein bisschen verrückt – und hochgradig liebenswert. Bei der Lektüre von Hochzeit zu verschenken von Sophie Kinsella habe ich Tränen gelacht, wie hier das Model von Gudnitz Couture!

Rebecca Bloomwood würde MARRYJim lieben! MARRYJim ist eine Plattform für Hochzeitskleider, auf der bekannte und weniger bekannte Designer ihre Kollektionen anbieten können. Und auch Frischvermählte können hier ihre Robe weiterverkaufen. Die Idee ist so genial wie einfach, und die Plattform lädt nicht nur fiebernde Bräute zum Stöbern und Träumen ein. Was mir an MARRYJim besonders gut gefällt, sind die liebevoll gestalteten Features, z.B. die Maps-Anzeige mit Kleidervorschau. Auch den Bereich Kleid-Expertise finde ich überaus hilfreich. Hier erfährt man etwas über die Geschichte des Brautkleids, lernt was über Größen und nicht zuletzt finden hier köstliche Birnen, knuddelige Säulen und süße Standuhren die perfekte Kleidform. Ich habe die drei Damen von MARRYJim zu einem Pläuschchen eingeladen, denn mich interessierte, wie die Geschäftsidee entstanden ist. Wie so häufig, entstand auch diese Idee aus der Not. Aber lest selbst!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jede Braut ein anderer Typ… und ich meine damit auch Jim! Designer: Soeur Coeur (1), Susanne Werth (2,3)

Edelfrosch: Wer steckt hinter Marry Jim? Wer übernimmt bei euch welche Aufgaben?

MARRYJim: Zunächst einmal stellen wir natürlich Jim vor. Er ist der fiktive Mann, der auf der Seite kein Gesicht zeigt und nur durch die Melone symbolisiert wird. Jim steht stellvertretend für die Männer der Bräute. Er übernimmt nicht ganz so viele Aufgaben, kommt aber ab und zu Wort z.B. bei der Kleid-Bewertung „Jim möchte die Braut JETZT küssen!“ oder „Jim sagt, das ist nicht die Hochzeit Deiner Mutter.“
Hinter MARRYJim stehen ansonsten drei junge Frauen: Ulrike Adler Stevens, Andrea Gadesmann und Nina Dautzenberg. Ulrike wohnt in New York, Andrea und Nina leben in Zürich und Berlin. Uns vereint vor allem eines: die Liebe zum Besonderen, vor allem in Bezug auf Design, Fashion, Kunst und innovative Ideen. Und natürlich der Glaube an den richtigen „Jim“ für jede Frau.
In der Entwicklungsphase von MARRYJim konzentrierten sich Andrea und Nina auf die Bereiche Usability und Design. Ulrike Adler verfasste die Texte der Website und beschäftigte sich mit Themen wie SEO, Payment Systeme und Rechtsfragen. Das Konzept ist kontinuierlich gemeinsam diskutiert worden.
Seit dem Webauftritt von MARRYJim sind die Aufgaben weit verteilt. Man pendelt zwischen der Betreuung der Designer, Pressearbeit, Social Media, Administration und Kundenservice.

Edelfrosch: Wie ist die Idee entstanden, eine Plattform für Hochzeitskleider zu gründen? Sprich: Wie ist die Geschichte von MARRYJim?

MARRYJim: Ulli war es, die den Anstoß zu dieser Geschäftsidee gab. 2009 begab sie sich auf die Suche nach ihrem Traum-Brautkleid in Deutschland und auch in Amerika, was sich jedoch als eher schwierig erwies. Nach einer langen Tour durch die Brautläden von NYC fand sie letztendlich ihren Traum, wurde jedoch so unfreundlich behandelt, dass es ihr jegliche Freude nahm. Enttäuscht fing sie an, im Internet nach dem Kleid zu suchen und landete auf Anzeigenseiten für Gebrauchtkleider. Sie stieß tatsächlich auf dasselbe Modell in genau ihren Maßen. Doch es waren nicht nur die Maße, die perfekt passten: das Kleid war tadellos gereinigt, es kostete nur ¼ des Ladenpreises, konnte vor Ort anprobiert werden und hatte eine persönliche Geschichte. Die ehemalige Braut war schwanger und gab das Glück gleich an Ulli weiter. Schon während der Suche nach dem Kleid hatte sie mit dem Gedanken gespielt, eine Seite zum Entdecken spannender Kollektionen von kleineren Designerlabels und Angeboten von Privatpersonen zu launchen. Sie hätte nie gedacht, den möglichen Erfolg des Konzeptes an sich selbst zu erproben.

Auf der Suche nach originellen Grafikdesignern für die Umsetzung der Geschäftsidee, stieß Ulli aufgrund einer Empfehlung auf Andrea und Nina. Beide hatten wiederum gerade zusammengesessen und ebenfalls über eine neue Idee – eine Plattform mit außergewöhnlichen Hochzeitseinladungskarten – nachgedacht. Bereits im zweiten Telefonat wurde entschieden, gemeinsam die vielen Einfälle umzusetzen. Lustigerweise kommen wir alle drei aus Königstein im Taunus, bei Frankfurt, waren sogar auf der gleichen Schule, in zwei unterschiedlichen Jahrgängen.

Edelfrosch: Seid ihr gleich mit der Idee rausgerückt, ober habt ihr sie lange gehütet und im Stillen vorbereitet?

MARRYJIM: Wir haben relativ offen mit Freunden über das Thema gesprochen. Man kann die Begeisterung ja nur schwer unterdrücken und nur zu dritt bei Skype Freudensprünge zu machen, ist auch ein wenig langweilig. Bei der Ansprache und Suche nach Programmieren waren wir hingegen vorsichtiger, da diese ja in der Startup-Szene vernetzt sind. Allerdings waren Teile unserer Idee ja auch nicht ganz neu, es gab schon Second Hand Plattformen für Brautkleider, allerdings sind diese im europäischen Markt optisch wenig ansprechend. Im amerikanischen Markt sind die Seiten zwar etwas interessanter gestaltet, aber überfordern den User durch Banner Überflutung.

Was es bisher wirklich noch nicht gab, war eine reinen Brautkleid-Plattform, die all die kleineren jungen aber auch etablierten Labels vorstellt. Eine Seite weg vom Mainstream, mit viel Liebe zum Detail. Unser ganzer Stolz ist das Kleiderlexikon, das detaillierte Beschreibungen rund um die Themen Farbe, Stoffe, Schnitte, Kleidlänge, Schleppe etc. enthält. Liebevoll gestaltete Illustrationen veranschaulichen die Erklärungen.

Ob die Designer die Seite annehmen würden, konnten wir gar nicht abschätzen. Wir waren über all die Zusagen zu Beginn total überrascht; den Erfolg bei den Designern hatten wir erhofft, aber nicht so erwartet. Bei der Wahl der Designer spielen viele Aspekte eine Rolle. Was uns sehr am Herzen liegt, ist die Präsentation umfangreicher Stile: von traumhaft schlichten Roben über verrückte Kreationen (z.B. aus Blüten oder Papier) bis hin zu märchenhaften Romantikkleidern. Wir achten sehr darauf, eine hochwertige Vielfalt an Designern vorzustellen.

Edelfrosch: Gibt es Leute, die euch Steine in den Weg legen? Oder Kritiker, die sagen, das kann nicht funktionieren?

MARRYJim: Über große Steine sind wir bisher noch nicht gestolpert, wenn dann über kleine Kieselchen, allerdings hat die Programmierung vieeel länger gedauert, als gedacht. Kritiker? Wir verdienen ja nichts am Verkauf eines Kleides, sondern nehmen Listungsgebühren. Hier hören wir immer mal wieder von „Zahlenmenschen“, dass diese zu niedrig angesetzt seien. Uns ist wohl bewusst, dass es zahlreicher privater Kleider und Designer bedarf, um die nötigen Umsätze zu erzielen. Insbesondere bei den Designern haben wir uns aber ganz bewusst für dieses Preismodell entschieden, da es eine Herzensangelegenheit und die Idee hinter MARRYJim ist, insbesondere auch jüngere Labels zu präsentieren.

Edelfrosch: Was habt ihr mit Marry Jim vor? Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

MARRYJim: Die Liste der Verbesserungen und Erweiterungen für den ersten Relaunch und die Liste der Ideen, die wir alle noch umsetzen möchten ist sooo lang. Wir sprudeln ständig, müssen aber realistisch bleiben. Jetzt geht es erst einmal darum, die MARRYJim wirklich als DIE Plattform für die Recherche nach und den Verkauf von Hochzeitskleidern bekannt zu machen.

Die letzten drei Monate haben wir uns stark auf den deutschsprachigen Raum konzentriert. Als nächstes steht aber schon die Expansion in die größten Märkte für Hochzeiten, UK und USA, an, die erste Kooperation ist eingegangen.

Unser nächstes neues Produktfeature für unsere Bräute können wir allerdings schon verraten: Thema Co-Shopping/Browsing! Die Zeiten, in denen man alleine vor dem Laptop saß sind vorbei. In Zeiten von Social Media möchte man gemeinsam in die Shoppingwelt eintauchen. Lasst Euch Ende des Jahres überraschen.

Edelfrosch: Was sind eure ultimativen 3 Tipps, um das perfekte Hochzeitskleid zu finden?

MARRYJim: Eine wichtige Regel ist sicherlich, sich über sein Budget vorher Gedanken zu machen, bevor man die ersten Kleider anprobiert. So wird die Suche nach dem Traumkleid so viel mehr Spaß machen! Wenn man sich dennoch in ein zu teures Kleid verliebt, ja, das passiert, bietet man es am besten schon vor der Hochzeit auf MARRYJim an.

Weiterhin ist es sicherlich ein guter Rat, mit nicht zu vielen Personen zur Anprobe zu gehen, da jeder eine Meinung hat und die wirklich relevante ist die der Braut!

Am wichtigsten ist es vielleicht, ein Kleid auszuwählen, das wirklich dem eigenen Stil entspricht. In dem Moment, wo man sich verkleidet bzw. verstellt, ist die Wahrscheinlichkeit, später unglücklich zu sein, groß.

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von MARRYJim: 1. Bild, Portrait: Gudnitz Couture (Danny Gudnitz), 2. Bild Soeur Coeur (Daniela Reske), 3. und 4. Bild: Susanne Werth (Anja Boxhammer, 4.)

Klönschnack mit Fashion-Fotografin Lena Jürgensen

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt nur wenige Fotografen, von denen ich mich gern fotografieren lasse. Eine Fotografin, die mich sehr begeistert, ist Lena Jürgensen, mit der ich die Schulbank gedrückt habe, und die heute als Fashion-Fotografin ihr Geld verdient. Von ihr würde ich mich gerne fotografieren lassen, vielleicht in einem inszenierten Märchenwald oder einer verwunschenen Burgruine. Was mich an Lenas Fotografie begeistert, ist ihr Blick auf die Dinge: Für sie sind schlaksige, vielleicht sogar verdrehte Bewegungen kein Makel, sie fängt in all der Inszenierung Momente der Spontanität ein. Eine feine Auswahl ihrer Bilder könnt ihr hier bewundern: http://lenajuergensen.de/

Edelfrosch: Gibt es Fotoblogs oder andere Blogs, die du gern liest bzw. die dich inspirieren?

Lena Jürgensen: Ich schaue mir gerne den Streetstyle- Blog The Satorialist an, mittlerweile ein Klassiker. Meine Inspirationen hole ich jedoch aus Erlebtem und meinen Beobachtungen.

Edelfrosch: Deine Bilder wirken meist inszeniert. Woher nimmst du deine ungewöhnlichen Ideen?

Lena Jürgensen: Ich liebe die Inszenierung, es ist für mich die beste Art, meinen Gedanken und Gefühlen auf gestalterische Art und Weise Ausdruck zu verleihen. Es ist Kommunikation. Die Bildideen sind  plötzlich da, ohne dass ich genau sagen kann, woher sie kommen. Es sind Gedanken, Erfahrungen, Gefühle, die sich zu einem Konglomerat zusammen fügen. Es sind oftmals auch alltägliche Situationen auf der Straße, die mir die Möglichkeit bieten, daraus eine Bildidee zu entwickeln.

 

 

 

 

 

 

Edelfrosch: Weißt du vorher, wie das Bild werden soll?

Lena Jürgensen: Ich mache mir im Vorfeld stets Notizen zum Bildthema, zum Bildaufbau und zur Lichttechnik. Dadurch habe ich vorher auch in Absprache mit dem Team eine Vorstellung davon, wie das Bildergebnis werden soll. Während des Shootings kommen dann neue Ideen und Einflüsse von mir, dem Model und dem Team hinzu. Ich denke, für ein gelungenes Bild ist es sehr wichtig, sich am Set trotz wenig Zeit genau diese Spontanität zu erhalten. Erst dadurch entstehen oft die intimen Momente und Bilder, die auch den Betrachter berühren können.

Edelfrosch: Was war dein bisher spannendster Auftrag?

Lena Jürgensen: Das war ein redaktionelles Shooting für das Magazin Blonde. Ich hatte mir 10 Tage zuvor den Fuß gebrochen. Mit Stützen, Rollstuhl und Gehwagen eingedeckt, war ich froh, auch in dieser Situation zu merken: „Es geht!“ Die Selbsterfahrung war hier die größte Spannung.

Edelfrosch: Sehen wir mit den Augen? Und was findest du schön?

Lena Jürgensen: Pragmatisch betrachtet sehen wir mit den Augen. Ich schätze meine Augen sehr. Sie ermöglichen mir, meine liebste Tätigkeit ausüben zu können. Ich würde sagen: „Ich fühle auch mit den Augen“. Um Bilder zu machen, die den Betrachter berühren, bedarf es noch mehr als ein gutes Auge. Das Gespür für die Situation, in der das Bild entsteht, ist ebenso wichtig. Ein inszeniertes Bild kann nicht intim werden, wenn die Energie am Set nicht stimmt. Mir ist es wichtig, dass sich das Model wohl fühlt. Ich erpresse keine Emotionen der Models, wir entwickeln sie gemeinsam, und am Ende ist die Emotion auf dem Foto ein Geschenk.

Edelfrosch: Was würdest du gern mal fotografieren?

Lena Jürgensen: Ich würde gerne Stella Tennant fotografieren. Sie ist mein Lieblingsmodel. Und ich würde gern einmal in der Wüste shooten.

Edelfrosch: Die Models haben auf deinen Fotos oft ungewöhnliche, fast schon tänzerische Posen. Wie entwickelst du sie?

Lena Jürgensen: Ich habe eine Vorliebe für Posen, die einfach SEIN dürfen: seltsam, befreiend, wohltuend, sinnlich, ausladend, verrenkt, schön/ unschön, stark und auch ironisch …Das Tänzerische als Ausdruck des Inneren. Diese Posen entstehen am Set in Zusammenarbeit mit dem Model. Ich mache auch gern mal eine Pose vor, das kann durchaus effektiv sein. Es funktioniert nur dann, wenn sich das Model auf das Thema einlassen möchte und sich hingeben kann.

Ich liebe die Schönheit im Seltsamen.

Edelfrosch: Danke Lena, für deine starken Bilder und Antworten!

 

Starke Stücke zum Schwachwerden!

Die Kunst starker Frauen ist, im richtigen Moment schwach zu werden. Jetzt zum Beispiel. Bei der Kollektion Petit Fours von Gallas Jewels Berlin!

Zieräpfel go Wedding

Große Brüste sind ein Hingucker, das wird niemand abstreiten. Aber nicht jede Frau hat viel Holz vor der Hütte. Umso schöner ist es, wenn Frauen mit kleinen Brüsten in ihrem Hochzeitskleid umwerfend aussehen und alle Blicke auf sich ziehen. Dieses fantastische Kleid hier habe ich bei BHLDN entdeckt, einem Shop mit Geschäften in Chicago und Houston, der neben Hochzeitskleidern auch tolle Outfits für Gäste und Brautjungfern und nette Dekoartikel wie Petits Four Plates verkauft. Viel Spaß beim Stöbern!

Vielen Dank an die Jagentin, über deren Hochzeitsblog ich auf den Shop aufmerksam geworden bin!

Blank & Selig = Glück

Blank & Selig, das ist ein junges Label aus München, in das ich mich kürzlich verliebt habe. Als ich neulich eine Bluse suchte (OMG, hat mich jemals jemand in einer Bluse gesehen?!), stieß ich zufällig auf das Label und war restlos begeistert. Nach einer kurzen Bildrecherche wusste ich: in Zimmer No. 7 fühle ich mich zu Hause! Dicke Tweedmäntel, weite Marlenehosen, verspielte Kleider und Pullis…

Beim Blick auf das Label dachte ich: Oje, das wird teuer! Blank und selig = ich gebe mein ganzes Geld aus und werde dafür glücklich. Glücklicherweise war das eine Fehlinterpretation! Der Name setzt sich aus den Namen der Designerinnen Katrin Selbach und Vanessa Blanc zusammen. Auf ihrer Seite schreiben sie: „The translation of Blank & Selig means pure, shiny and happy“. Ich hatte nach dem Blusenkauf noch Geld für ein Eis mit Sahne und Streuseln!

Glücklich macht die Bluse übrigens sehr. Ich finde, das kann man sehen.

Nachtrag: Nachdem ich ein paar Tage versucht habe, die Damen für ein kleines Interview zu kontaktieren, hatte ich eben jemanden am Telefon, der mir sagte, dass es das Label nicht mehr gibt. Ich muss sagen, das haut mich um. Da findest du die Mode deines Lebens und schon ist sie wieder weg. :(

sisterMAGAZINE im Gespräch mit Edelfrosch

Als ich klein war, wollte ich immer eine Schwester haben, die Katinka heißen sollte. Oder mindestens Kati. Am liebsten sollte sie mein Zwilling sein. Und ich wollte mit ihr einen Hühnerstall bauen und Pferde stehlen. Tja, was Kinder sich eben so wünschen…

Vor ein paar Monaten ist mir dann das sisterMAGAZINE  über den Weg gelaufen. Ein Magazin für Schwestern? Nein, ein Journal von zwei Schwestern für die „digitale Dame“ von Welt. Wow, dachte ich. Die machen das, was ich auch machen wollte: mit meiner Schwester was Tolles auf die Beine stellen.

Die erste Ausgabe des sisterMAGs ist im Februar 2012 erschienen, und die Themen reichen von Karriere, Technologie, Zukunftstrends über Mode, Lifestyle, Reisen, Partys bis hin zu DIY. Ein Thema, das ich mir im sisterMAG noch verstärkt wünsche, ist Wirtschaft: spannende Geschichten über Unternehmerinnen und Role Models zum Beispiel. Wer weiß, vielleicht kommt das ja irgendwann als eigene Rubrik. Besonders ansprechend an dem digitalen Magazin finde ich das Design und die Aufmachung insgesamt. Man merkt ganz schnell: Hier schreiben Autorinnen, die direkt an den Themen dran sind – Puls der Zeit, wie man so schön sagt. Ein Heft zum Blättern und Festlesen, ein Heft, das eine gehörige Portion Charme versprüht und mit Ideen nicht geizt. Ein Heft, das inspiriert und mit seinen kreativen Ideen zum Nachmachen animiert.

Wir ihr wisst, interessieren mich die Geschichten hinter den Dingen. Ein Blick hinter die Kulisse reicht mir nicht, und deshalb habe ich Toni und Thea direkt angeschrieben. Sie haben sich die Zeit genommen und meine dringendesten Fragen beantwortet!

Edelfrosch: Wie ist die Idee geboren, ein eigenes Magazin zu machen?

sisterMAG: Bei uns zuhause haben sich schon immer die Zeitungen und Magazine gestapelt – von Wohnzeitschriften bis hin zu Politikmagazinen. Natürlich haben wir dann auch interessiert die Entwicklungen im entstehenden Onlinemagazin-Segment in den USA beobachtet. Lobby, Rue oder auch Matchbook haben uns begeistert.

Den Anstoß fürs sisterMAG gaben im letzten Jahr dann zwei Ereignisse. Erstens suchte Thea ein interessantes Diplomarbeitsthema, parallel besuchte ich eine Konferenz, auf der das erste digitale Frauenmagazin Deutschlands vorgestellt wurde – eine große Enttäuschung mit Blick auf Technik und Inhalte. So kam eins zum anderen und wir entschieden am Ende, dass wir einfach versuchen, unser eigenes Magazin zu starten.

Edelfrosch: Wie hat euer Umfeld reagiert? Hat man euch für verrückt erklärt? Bewundert? Beneidet?

sisterMAG: Wir haben das Glück, aus einer Familie zu stammen, die schon immer neue, andere Wege gegangen sind. Daher war die Reaktion positiv – natürlich mit kritisch-inhaltlichen Fragen durchmischt. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist es außerdem im Moment sehr üblich zu gründen, da wir uns alle in der sehr aktiven Berliner Gründerszene bewegen. Da hat man sich eher verrückt gefühlt, weil man noch nichts gemacht hat :D

Edelfrosch: Gibt es Leute, die euch Steine in den Weg legen? Wie geht ihr damit um?

sisterMAG: Nein, es gibt eigentlich keine Leute, die uns speziell Steine in den Weg legen. Schwierigkeiten betreffen eher Themen, die man immer hat, wenn man gründet: Wie setze ich meine sehr knappen finanziellen Ressourcen am besten ein, wie sorge ich dafür, dass ich mich nicht zu sehr selbst ausbeute, wie finde ich zuverlässige Helfer. Bei all dem hilft es, viel zu evaluieren, früh Prozesse einzuführen und sich selbst Pausen zu setzen.

Edelfrosch: Wer hat euch unterstützt? Und wie?

sisterMAG: Unterstützung erfahren wir ganz vielfältig. Ganz oben steht natürlich unsere Familie. Deren Hilfe reicht von Inhaltlicher (unsere Mutter ist für viele der Modestrecken verantwortlich und sie näht auch einen Teil der Sachen) über finanzieller bis hin zu moralischer Unterstützung, wenn es mal wieder zu viel zu werden scheint.

Dann gibt es so viele alte und neue Freunde, dass ich hier mit Absicht keine Namen nennen werde, da ich nur jemanden vergessen kann. Diese schreiben / fotografieren / übersetzen für uns, halten die Ohren offen für interessante Themen, stellen sich als Model zur Verfügung, helfen bei technischen Themen, erzählen über uns, so dass unsere Bekanntheit wächst, stellen uns spannenden Kontakten vor und und und. Durch sisterMAG haben wir auch schon so viele tolle neue Leute kennengelernt, die zum Teil richtig gute Freunde geworden sind.

Edelfrosch: Welchen Traum habt ihr für euer Magazin?

sisterMAG: Wir wünschen uns, dass unsere Leser das Konzept und die Inhalte dauerhaft mögen und dass wir das sisterMAG längerfristig erfolgreich betreiben können. Wenn das gelingt, würden wir gern noch weitere Online-Magazine für weitere Zielgruppen herausbringen.

Edelfrosch: Ich bewundere eure Leidenschaft und wünsche euch viele loyale Leser!

Aufgestöbert: Modische Fundstücke

Es gibt ja Frauen, die gern mal Fehlkäufe machen. Ich zähle leider dazu, und ich weiß, wie unbefriedigend es ist, wenn der Geldbeutel erleichtert wurde und die Sachen im Schrank vor sich hinschmollen, weil niemand sie anzieht. Nun, ich habe dazugelernt und mache modische Experimente nur noch mit Sachen vom Flohmarkt oder aus dem Secondhand-Laden. Diese Schuhe sind auch ein Experiment, ich hatte noch nie im Leben Peep-Toes. Sie haben die erste Prüfung mit Bravur bestanden, sie sind superbequem und ich kann damit sogar Fußball spielen. Hallo?! Ich liebe sie abgöttisch. Und nun ratet mal, wie viel ich für diese ungetragenen (!) Lederschuhe hingelegt habe? Acht ganze Euro. Weil eine Frau einen Fehlkauf gemacht hat. Tja, Glück gehabt!

Traumkleid

Eben beim Spaziergang durch Eimsbüttel gefunden: ein Traum von Kleid! Gesehen in der Kostümwerkstatt Melanie Rosewick 1001 Kleid. Wieder ein märchenhaftes Juwel um die Ecke entdeckt!

Schanzenbaby goes Eimsbüttel

Ich bin ein Schanzenbaby! Ja wirklich, denn meine ersten Lebensjahre habe ich in der Schanze gewohnt. Es gibt über diese Zeit sogar ein Buch (in dem ich praktisch nicht vorkomme, theoretisch aber schon). Im Abendblatt habe ich ein paar Fotos gefunden, hach! Schanze, du warst so anders hässlich als heute.

Aber: Die Vergangenheit tanzt im Staub der Zeit. Und so lasse ich die Schanze Schanze sein und gucke mal rüber ins schöne Eimsbüttel, wo ich tatsächlich dann groß und größer geworden bin und auch heute wieder wohne. Mein Dorf ist schon immer die Osterstraße. In den 80er und 90er Jahren war das so mit der Osterstraße: Man ging stadtauswärts maximal bis zu Karstadt, und über die Kreuzung wirklich nur, wenn man Schuhe brauchte. Oder wenn man in den politischen Buchladen wollte, was man als Kind aber nicht wollte. Auf der Schuhladenseite der Kreuzung gab es eine Polsterei für Omis, einen muffigen Antikladen und noch andere Läden, die wenig reizvoll waren. Irgendwann gab es einen Wandel, und heute geht man stadteinwärts maximal bis zu Karstadt. Über die Kreuzung nur, wenn man Biofleisch kaufen will. Naja, und Blumen bei Jutta Burmester.

Die Osterstraße mausert sich in den letzten Jahren zu einer richtig netten Meile. Ja, ich finde die Osterstraße richtig gut und wünsche mir sehr, dass sie zum Shared Space wird! Es gibt da so Gerüchte im Dorf…

Einige Hach-Highlights auf der Osterstraße (stadteinwärts): Die kleine Konditorei ist die absolute In-Konditorei in Eimsbüttel, die Leute stehen für frische Brötchen und leckeren Kuchen ewig und drei Stunden an. Als gegenüber leichtsinnigerweise ein  Bäcker aufmachte, dessen einziger USP die Raucherecke war, haben sich alle an den Kopf gefasst. Er hatte nicht einmal Brezeln! War auch schnell wieder weg, der Bäcker… Mein Favorit aus der kleinen Konditorei: die Walnuss-Honig-Schnecke. Göttlich! Ein paar Schritte weiter und man stolpert ins Eimsbüttler Teekontor, in dem es über 250 Teesorten gibt. Sehr beeindruckend finde ich, wie mehrere hundert Teedosen bis unter die Decke gestapelt sind. Der Verkaufsraum ist winzig. Im Teekontor gibt’s auch fantastische Teeservice, ich denke da u.a. an Zero Japan.

Noch ein paar Schritte weiter kommt das Kongehus, ich sage es mal in den Worten des Königshauses: Monarchie im Viertel. Das Kongehus ist ein Mädchenladen, hier verliebt man sich rasant schnell in Kleider, Deko, Möbel, eben alles was schön und einer Prinzessin würdig ist. Sehr hoher Hach-Faktor! Meine liebsten Lieblingspumps stammen aus dem Kongehus, große Liebe! Und Tüdelbänder für Edelfrosch gibt’s hier auch.

Weiter geht’s die Straße runter und schon stehen wir vor dem Ploy Thai, bei dem das Essen besonders lecker und auch recht günstig ist. Wer Ingwer mag: die 75! Einmal über die Straße rüber befindet sich der Buchladen Osterstraße, der politische Buchladen aus meiner Kindheit – in einer etwas anderen Aufmachung. Ich liebe die themenbezogenen Schaufenster und die gute Beratung, die ich hier bekomme. Und die Kinder lieben die Spielecke und die Leiter.

Suche ich Nippes, Geschenke und ungewöhnliche Kerzen, gehe ich ins herrlich, wo ich immer fündig werde. Brauche ich Blumen, laufe ich rüber zur Straußbar, einem relativ neuen Blumengeschäft mit hochkreativen Arrangements. Faszinierend, was neben ollen Sträußen alles möglich ist. Ich würde allzugern mal einen Workshop in der Straußbar machen. Weiter geht’s die Straße runter, bis zu Eschenbach Living, wieder einem Mädchenladen mit lustigen Fliegenpilze, Siebdrucktüchern, Handschmeichlern, Kerzen, Keramik, you name it. Im Herbst wird hier hoffentlich mein Märchen-Adventskalender im Schaufenster hängen. Nach Eschenbach Living kommt noch der Laden Concept Leger, in dem es Noa Noa und andere schöne Sachen gibt.

Und weiter gehe ich dann auch nicht, weil ich um die Ecke muss, da ist der Schuhladen meines Vertrauens. ;)