Blog - Geschichten & Märchen

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Die märchenhafte Welt der Ruth Frobeen!


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Das Kaiserquartett und der fliegende Klangteppich

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: Januar 25th, 2018 | 0 Kommentare

Der Abend beginnt mit einem einsamen Cello an der Bar. Oh-oh, denke ich und halte Ausschau nach Martin. Aber die Kaiser sind Backstage. Ich behalte das Cello im Auge…

Um kurz nach neun ist endlich das Theaterstück unter dem Nachtasyl zu Ende und die Show in der kleinen, gemütlichen Location über dem Thalia Theater beginnt. Vier Kaiser betreten die Bühne, in Anzügen von HvE mit farbigen Einstecktüchern. „Guck mal, Jansen passt zu meinem Kleid“, flüstere ich meiner Freundin zu. Er hat ein grünes Einstecktuch. Und dann geht es rund. Der Kaiser-Sound erklingt. Souverän und präzise, verspielt im Takt, sehr in der Gruppe, hat jeder seine Rolle und spielt sie gekonnt. Adam, der später als „der Mann mit den Nerven aus Stahl und dem Ton aus Seide“ vorgestellt wird, spielt mit einer Klangleichtigkeit, die einen wundern macht. Er schickt Töne rauf und runter, spielt mit Jansen ein paar Ping-Pong-Bälle hin und her. Sie kennen ihre musikalische Choreographie und wissen, was sie tun. Eingespielter Eigensinn, sie können sich aufeinander verlassen. Jansen an der zweiten Geige spielt nicht minder virtuos, er strahlt dabei eine konzentrierte, vergnügte Gelassenheit aus, die man sehen und hören kann. Ingmar, dem wie es scheint nichts zu schwer ist, erzählt Geschichten zu den Stücken, die er komponiert oder arrangiert hat. Das Publikum lacht. Ingmars Frau sitzt neben mir und strahlt. Und wieder dieser Kaiser-Sound, der in sich verwoben ein leichtes, wärmendes Tuch ergibt, in das ich mich einhüllen möchte. Haute Couture als Musik. Raffiniert, überraschend, die Schönheit ergibt sich aus der Bewegung des Ganzen.

Die vier Kaiser sitzen auf einer Bühne unter einem Sternenhimmel aus Glühbirnen. Dann wird der Special Guest angekündigt. Natürlich haben wir spekuliert. Kommt vielleicht Chilly? „Hast du das Klavier gesehen“, fragt meine Freundin, die Chilly von Steinway kennt. „Aber da liegt ein Lappen drauf. Und da sitzen quasi Leute drauf. Meinst du?“

Auf die Bühne springt Nico Suave und haut uns ein paar Reime um die Ohren. Beim Gedicht hat er mich dann. Nice, denke ich, und staune über den fliegenden Klangteppich, den die Kaiser ihm weben. Natürlich verzeiht man einem Mann, dass er seinen Text vergisst. Souverän steuert das Quartett durch die Stücke, und auch live mit dem Handy aufgenommene Beats werden mal eben eingebaut. Dann der Moment, wo Ingmar das Handy aus der Hand gibt. Ogott, was macht die erste Geige? Muss Adam das Gerät entsperren und kennt die PIN nicht? Leichte Panik im Raum, aber im Rückblick denke ich: clever gemacht. Der Einsatz ist auf den Punkt und alle atmen erleichtert auf. War das gespielt? Wer weiß… Es war überraschend, und das ist vielleicht das Beste, was dir bei Musik passieren kann. Nicht die Perfektion, sondern die Magie.

Und dann geht der Abend zu Ende. Es gibt einen kaiserlichen Applaus. Und noch einen. Und noch einen. Wir holen unsere Mäntel, treffen auf die Jungs und eine Frau fragt: „Wer gehört denn jetzt hier zu wem?“ Ich gucke zwischen Adam, Jansen und meiner Freundin hin und her und denke: „Müssen Männer und Frauen, die Backstage rumstehen und miteinander lachen, immer gleich zusammengehören?“ Wunderlich… Jansen rettet mich und stellt mich als Autorin vor. Aber die Frau scheint sich nur für amouröse Zusammenhänge zu interessieren, denn sie verschwindet gleich wieder.

Noch ein paar Küsschen links und rechts. „Grüß schön zu Hause.“ „Du auch.“ Und dann fliegen wir in die Nacht, auf einem Klangteppich, der noch lange nachwirkt. Für mich war das Konzert ein Highlight des Jahres. Ja, das kann ich im Januar schon sagen. Ich halte es da wie Effi Briest: Mir ist das Beste gerade gut genug. Was das angeht, überzeugen mich die Kaiser schon lange. Oder wie Nico Suave sagte: Kaiserklasse!

Mein Roman Mücken an der Wand ist da!

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: November 25th, 2017 | 0 Kommentare

Seit ein paar Tagen laufe ich täglich mit tintenverschmierten Fingern zur Post, zwischendurch lache ich erleichtert oder bin in Schockstarre, weil es endlich soweit ist: Mein Buch Mücken an der Wand ist da und Leute lesen es bereits! Uff. Ich hatte noch nicht einmal Zeit, hier im Blog etwas zu schreiben, geschweige denn eine Buchparty zu feiern (die kommt noch, das habe ich mir selbst versprochen). Aber heute will ich mir etwas Zeit nehmen, denn meine Nixe möchte Wellen schlagen und die Geschichte bei euch stranden lassen… Das Tattoo habe ich mir vor einem Monat von Thomas stechen lassen, nachdem die Geschichte längst fertig war. Es erinnert mich daran, was ich alles schaffen kann.

Ich möchte euch erzählen, wie es zu diesem Tattoo gekommen ist. Denn eigentlich habe ich immer gedacht, dass ich mich niemals tätowieren lassen würde. Ein Bild auf der Haut, für immer und ewig? Das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Doch dann entwickelte ich für meinen Roman eine Figur namens Margrét, für die ich ganz viel über Tattoos recherchieren musste. Ich tauchte also ein in die Welt der Totenköpfe, Anker und Rosen von Jericho, las noch einmal Bis ich dich finde von Irving, eine Geschichte, die mich im Wechsel faszinierte und nervte. Sprach mit tätowierten Freunden, starrte Leuten im Sommer auf Waden und Oberarme. Und ließ das alles tief sacken. Ich wollte herausfinden, warum sich Leute tätowieren lassen und begann zu überlegen: Wenn ich jemals ein Tattoo haben sollte, dann wo an meinem Körper? Ich fand relativ schnell heraus, dass nur der linke Arm in Frage kommen würde. Es war so ein Gefühl, dieses besondere, elektrisierende Tattoogefühl! Ich nenne es Tattoofieber. Mein imaginäres Tattoo wanderte von der Schulter an den Unterarm, weil ich dachte: Wer sieht schon meine Schulter?

Ich ratterte im Kopf alle möglichen Motive durch, bis ich mir sicher war: Eine Pfingstrose sollte es sein! Ein paar Wochen später hatte ich auch Thomas endlich gefunden, allerdings war aus der Pfingstrose mittlerweile eine Nixe geworden. Und das kam so: Ich surfte gerade im Internet und landete per Zufall bei einem Artikel, in dem es um das Sternzeichen Wassermann ging. Da ich Wassermann bin, las ich die ersten Zeilen, war fasziniert und las den ganzen langen Artikel. Kannte mich diese Autorin etwa? Oder woher kannte sie all diese Charaktereigenschaften, die ich habe? Mir war schnell klar: Ich brauche einen Wassermann, der mich immer daran erinnert, wer und wie ich bin. Aber Wassermänner (der Typ mit dem Krug) sind nicht besonders ästhetisch und ein Neptun auf meinem dünnen Arm wäre nicht das Richtige gewesen. Es musste ein eigener Entwurf her. Ich erzählte Thomas, was ich wollte: eine Nixe, auf keinen Fall mit Wallehaar und Muschel-BH. Und tätowiert sollte sie sein. Tja, und nun trage ich eine zauberschöne Nixe am Arm, die mich an meine Eigenschaften erinnert, und die mir hilft, Wellen zu schlagen. Für mein Buch und auch sonst.

Hat mich das Tattoo verändert? Schon ein bisschen, würde ich sagen. Noch mehr hat mich aber das Buch verändert, das ich geschrieben habe. Mücken an der Wand ist als Taschenbuch ab jetzt bei mir direkt und als E-Book auf diversen Plattformen erhältlich.

Bestellt werden kann das Buch per E-Mail an ruth.frobeen(at)email.de, in meinem Edelfrosch-Shop und natürlich bei eurem Buchhändler. Bevor ihr bestellt, noch ein kleiner Hinweis: Bestellt ihr bei mir direkt, zahle ich keine Gebühren an eine Plattform und muss keinen Rabatt an eine Buchhandlung gewähren. Bestellt ihr bei DaWanda oder im Buchladen, bleibt deutlich weniger bei mir als Autorin hängen. Natürlich verkaufe ich gerne über eure liebsten Buchläden, vor allem, wenn die gleich mehrere Exemplare bestellen. Wird jedoch nur 1 Exemplar bestellt, habe ich vor allem eins: viel Arbeit und wenig Geld (Einmal vor Augen führen: Ich übernehme die Versandkosten und gewähre einen ordentlichen Rabatt. Ich hoffe, ich verscherze es mir jetzt nicht mit den Buchläden, aber als Einzelkämpferin muss ich das sagen dürfen.) Ich weiß, dass manchen das nicht bewusst ist. Deshalb schreibe ich es hier. :)

Wow, und jetzt schnüre ich noch ein Päckchen und stelle endlich den Sekt kalt, den ich schon seit Tagen zu trinken versuche!

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