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Märchen-Sneak: Gisbert und der Mondstollen

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: Juni 6th, 2013 | 5 Kommentare

GisbertEs ist soweit, die Adventsgeschichte über Gisbert aus der Weihnachtsbäckerei ist fertig und geht demnächst an einige Testleser und dann ins Lektorat. Für alle, die jetzt schonmal reinlesen und ein Gespür für Gisbert und seine Brüder bekommen möchten, veröffentliche ich ein Kapitel aus der Mitte. Und während ihr lest, stempel ich die Briefumschläge. ;)

Über Gisberts Bruder Kalli gibt es auch schon eine Geschichte. Die Märchen-Sneak über Kalli und das Weihnachtskonzert ist natürlich auch hier im Blog veröffentlicht. Und jetzt viel Spaß auf Wolke 17!

GISBERT UND DER MONDSTOLLEN

Es wurde ein sehr heiterer Abend. Sie aßen Himbeerliebe mit Wolkenschaum und zum Nachtisch Goldpfännle – ein Gericht, das Gisbert sich an dem Abend ausgedacht hatte. Peter erzählte Geschichten vom Mond und brachte alle zum Staunen. Ja, er konnte so lebhaft erzählen, dass die fünf Brüder meinten, selbst auf dem Mond gewesen zu sein. „Wisst ihr, wie das Mondlicht zustandekommt?“, fragte Peter seine aufmerksamen Zuhörer. Die Brüder schüttelten die Köpfe. „Das ist so: Kurz vor der Mondstunde beginnen die Silberhurlies zu tanzen. Es sind ganz ganz kleine Tierchen, vielleicht habt ihr schon mal eins gesehen.“ „Ja, ab und zu fliegen sie sogar auf unserer Wolke herum. Ich frage mich dann immer, wo sie wohl herkommen“, sagte Mucke. „Die kommen vom Mond. Manchmal fällt ein Silberhurlie auch mal herunter, was kein Wunder ist, denn sie tanzen so wild, dass der Mond zu leuchten beginnt.“ „Was, das machen diese Hurlies“, fragte Gunter ungläubig und kratzte sich am Kinn. „Ja klar, Gunter. Oder glaubst du mir etwa nicht?“, sagte Peter, rückte die Brille auf seine Nase und schaute Gunter streng an. „Doch doch“, sagte Gunter schnell und nahm sich noch ein Goldpfännle. „Wie gesagt, die Silberhurlies tanzen und der Mond beginnt zu leuchten. Das habe ich mit meinen eigenen Augen gesehen“, erklärte er und schob seine Brille zurück ins Haar. Gunter runzelte die Stirn. Er hatte in der Engelschule etwas ganz anderes gelernt, aber er wollte jetzt auch nicht sagen, dass Peter ein Lügner war. Die Brüder hingen an Peters Lippen. Sie liebten seine Geschichten.

„Also Brüder“, sagte Gisbert auf einmal. „Ich habe mir in den Kopf gesetzt, dass ich dieses Jahr einen Mondstollen für unser Weihnachtsfest backen werde. Das Rezept habe ich in einem Büchlein gefunden, das der Nikolaus mir mitgebracht hat. Für den Stollen brauche ich Mondstaub, und zwar mehr als das kleine Tütchen, das Peter uns mitgebracht hat. Ich habe vor, auf den Mond zu fliegen und Mondstaub zu holen.“ Kalli, Gunther, Robert und Mucke schauten Gisbert erstaunt an. „Zum Mond, du? Und wer kümmert sich um die Weihnachtsbäckerei?“, fragte Gunter, der als erstes die Sprache wiederfand. „Ja, genau, wer sorgt dafür, dass die Engel in der Bäckerei keinen Quatsch machen und dass wir nachher genug Stollen und Kekse haben?“, fragte Robert. Gisbert schaute gequält drein, seine Brüder hatten natürlich Recht, eigentlich musste er dableiben und die Weihnachtsbäckerei leiten. Denn er war der beste Bäcker weit und breit. Gisbert schaute zu Peter, der betreten zur Seite sah. „Sag doch auch mal was“, meinte Gisbert und sah seinen Freund flehend an. „Jaaaa, ich finde, deine Brüder haben recht“, sagte Peter achselzuckend. „Ich meine, niemand ist so gut wie du. Die brauchen dich in der Weihnachtsbäckerei. Aber wenn du willst, kann ich ja für dich zum Mond fliegen und Mondstaub besorgen.“ „Was würdest du tun?“ Peter grinste. Gisbert war überglücklich: „Du bist der beste Freund, den man sich wünschen kann!“ Er fiel seinem Freund um den Hals und hätte ihn beinahe vom Hocker geworfen. Nachdem das mit dem Mondstaub also geklärt war, feierten sie noch lange und fielen schließlich hundemüde in ihre weichen Betten.

Am nächsten Morgen mussten sie wieder früh raus, denn sie wollten als erste in der Weihnachtsbäckerei sein, um zu sehen, ob der Dieb Spuren im Puderzucker hinterlassen hatte. Hastig entknitterten sie ihre Flügel, aßen ihren süßen Brei und flogen dann zur Bäckerei. Nur Kalli war faul und hüpfte von Wolke zu Wolke, bis auch er endlich ankam. Die Brüder waren ganz aufgeregt, denn es waren tatsächlich Spuren im Puderzucker zu sehen. „Ein Dieb!“, rief Gunter. „Das kann kein Engel gewesen sein, denn Engel hinterlassen keine Spuren.“ „Neeee, Engel hinterlassen keine Spuren im Schnee! Von Puderzucker war nie die Rede in der Engelschule“, sagte Kalli. „Wenn Engel keine Spuren im Schnee hinterlassen, hinterlassen sie auch keine Spuren im Puderzucker“, sagte Gunter genervt. „Also echt, jetzt weiß ich gar nichts mehr“, stöhnte Gisbert und setzte sich erstmal hin. Dann schauten sie nach, ob irgendetwas fehlte. „Seht ihr, habe ich doch gesagt“, sagte Robert, der eigentlich noch gar nichts gesagt hatte. „Da war kein Dieb, es wurde ja nichts geklaut.“ Das stimmte allerdings, es fehlte nicht. Nicht einmal eine Rosine fehlte, rein gar nichts. Aber woher kamen die Spuren im Puderzucker?

Da kamen auch schon die ersten Engel angeflogen. Sie nahmen sich ihre Schürzen, und schon bald wuselten viele viele Engelchen in der Backstube herum. Gunter besprach sich kurz mit Gisbert und verteilte dann die Aufgaben. Heute sollten Schneekringel gebacken werden, das war eine äußerst schwierige Angelegenheit. Ihr wisst, was mit Schnee passiert, wenn es warm wird? Dann könnt ihr euch ja vorstellen, wie schwer das Backen von Schneekringeln ist!

Aus Gisbert und der Mondstollen von Ruth Frobeen

Hinweis: Die Adventskalender sind ab September lieferbar und können gern per Mail vorbestellt werden (maerchen@edelfrosch.de). Ab spätestens Oktober sind sie dann auch im Edelfrosch-Shop bei DaWanda erhältlich.

Kommentare (5)


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  3. Scharly Klamotte -
    4. September 2013

    Das liest sich super und ist bestimmt was für uns!!!
    Bin total begeistert, alleine schon der Name und diese Idee dahinter ;o)))
    *knutscha
    Scharly Klamotte

    • Ruth Frobeen -
      4. September 2013

      Hihihi! Habe ich mir gedacht, dass das zu dir/euch passt. Die Engel von Wolke 17 sind nämlich auch irgendwie anders. ;o)

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