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Die märchenhafte Welt der Ruth Frobeen!


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Vom lebenslangen Liebenlernen

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: Januar 24th, 2013 | 0 Kommentare

Märchen für Pärchen, das kann auch mal eine Fabel sein! Eine Fabel definiert sich als eine Erzählung, in der Flora und Fauna menschliche Eigenschaften haben und z.B. sprechen können.

Die folgende Geschichte, die ich mit freundlicher Erlaubnis der Beschenkten im Blog veröffentlichen darf, handelt von einem Paar, das sich seit Kindheitstagen kennt. Nachdem der junge Mann mir die Geschichte erzählt hatte, war mir sofort klar: Das kann nur eine Fabel werden! Denn die beiden Protagonisten sind ständig und immerzu in der Weltgeschichte hin- und hergeflogen…

Und nun lest selbst, wie fabelhaft so ein Märchen für Pärchen sein kann ;):

 

Es waren einmal zwei kleine Vögel, die lebten mit ihren Familien in einem Park. Der eine Vogel hieß Anton, er hatte eine krächzige Stimme und interessierte sich für Haselnusswerfen. Der andere Vogel hieß Hanna und war ein Vogelmädchen. Sie hatte leuchtende Federn und sang gern.

Anton und Hanna lebten in gemütlichen Familiennestern und wuchsen nur einen Haselnusswurf voneinander entfernt auf. Als sie älter wurden und in die Vogelschule kamen, liefen sie sich ein paarmal über den Weg, aber sie nahmen einander kaum wahr. Natürlich war Hanna der seltsame Vogel aufgefallen, der im Chor in der letzten Reihe stand und seltsame Töne von sich gab. Und natürlich kannte Anton sie vom Sehen – schließlich wohnten sie im selben Park und hatten denselben Schulweg, aber ansonsten hatten sie nichts weiter miteinander zu tun … außer, dass sie eine gemeinsame gefiederte Freundin hatten, Steff. Anton und Steff spielten häufig Haselnusswerfen, Zweigspringen und Blattrupfen, während Hanna und Steff sich gern im Park trafen, auf dem Ast über der Bank saßen, Menschen belauschten und sich gegenseitig Geschichten erzählten. Ja, sie waren wirklich gute Freunde.

Als Anton und Hanna etwas älter waren, sie gingen noch zur Vogelschule, durften sie beide eine lange Reise machen. Anton flog über einen Hügel und landete auf einer Insel im See, wo er eine Schule fand, die ihn herzlich aufnahm. Schon bald hatte er sich mit den anderen Vögeln angefreundet und führte ein glückliches Leben auf der schönen Insel im See. Hanna flog etwas weiter, über einen Hügel und einen Teich. Auch sie fand einen gemütlichen Unterschlupf bei einer Vogelfamilie, bei der sie leben und fürs Leben lernen konnte. Sie waren glücklich und zufrieden, und als ein Jahr vergangen war, flog Hanna wieder nach Hause zu ihrer Familie im Park. Anton blieb auf der Insel im See, denn es gefiel ihm außerordentlich gut und er lernte viele neue Dinge und auch eine neue Art zu Singen. Ab und zu, wenn das Wetter es zuließ und er ein paar Tage frei hatte, flog Anton nach Hause zu seiner Familie und verbrachte eine schöne Zeit mit seinen Freunden im Park. Dann traf er seine gute Freundin Steff, seine Schwester Aimée und viele andere Vögel, die zu seinem Leben gehörten.

Eines Tages, Anton war mit Steff im Park zum Haselnusswerfen verabredet, sagte Steff zu ihm: „Nach dem Haselnusswerfen gehen wir ins große Astloch zum Feiern. Meine Freundin Hanna kommt auch!“ Anton hatte nichts dagegen, denn er fror ein wenig und wollte sich nur allzu gern im großen Astloch aufwärmen. Als sie dorthin flogen, sahen sie von Weitem schon die vielen anderen Vögel, die vor dem Astloch auf einem Ast saßen. Es herrschte ein reges Zwitschern. Auch Hanna saß dort und wartete. Sie erkannte den kauzigen Vogel aus dem Schulchor sofort. Sie sagten höflich „Hallo“, und gingen dann hinein ins Astloch, wo es warm und gemütlich war. Viele Vögel saßen dicht an dicht und unterhielten sich. Es war laut, es war schön, und sie verbrachten einen lustigen Abend zu dritt.

Sie gingen von nun an öfter zum Astloch und entdeckten auch andere schöne Plätzchen im Park, zum Beispiel unter einer gelben Parkbank, wo es köstliche Brotkrumen gab und auf der großen Kastanie, die viele Geschichten zu erzählen wusste, weil sie schon 300 Jahre alt war. Und natürlich besuchten sie einander auch in ihren Nestern, wo sie Spiele spielten, Nachtigallmusik hörten und so manche harte Nuss knackten. Sie waren bald ein Dreiergespann geworden und genossen die Zeit, die sie miteinander verbrachten. Manchmal, wenn einer der drei keine Zeit hatte (z. B. weil er mit seiner Familie Wurmziehen spielen musste), trafen sie sich auch zu zweit: Steff und Anton, Steff und Hanna, Anton und Hanna.

Einmal verbrachten Anton und Hanna einen wunderschönen Abend zu zweit. Sie flogen auf die große Lichtung, um Regentropfen zu zählen, Anton erzählte Hanna, wie es auf der Insel im See war und sie lauschte mit großen, runden Augen. Sie saßen stundenlang unter dem Baum, auf dem Hannas Familiennest war und unterhielten sich über die Dinge, die ihnen wichtig waren. Ja, es war ein wirklich zauberhafter Abend gewesen. Und als die Nacht am dunkelsten war, flog Anton zu sich ins Nest und schlief glücklich und zufrieden ein. Am nächsten Tag fand er ein zusammengerolltes Lindenblatt, auf dem Hanna ihm eine Nachricht hinterlassen hatte: „Hoffe, du bist gut nach Hause gekommen.“ Da freute sich Anton riesig und flog zweimal um den Park.

Nun war es Winter geworden und Anton hatte lange Ferien von seiner Schule auf der Insel im See. Hanna und Anton verbrachten viel Zeit miteinander, und wenn man es genau betrachtet, war er mehr Zeit in ihrem Nest als bei seiner Familie. Es war Winter, und der Schnee bedeckte die Bäume und Wiesen und verwandelte den Park in eine glitzernde Märchenlandschaft. Als es am schönsten war und der Schnee besonders kalt, musste Anton wieder zurück auf die Insel im See. Sie sagten einander Lebewohl und Anton machte sich auf die Reise. Er hatte eine neue Freundin gefunden und das wärmte ihm das Herz.

Im Frühling, als Anton wieder ein paar Tage frei hatte, wollte er mit einem gefiederten Freund eine weite Reise in ein fernes Land machen, denn er war abenteuerlustig und die Reise wäre gar abenteuerlich gewesen. Doch seine Eltern waren besorgt und verboten ihm den langen Flug. Da war Anton traurig und erzählte seiner Freundin Hanna davon. Hanna hatte derweil selbst eine Reise gemacht und war wie Anton auf einer Insel im See gelandet. Es war die kleine Nachbarinsel, und so beschloss Anton, Hanna auf ihrer Insel im See zu besuchen. Sie hatten eine schöne Zeit, entdeckten neue Astlöcher, sammelten Blätter und Eindrücke und machten sich dann gemeinsam auf den Rückweg nach Hause zu ihren Familien. Eines Abends saßen sie bei Hanna im Nest und spielten Eierschalendrücken. Sie plauderten leise miteinander und im Hintergrund sang eine Nachtigall. Sie sang ein so schönes, trauriges Lied, dass Hanna nichts lieber als tanzen wollte. Anton, der eigentlich lieber im Sand badete als zu tanzen, ließ sich zu einem Tanz hinreißen, und sie drehten sich im Kreis, ganz sanft und sacht, und dann schnäbelten sie und es fühlte sich schön an.

Am nächsten Tag fragten sie ihre Freundin Steff, ob sie böse wäre, wenn sie eventuell, ganz vielleicht geschnäbelt hätten. Natürlich war Steff nicht böse und auch sonst niemand, der es bemerkt hatte …

Ein paar Tage später, auf einem Fest mit vielen Vögeln, schmiegten sie sich aneinander und alle konnten sehen, wie sehr sie sich mochten. Da freuten sich alle für sie und sie freuten sich am allermeisten, denn sie hatten sich ineinander verliebt und konnten ihre Gefühle offen zeigen. Hanna blieb in dieser Nacht das erste Mal bei Anton, und als sie endlich eingeschlafen waren, klingelte auch schon der Wecker und Anton hüpfte leichtfüßig aus dem Nest. Er musste zurück auf die Insel im See und hinterließ seiner schlafenden Freundin, nachdem er vergeblich versucht hatte, sie zu wecken, eine schwungvoll geschriebene Nachricht auf einem Blatt. Als Hanna wach wurde, stand die Sonne längst am Himmel. Sie wollte sich leise davonstehlen, doch Anton’ Eltern und seine Schwester luden sie ein, mit ihnen ein paar Sonnenblumenkerne zu knabbern. Da blieb sie im Nest und hatte einen schönen Tag mit Anton’ Familie, die sich sehr über das junge Glück freute.

Anton, der nun wieder auf der Insel im See war und fürs Leben lernte, freute sich sehr über die Nachricht, dass seine Freundin Steff auch auf die Insel kommen würde. Da Hanna noch nicht genau wusste, was sie machen wollte (sie hatte die Vogelschule längst beendet), fragte sie Anton nach den Schulen auf der Insel im See, die hier „University“ genannt wurden. Er wusste auch viel zu erzählen, denn er lebte nun schon seit einigen Jahren auf der Insel, und sie hörte ihm aufmerksam zu und kam dann mit ihrer Mutter auf die Insel, um sich die Schulen anzusehen. Dass sie während dieser kurzen Reise auch Anton endlich wiedersehen würde, ließ ihr Herzchen doppelt hoch hüpfen!

Anton hatte sich um einen gemütlichen Baum für Hanna und ihre Mutter gekümmert. Nachdem sie sich von ihrem Flug erholt und sich gestärkt hatten, zeigte Anton Hanna den großen Park, in dem er lebte. Hier wimmelte es nur so von Vögeln, überall saßen, trällerten, zwitscherten und gackerten kleine, große, dicke und dünne Vögel. Es war ein reges Treiben im Park, den sie auf der Insel „Campus“ nannten. Als Hanna zu ihrer Mutter zurück auf den Baum wollte, überredete Anton sie, bei ihm zu bleiben. Und so verbrachte sie eine Nacht in seinem Nest und sie hatten es kuschelig warm. Am nächsten Tag schauten sie sich zusammen mit Hannas Mutter die University und den Campus an, und dann verbrachten sie noch ein paar schöne Tage zu zweit – und Anton versuchte es mit „Liebe durch den Magen“, einem Gericht, das auf der Insel im See „Knorr Chicken Sizzle ’n Stir“ genannt wurde. Dann flog Hanna mit ihrer Mutter zurück nach Hause.

Die Zusage von der University kam schon bald, und als sie endlich auch auf der Insel im See lebte, verbrachten Anton und Hanna jede freie Minute miteinander. Während Hanna auf einem Baum auf dem lebhaften Campus wohnte, wohnte Anton mit ein paar Freunden in einem etwas entfernter gelegenen, kleinen Park. Sie fühlten sich unbefangen, lebten umeinander herum und hatten keine Sorgen.

Die Zeit verging, und Anton sollte für eine Weilein einem anderen Dorf fürs Leben lernen. Sie flogen hin und her, und her und hin, rissen viele Kilometer ab, und schon war die Zeit vergangen und Anton um einige Erfahrungen reicher. Sie hatten die Distanz mit Leichtigkeit und Bravour überwunden und waren nicht müde geworden, sich gegenseitig zu besuchen. Denn sie hatten einander sehr, sehr gern.

Als nun Anton wieder zurück im Park war und zur University ging, beschlossen sie, sich ein gemeinsames Nest zu bauen. Sie flogen durch sämtliche Parks, schauten sich viele Bäume an und fanden dann eine Linde, auf der sie sich wohlfühlten. Anton, der ein Spaßvogel war, machte eines Tages einen Witz und sagte, er werde doch nicht ins Nest einziehen. Hannas Herz klopfte wild, sie war zu Tode betrübt und wusste nicht, was in Anton gefahren war. Da rief er schnell „April April“, denn das sagte man so, wenn man ein Spaßvogel war, aber Anton merkte bald, dass sein Scherz ihr fast das Herz gebrochen hatte. Natürlich bauten sich zusammen ein Nest. Es war klein, und sie hatten Schwierigkeiten, das Material zu transportieren, das sie zum Nestbau brauchten. Während Hanna eine Zeit bei ihrer Familie war, verschönerte Anton das Nest, flocht bunte Federn und kleine Zweiglein ein und machte es so gemütlich und praktisch, wie er es für gut erachtete. Und sie lebten glücklich und zufrieden in ihrem beschaulichen Nest. Fertig? Aber nicht doch!

Sie hatten es also gut miteinander, lernten viel der eine vom anderen, flogen durch die Weltgeschichte und erlebten manches Abenteuer. Im Sommer flog Anton, der, wie wir wissen, ein begnadeter Haselnusswerfer war, mit Hanna über den See, um sich ein spektakuläres Turnier im Haselnusswerfen anzuschauen. Mit von der Partie waren auch Freunde und Geschwister. Selten hatte man so viele schräge Vögel auf einem Haufen gesehen! Die Stimmung war bombastisch und sie schrien sich heiser. Es war ein tolles Turnier, an das sie sich immer mit einem Schmunzeln erinnerten …

Ein anderes Abenteuer, von dem ich hier ausführlich berichten möchte, war aber noch viel spektakulärer und aufregender als das Haselnusswurfturnier. Anton und Hanna hatten durch einen glücklichen Zufall von einem fernen Land gehört, in dem es riesige bunte Vögel, platte Fische, kauzige Seelöwen und gefährliche Haie geben sollte. So etwas hatten sie noch nie gesehen! Sie gingen zu einer Eule und fragten sie um Rat. Die Eule verschwand in ihrem Astloch und kam mit einem Stapel Bücher wieder. Sie rückte ihre große Brille zurecht und schlug das oberste Buch auf: „Wer über den riesengroßen Teich zu den riesengroßen Vögeln fliegen möchte, der lerne ihre Singart und ihre Art, die Schwanzfedern zu führen. Wer über den riesengroßen Teich zu den plattesten Fischen fliegen möchte, der übe vorher, im Regen zu fliegen. Wer über den riesengroßen Teich zu den kauzigen Seelöwen fliegen möchte, der verkleide sich wie eine Möwe. Wer über den riesengroßen Teich zu den gefährlichsten der gefährlichen Hai fliegen möchte, der bereite sich gut vor!“ Hanna und Anton schauten die Eule mit weit aufgerissenen Augen an. Dann flogen sie zurück in ihr Nest, lasen Bücher über Haie, Seelöwen, Fische und Vögel und wackelten zum Gesang der Nachtigall mit ihren Schwanzfedern. Ihre Eltern waren sehr stolz auf sie und unterstützten sie in ihrem Vorhaben, sich eine neue Welt zu erschließen und Dinge zu erleben, die weit über das hinausgingen, was sie an der University gelernt hatten.

Nun, die Anreise war beschwerlich, und als sie endlich im Land der bunte Vögel ankamen, regnete es in Strömen. Erschöpft und hungrig ließen sie sich auf einem Gewächs nieder, das sie im Land der bunten Vögel „Kaktus“ nannten. Anton bat den gestreiften Kaktusvogel um ein paar Beeren, und Hanna suchte ein stachelfreies Plätzchen. Sie hatten Glück: Von ihrem Platz aus konnten sie ein spaßiges Vogelpaar beobachten, das sich im Zweigspringen maß – die Unterhaltung und die erfrischenden Beeren weckten schnell ihre Lebensgeister.

Nachdem sie sich gestärkt hatten, machten sie sich auf die Suche nach dem Baum, den sie in ihrer Karte angekreuzt hatten. Hier sollten sie auf andere Vögel stoßen, die ebenfalls das Abenteuer suchten. Bald waren alle Vögel da, es war eine bunte Truppe aus aller Welt: grünschnabelige Graustelzen, Breitknacker, Acht-Uhr-Eulen, Dittdatten, Beulenfisseln, Zenvögel und zwei Ponyschnacker. Sie bekamen eine Singstunde bei einer alten Vogeldame und eine Stunde Unterricht im Schwanzwackeln. Dann bekamen sie Aufgaben zugeteilt und mussten sich ihre Beeren mit Blätterzupfen, Sandscharren und Wasserhüpfen verdienen. Anton und Hanna hatten jede Menge Spaß, sie lernten die anderen Vögel kennen und genossen das aufregende Leben im Land der bunten Vögel.

Als ihre Arbeit getan war und sie sich Proviant gesammelt hatten, machten sie sich auf eine Reise durch das unbekannte Land. Sie flogen auf einen Vulkan, badeten in warmen Gewässern, ließen sich von einem riesengroßen Paradiesvogel mitnehmen (was streng verboten war), flogen zu einem Gletscher, der hell in der Sonne glitzerte, ließen sich auf einem Fluss in ausgehöhlten Baumstämmen treiben, probierten bunte Ameisen (die gar nicht so schlecht schmeckten), ließen sich von wilden Pferden die Gegend zeigen, flatterten an Felsen hoch und stürzten sich in die Tiefe, fuhren auf kleinen Holzstückchen durch Sumpfgebiete, und sie flogen zu einer Insel, auf der sie bunte Vögel, platte Fische, kauzige Seelöwen und gefährliche Haie beobachteten. Sie hatte eine wunderbare Zeit zu zweit, besuchten dann noch Anton‘ Onkel, der in einem Land lebte, in dem das Wasser vom Berg fiel, und lernten so viel, wie noch nie in ihrem Leben.

Die Zeit verging wie im Fluge, und als sie wieder nach Hause kamen, holte der Alltag sie ein. Die University hatten sie bereits vor ihrer großen Reise beendet, und so begann nun eine Zeit, in der sie Arbeit suchten. Ich mache es kurz: Sie fanden Arbeit auf unterschiedlichen Inseln im See und merkten, dass ihnen große Entfernung voneinander gar nicht gut tat. Sie spürten, wie der Wind eisig blies und sie auseinandertrieb. Es war mittlerweile Winter geworden, und sie hatten sich getrennt, weil der Wind stark war und ihre Gefühle füreinander verwirbelt hatte. Sie waren unglücklich und suchten Trost bei ihren Familien und Freunden. Da beschlossen sie eines Tages, in den Park ihrer Kindheit zurückzuziehen, in dem es windstill und geschützt war. Anton zog in ein Mauseloch, das eigentlich sehr gemütlich war, und Hanna lebte wieder im Nest ihrer Eltern. Sie waren zwar getrennt, doch sie mochten einander gern, und so kam es, dass Hanna Anton half, sein Mauseloch einzurichten. Sie brachte weiches Moos mit, das sie im Park gefunden hatte und hängte gepresste, rot leuchtende Weinblätter an die Wände. Das Mauseloch mauserte sich zu einer schönen Wohnung, aber Anton hatte andere Pläne. Er merkte, wie sehr er Hanna liebte, und so beschloss er, sie zurückzugewinnen. Wie er das schaffte, ist sein Geheimnis. Aber so viel sei verraten: Sie wärmten einander und zeigten dem eisigen Wind die kalte Schulter. Da drehte der ab, denn er merkte, dass er verloren hatte.

Das Mauseloch war zum Kuscheln gut geeignet, doch nun wollten sie sich ein richtiges Nest bauen, mit allem, was dazugehörte. Sie suchten sich einen ruhigen Baum in einem benachbarten Park, schmückten ihr Nest mit Ölgalf und waren unendlich glücklich, wieder zueinander gefunden zu haben.

Um ihre Liebe zu feiern, luden sie all ihre Freunde und Verwandten ein und feierten bei Vollmond ein Fest, von dem die Vögel im Park noch lange sprachen. Die Glühwürmchen, die an dem Abend Dienst hatten, erzählten noch ihren Enkeln von dem rauschenden Fest auf der Linde.

Vom lebenslangen Liebenlernen

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