Kategorie - Fairy-tales


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Weltpremiere von THE SHADOW: Chilly Gonzales, Adam Traynor & Herr von Eden

Märchen, Musik & Mode – ein starkes Trio, das Adam Traynor, Chilly Gonzales und Herr von Eden da mit THE SHADOW auf die Bühne gebracht haben! Hier ist mein persönlicher Eindruck von der Weltpremiere, die am 6. August in Hamburg auf Kampnagel stattfand.

(Kurz vorweg: Der Schatten ist ein düsteres Märchen aus Hans Christian Andersens Feder und handelt von einem Schriftsteller, dessen Schatten sich selbstständig macht und das Böse im Menschen herauskehrt. Er macht sich selbst zum Herrn über den Schriftsteller und lässt diesen einsperren. Das Märchen könnt ihr hier nachlesen. Und jetzt zurück zu THE SHADOW…)

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Chilly Gonzales und das Kaiser Quartett stellen mit THE SHADOW ihre Qualitäten als Stummfilmmusiker unter Beweis. Denn THE SHADOW ist eine Verschmelzung von Stummfilm, Schauspiel und Musical (ohne Gesang, mit Tanz). Die Musiker verschwinden hinter Säulen buchstäblich im Hintergrund und verstärken die Emotionen auf der Bühne durch ihr bekannt harmonisches und dynamisches Spiel. Geradezu tragikomisch wirkt die Szene, als der Schriftsteller feststellt, dass er keinen Schatten mehr hat – und er zu schwungvoller Musik hinter einer Leinwand ausflippt. Man will lachen, weil die Musik heiter ist. Und man will weinen, weil man weiß, dass das Böse nun seinen Lauf nimmt…

Beeindruckend ist aber nicht nur die Musik, die mit den Gefühlen des Publikums spielt und es auf der Spitze der Konzentration hält, beeindruckend ist auch, wie auf der Bühne eine Schattenwelt entsteht und mit welchen Mitteln die Zuschauer in diese Welt hineingezogen werden. Ich weiß jetzt (und verrate natürlich nicht), wie aus einer Geige ein menschlicher Schatten wird. Und wie sich abstrakte Begriffe wie „Muse“ und „Inspiration“ auf der Bühne verkörpern lassen. Tragisch ist der Moment, in dem die Feder des Schriftsteller zum ersten Mal von seinem Schatten geführt wird. Noch tragischer, als Feder und Inspiration den Schriftsteller verlassen… Man möchte schon wieder weinen und hofft insgeheim, dass das Ende des Märchens für THE SHADOW geändert wurde und der Mann seinen Schatten besiegen wird.

Filmemacher Traynor und Modeschöpfer Herr von Eden haben mit dem Bühnenbild und den Kostümen eine Schwarz-Weiß-Welt mit ein paar Farbeffekten kreiert. Begeistert hat mich das simple Spiel der farblichen Gegensätze in den Kostümen, die eindeutig die Handschrift des Hamburger Modekünstlers tragen. Fasziniert hat mich auch, mit welchen gestalterischen Mitteln das wahre Gesicht der Menschen herausgekehrt wird: Durch die Augen der Prinzessin, in die sich der Schriftsteller und sein Schatten verlieben, sieht das Publikum mithilfe eines Fotoapparats, wie die Menschen wirklich sind. Für das wahre Gesicht des Schattens ist die Prinzessin jedoch blind! Dass sie sich in einen verlogenen Schatten verliebt, tut weh. Dass er sie mit einem schwarzen Schleier zu seiner Schattenbraut macht, schmerzt. Und so endet das Stück düster wie das Märchen von Hans Christian Andersen.

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Aus der Märchenperspektive betrachtet, fand ich sehr gelungen, wie das typische Märchenelement des Zitats in THE SHADOW eingesetzt wurde. In vielen Märchen sind wiederkehrende Bilder (häufig wörtliche Zitate) zu finden. Märchenprädikat: wertvoll! Wer die Gelegenheit hat, das Stück zu sehen, dem kann ich es nur ans Herz legen. Aber bereitet euch vor, lest das Märchen und lasst eure Kinder zu Hause. Denn für Kinder ist THE SHADOW nichts. Wohl aber für Erwachsene, die sich von Musik und Bildern fesseln und vielleicht sogar überwältigen lassen können…

Edelfrosch erneut beim NDR! Diesmal mit Gila von Weitershausen und Ed Sheeran

Na gut, ich war nicht direkt mit Gila und Ed im Fernsehen. Aber doch zumindest in einer Sendung! Und zwar am 23. Juni bei DAS! Gila von Weitershausen saß auf dem roten Sofa und hat über Theater gesprochen – was das Töchterchen außerordentlich spannend fand. „Leise jetzt, sie spricht über Theater!!!“ Die Kulturbanausen der Familie haben derweil laut krachend Kräcker gegessen und auf das hier gewartet: Edelfrosch hält Märchenstunde! Ich vermute, der Link wird in ein paar Tagen nicht mehr funzen. Also guckt schnell den Beitrag an und brennt ihn in euer Gedächtnis! :o)

Von der starken Prinzessin oder dem feinen Ritter. Märchen von @das_rattenkind

Heute gibt’s den allerersten Gastbeitrag in meinem Blog! Und zwar von @das_rattenkind, einem 11-jährigen Mädchen mit enormer Fantasie. Lest, liebt und teilt ihr Märchen, in dem es um Liebe, Mut und Freundschaft geht! (Auf dem Foto ist übrigens die magische Eiche abgebildet. Ist ja klar, oder??)

MagischeEiche

Von der starken Prinzessin oder dem feinen Ritter

Es war einmal eine Prinzessin, die war 16 Jahre alt und wunderschön. Doch sie war wild und wollte unbedingt Ritter werden und einen Drachen erlegen. Ein paar Schlösser weiter lebte ein Ritter. Er mochte den Kampf und die schwere Rüstung nicht. Außerdem hatte er riesige Angst vor Drachen. Er hatte dafür gute Manieren und fand es unhygienisch, dass man mit den Fingern aß.

Nun kam es so, dass sein Vater der König (er war nämlich ein Prinz!) ihn mit auf die Jagt nahm. Als sie also durch den Wald ritten, sah der König einen Adler und schoss. Er traf ihn, doch sie sahen nicht, wo der Adler hinabstürzte, da sie sich so freuten, ihn getroffen zu haben. Der Ritter (Kasper) sollte ihn holen, aber er wollte sich nicht im dichten Wald schmutzig machen. Doch er wollte wiederum seinem Vater nicht widersprechen und ging in den Wald.

Die Prinzessin (Patritia) war mal wieder ausgebüchst und in den Wald gerannt. Auf einmal hatte man im ganzen Wald ein Fauchen gehört! Patritia war rückwärts gegangen… Kasper war auch rückwärts gegangen…sie waren aneinander gestoßen und hatte sich erschreckt. Sie fragten sich, was der andere wohl über einen dachte, wenn man ihn einfach anrempelte, also fingen sie an zu reden. Sie erzählten einander, warum sie im Wald waren, wie sie so lebten und vieles mehr. Irgendwann kamen sie auf das Thema Hochzeit… Doch Kaspers Vater kam, weil er sich wunderte, weshalb sein Sohn so lange brauchte. Weil Patritia nicht vom König entdeckt werden wollte, versteckte sie sich und flüsterte Kasper zu „Morgen an der magischen Eiche!“, und verschwand.

Kasper ging mit seinem Vater heim. Allerdings ohne den Adler. Am nächsten Morgen ging Kasper zu der magischen Eiche und wartete auf Patritia. Er wusste nicht, dass Patritia oben im Baum saß und lauerte. Kasper erschrak, als sie auf ihn zusprang. Patritia erschrak allerdings auch kurz danach, denn schon wieder hörte man ein Fauchen. Sie rannte in die Richtung des Fauchens und zog Kasper mit. Er sagte, er wolle nicht in den tiefen Wald. Doch Patritia ließ sich nicht umstimmen. Sie gingen immer tiefer in den Wald. So tief, dass es schon dunkler wurde. Kasper hatte es inzwischen aufgegeben, Patritia zu überreden, zurückzugehen. Sie hatten immer öfter ein Fauchen gehört und gingen ihm nach, bis sie an eine große Höhle kamen. Rauch quoll aus ihr hervor! Patritia war furchtbar aufgeregt, denn sie wusste, dass das nur ein Drache sein konnte. DER Drache! Er bedrohte schon jahrelang das Land und entführte Prinzessinnen, um sie schließlich zu fressen.

Kasper versteckte sich hinter einem Baum, doch Patritia nahm ihn mit in die Höhle. In der Höhle war es so heiß, dass Patritia ihre Rüstung auszog und nur noch ihr Schwert hatte. Kasper zitterte vor Angst. Als sie um eine Ecke schlichen sahen sie ihn! Einen riesigen Drachen mit scharfen Eckzähnen und einem großen Maul. Er hatte einen starken Körperbau, grüne, raue Haut und roch ziemlich übel. Patritia schlich sich vorsichtig an den Drachen ran und Kasper folge ihr. Doch plötzlich stolperte er über einen Stein und der Drache bemerkte sie. Er brüllte die beiden an und spuckte wie wild Feuer. Doch Patritia hatte keine Angst und ging auf den Drachen los. Sie kämpften und kämpften, doch auf einmal hing sie mit ihrem Fuß fest und war dem Drachen schutzlos ausgeliefert. Jetzt sprang Kasper ein! Er hatte seine Angst vergessen. Patritia atmete giftige Dämpfe ein (Der Drache hatte ihr ins Gesicht gepupst!), weshalb sie ohnmächtig wurde.

Als sie aufwachte, traute sie ihren Augen nicht. Kasper spielte mit dem Drachen. Er hatte ihn gezähmt! Als Kasper sah, dass Patritia aufgewacht war, lief er zu ihr und zeigte ihr, wie lieb der Drache jetzt war. Dann gingen – nein flogen! – sie nach Hause und erzählten dem König, was passiert war. Auch Patritias Eltern waren da. Als Kasper mit seiner Erzählung zu Ende war und alle den Drachen (Er war eine Sie und hieß Lilli.) gestreichelt hatten, wurde ein großes Fest gefeiert und Kasper fragte Patritia, ob sie ihn heiraten will. Sie sagte „Ja“, und so war das Fest gleichzeitig eine Hochzeit.

Ende!

PS.: Und mal ehrlich, ihr wünscht euch doch auch einen Drachen als Haustier, oder?!

Ein Märchen von @das_rattenkind (11 Erdenjahre)

Edelfrosch in den Eimsbüttler Nachrichten

„Wenn Eimsbüttel ein märchenhafter Ort wäre – was wäre es dann? Ein Zauberwald oder ein Schloss? Ein grüne Wiese oder rosa Wolken?“ Die Eimsbüttler Nachrichten, eine Online-Zeitung von Eimsbüttlern für Eimsbüttler, hat bei mir nachgefragt. Denn: Ich muss es ja schließlich wissen, oder?! :o)

Hier geht’s zum Artikel: Immer wieder einmalig von Mathias Frank. Ein Foto aus der Faceless-Serie wurde auch veröffentlicht. Dame mit Hut erobert Eimsbüttel! \o/

Edelfrosch ist Aussteller in der Nadelwerkstatt in Eimsbüttel

Als Hilke von den Maschenproben mich fragte, ob ich im Mai das Schaufenster der Nadelwerkstatt dekorieren würde, sprang ich erst mal aus dem Fenster. Nicht weiter dramatisch, denn ich landete  – wie immer – im Garten. Und dort suchte ich – wie immer – Inspiration. Ein Schaufenster dekorieren, ogottogott. Ich, die Textfrau? Aber ich freute mich sehr und hatte auch schnell ein paar Ideen, die ich in ein Notizbuch kritzelte. Das sah sehr lustig aus, ich will es euch lieber vorenthalten…

Nun. Heute war es dann soweit und ich rückte mit meinen vielen Dingen in der Nadelwerkstatt an. Die Kinder waren hilfsbereit und trugen Kram und Krempel, während ich das vollbepackte Fahrrad schob. Nach zwei Stunden war es dann vollbracht: Ein Schaufenster, das mir sehr entspricht – mit Märchen, Augenzwinkern, Poesie und einer Portion Liebe. Und toller Wolle von Hilke!

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Das Tuch mit den Perlen hat übrigens Hilke gemacht. Ist es nicht wundervollst?! „Mein“ Schaufenster ist den ganzen Mai in der Sillemstraße 102 zu bewundern. Also bei uns um die Ecke. Wäre doch mal ein guter Grund, sich mit mir zum Kaffee zu verabreden. ODER? :o)

Ach ja… Wie ihr auf den Bilder gesehen habt, ist der rote Hut im Mai dienstlich unterwegs. Deshalb kann die Dame mit Hut aka Faceless erst im Juni weiter fotografieren. Im Mai werde ich mich dann auf andere Dinge stürzen. Im Garten habe ich neulich so herrlich Inspiration gefunden…

Audrey Hepburn: The Quality of the Fairy Tale

„If I ever want to accentuate the importance of anything in any form of entertainment, it is the quality of the fairy tale. (…) People go to the theater and the cinema for the same reason that makes them like fairy tales – the sense of watching something that isn’t real. The fairy tale is, to my mind, the core of entertainment.“

Audrey Hepburn, quoted in How to be Lovely by Melissa Hellstern

Pärchen

Waiting in Wonderland – ein Märchen-Shooting

Inspiriert von Ella Ruths wundervoller Märchenfotografie habe ich heute früh ein Wonderland-Shooting mit Lena gemacht. Wir hatten 10 Minuten Zeit und keine Requisiten. Abgesehen von ein paar kleinen Anweisungen wie „klopf mal an die Tür“ hat Lena sich alles selbst ausgedacht. Es ist also ihre Geschichte vom Warten! :o)

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Der lachende König – eine wahre Geschichte über Spielsucht

Manchmal können Menschen ihre eigene Geschichte nicht ertragen. Zum Beispiel, weil sie sich schämen oder weil sie Angst haben, sich etwas einzugestehen. Mutmachermärchen helfen dabei, die eigene Geschichte aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. In der folgenden Geschichte geht es um einen Mann, der unter seiner Spielsucht leidet. Im Märchen verkörpert er zwei Figuren: den jungen Prinzen und den alten König. Viel Spaß beim Lesen!

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DER LACHENDE KÖNIG von Ruth Frobeen Weiterlesen

Der Fuchs und das Rebhuhn – eine Fabel zum Thema „Du bist sooo toll!“

„Du bist sooo toll!“ Hört das nicht jeder gern? Menschen sind einfach gestrickt und fühlen sich schnell geschmeichelt. Allzu oft machen sie dann Dinge, die sie sonst vielleicht nicht tun würden, z.B. sich für jemanden ein Bein rausreißen oder für ’n Appel und ’n Ei arbeiten. Was plumpe Schmeichelei für Folgen haben kann, und wie man den Kopf wieder aus der Schlinge zieht, erzählt die Fabel „Der Fuchs und das Rebhuhn“ aus der Antike. Hoffen wir mal, dass wir wenn ein Schwätzer daherkommt und uns mit Schmeicheleien überhäuft, klug genug und so schlagfertig sind wie das Rebhuhn …

Federklein

Der Fuchs und das Rebhuhn

An einem wunderschönen Frühlingstag hockte auf einer niedrigen Birke in der Heide ein Rebhuhn und träumte von einer großen Familie. Auf einmal wurde es aufgeschreckt, denn ein Fuchs stand direkt vor ihm und sprach mit butterweicher Stimme: „Welch reizendes Bild bietet mir der heutige Frühlingsmorgen. Frau Rebhuhn, Euer Gefieder strahlt im Sonnenglanz wie das kostbarste Kleid einer Prinzessin, Euer Schnabel schimmert wie Edelstein, und Euer liebliches Gesicht erinnert mich an eine Schönheit aus der Märchenwelt. Wenn Ihr schlaft, seht Ihr gewiss wie eine richtige Fee aus.“

Das Rebhuhn war berauscht von diesen süßen Schmeicheleien und schloss verzückt die Augen. Auf diesen Augenblick hatte der Fuchs gewartet, blitzschnell holte er sich seine Beute vom Ast herunter. Das war ein böses Erwachen für das eitle Huhn. Aber es war nicht dumm. Zaghaft flüsterte es: „Weiser Mann, ich bewundere Eure Klugheit, sagt mir doch, wer Ihr seid.“

Der Fuchs, der sich sehr viel auf seinen Verstand einbildete, wollte stolz seinen Namen nennen und riss den Mund weit auf. Im Nu war das Rebhuhn auf der höchsten Spitze des nächsten Baumes. „Wozu musste ich Dummkopf auch den Mund aufmachen“, brummte der Fuchs grimmig. Das Rebhuhn antwortete: „Und wozu musste ich die Augen schließen, da ich gar nicht schläfrig war.“