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Die märchenhafte Welt der Ruth Frobeen!


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Die Geschichte von MARRYJim

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: August 28th, 2012 | 0 Kommentare

Kennt ihr Rebecca Bloomwood? Sie wohnt mit ihrem Verlobten Luke in NYC und weiß nicht genau, wo ihr der Kopf steht. Ihr Nachbar Danny ist ein begnadeter (jedoch unbekannter) Designer und will unbedingt ihr Hochzeitskleid schneidern. Aber Rebecca träumt fünfspurig und probiert ca. 330 Kleider der bekanntesten internationalen Modedesigner an. Am liebsten möchte sie gleich alle Kleider kaufen. Ja, Rebecca ist ein bisschen verrückt – und hochgradig liebenswert. Bei der Lektüre von Hochzeit zu verschenken von Sophie Kinsella habe ich Tränen gelacht, wie hier das Model von Gudnitz Couture!

Rebecca Bloomwood würde MARRYJim lieben! MARRYJim ist eine Plattform für Hochzeitskleider, auf der bekannte und weniger bekannte Designer ihre Kollektionen anbieten können. Und auch Frischvermählte können hier ihre Robe weiterverkaufen. Die Idee ist so genial wie einfach, und die Plattform lädt nicht nur fiebernde Bräute zum Stöbern und Träumen ein. Was mir an MARRYJim besonders gut gefällt, sind die liebevoll gestalteten Features, z.B. die Maps-Anzeige mit Kleidervorschau. Auch den Bereich Kleid-Expertise finde ich überaus hilfreich. Hier erfährt man etwas über die Geschichte des Brautkleids, lernt was über Größen und nicht zuletzt finden hier köstliche Birnen, knuddelige Säulen und süße Standuhren die perfekte Kleidform. Ich habe die drei Damen von MARRYJim zu einem Pläuschchen eingeladen, denn mich interessierte, wie die Geschäftsidee entstanden ist. Wie so häufig, entstand auch diese Idee aus der Not. Aber lest selbst!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jede Braut ein anderer Typ… und ich meine damit auch Jim! Designer: Soeur Coeur (1), Susanne Werth (2,3)

Edelfrosch: Wer steckt hinter Marry Jim? Wer übernimmt bei euch welche Aufgaben?

MARRYJim: Zunächst einmal stellen wir natürlich Jim vor. Er ist der fiktive Mann, der auf der Seite kein Gesicht zeigt und nur durch die Melone symbolisiert wird. Jim steht stellvertretend für die Männer der Bräute. Er übernimmt nicht ganz so viele Aufgaben, kommt aber ab und zu Wort z.B. bei der Kleid-Bewertung „Jim möchte die Braut JETZT küssen!“ oder „Jim sagt, das ist nicht die Hochzeit Deiner Mutter.“
Hinter MARRYJim stehen ansonsten drei junge Frauen: Ulrike Adler Stevens, Andrea Gadesmann und Nina Dautzenberg. Ulrike wohnt in New York, Andrea und Nina leben in Zürich und Berlin. Uns vereint vor allem eines: die Liebe zum Besonderen, vor allem in Bezug auf Design, Fashion, Kunst und innovative Ideen. Und natürlich der Glaube an den richtigen „Jim“ für jede Frau.
In der Entwicklungsphase von MARRYJim konzentrierten sich Andrea und Nina auf die Bereiche Usability und Design. Ulrike Adler verfasste die Texte der Website und beschäftigte sich mit Themen wie SEO, Payment Systeme und Rechtsfragen. Das Konzept ist kontinuierlich gemeinsam diskutiert worden.
Seit dem Webauftritt von MARRYJim sind die Aufgaben weit verteilt. Man pendelt zwischen der Betreuung der Designer, Pressearbeit, Social Media, Administration und Kundenservice.

Edelfrosch: Wie ist die Idee entstanden, eine Plattform für Hochzeitskleider zu gründen? Sprich: Wie ist die Geschichte von MARRYJim?

MARRYJim: Ulli war es, die den Anstoß zu dieser Geschäftsidee gab. 2009 begab sie sich auf die Suche nach ihrem Traum-Brautkleid in Deutschland und auch in Amerika, was sich jedoch als eher schwierig erwies. Nach einer langen Tour durch die Brautläden von NYC fand sie letztendlich ihren Traum, wurde jedoch so unfreundlich behandelt, dass es ihr jegliche Freude nahm. Enttäuscht fing sie an, im Internet nach dem Kleid zu suchen und landete auf Anzeigenseiten für Gebrauchtkleider. Sie stieß tatsächlich auf dasselbe Modell in genau ihren Maßen. Doch es waren nicht nur die Maße, die perfekt passten: das Kleid war tadellos gereinigt, es kostete nur ¼ des Ladenpreises, konnte vor Ort anprobiert werden und hatte eine persönliche Geschichte. Die ehemalige Braut war schwanger und gab das Glück gleich an Ulli weiter. Schon während der Suche nach dem Kleid hatte sie mit dem Gedanken gespielt, eine Seite zum Entdecken spannender Kollektionen von kleineren Designerlabels und Angeboten von Privatpersonen zu launchen. Sie hätte nie gedacht, den möglichen Erfolg des Konzeptes an sich selbst zu erproben.

Auf der Suche nach originellen Grafikdesignern für die Umsetzung der Geschäftsidee, stieß Ulli aufgrund einer Empfehlung auf Andrea und Nina. Beide hatten wiederum gerade zusammengesessen und ebenfalls über eine neue Idee – eine Plattform mit außergewöhnlichen Hochzeitseinladungskarten – nachgedacht. Bereits im zweiten Telefonat wurde entschieden, gemeinsam die vielen Einfälle umzusetzen. Lustigerweise kommen wir alle drei aus Königstein im Taunus, bei Frankfurt, waren sogar auf der gleichen Schule, in zwei unterschiedlichen Jahrgängen.

Edelfrosch: Seid ihr gleich mit der Idee rausgerückt, ober habt ihr sie lange gehütet und im Stillen vorbereitet?

MARRYJIM: Wir haben relativ offen mit Freunden über das Thema gesprochen. Man kann die Begeisterung ja nur schwer unterdrücken und nur zu dritt bei Skype Freudensprünge zu machen, ist auch ein wenig langweilig. Bei der Ansprache und Suche nach Programmieren waren wir hingegen vorsichtiger, da diese ja in der Startup-Szene vernetzt sind. Allerdings waren Teile unserer Idee ja auch nicht ganz neu, es gab schon Second Hand Plattformen für Brautkleider, allerdings sind diese im europäischen Markt optisch wenig ansprechend. Im amerikanischen Markt sind die Seiten zwar etwas interessanter gestaltet, aber überfordern den User durch Banner Überflutung.

Was es bisher wirklich noch nicht gab, war eine reinen Brautkleid-Plattform, die all die kleineren jungen aber auch etablierten Labels vorstellt. Eine Seite weg vom Mainstream, mit viel Liebe zum Detail. Unser ganzer Stolz ist das Kleiderlexikon, das detaillierte Beschreibungen rund um die Themen Farbe, Stoffe, Schnitte, Kleidlänge, Schleppe etc. enthält. Liebevoll gestaltete Illustrationen veranschaulichen die Erklärungen.

Ob die Designer die Seite annehmen würden, konnten wir gar nicht abschätzen. Wir waren über all die Zusagen zu Beginn total überrascht; den Erfolg bei den Designern hatten wir erhofft, aber nicht so erwartet. Bei der Wahl der Designer spielen viele Aspekte eine Rolle. Was uns sehr am Herzen liegt, ist die Präsentation umfangreicher Stile: von traumhaft schlichten Roben über verrückte Kreationen (z.B. aus Blüten oder Papier) bis hin zu märchenhaften Romantikkleidern. Wir achten sehr darauf, eine hochwertige Vielfalt an Designern vorzustellen.

Edelfrosch: Gibt es Leute, die euch Steine in den Weg legen? Oder Kritiker, die sagen, das kann nicht funktionieren?

MARRYJim: Über große Steine sind wir bisher noch nicht gestolpert, wenn dann über kleine Kieselchen, allerdings hat die Programmierung vieeel länger gedauert, als gedacht. Kritiker? Wir verdienen ja nichts am Verkauf eines Kleides, sondern nehmen Listungsgebühren. Hier hören wir immer mal wieder von „Zahlenmenschen“, dass diese zu niedrig angesetzt seien. Uns ist wohl bewusst, dass es zahlreicher privater Kleider und Designer bedarf, um die nötigen Umsätze zu erzielen. Insbesondere bei den Designern haben wir uns aber ganz bewusst für dieses Preismodell entschieden, da es eine Herzensangelegenheit und die Idee hinter MARRYJim ist, insbesondere auch jüngere Labels zu präsentieren.

Edelfrosch: Was habt ihr mit Marry Jim vor? Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

MARRYJim: Die Liste der Verbesserungen und Erweiterungen für den ersten Relaunch und die Liste der Ideen, die wir alle noch umsetzen möchten ist sooo lang. Wir sprudeln ständig, müssen aber realistisch bleiben. Jetzt geht es erst einmal darum, die MARRYJim wirklich als DIE Plattform für die Recherche nach und den Verkauf von Hochzeitskleidern bekannt zu machen.

Die letzten drei Monate haben wir uns stark auf den deutschsprachigen Raum konzentriert. Als nächstes steht aber schon die Expansion in die größten Märkte für Hochzeiten, UK und USA, an, die erste Kooperation ist eingegangen.

Unser nächstes neues Produktfeature für unsere Bräute können wir allerdings schon verraten: Thema Co-Shopping/Browsing! Die Zeiten, in denen man alleine vor dem Laptop saß sind vorbei. In Zeiten von Social Media möchte man gemeinsam in die Shoppingwelt eintauchen. Lasst Euch Ende des Jahres überraschen.

Edelfrosch: Was sind eure ultimativen 3 Tipps, um das perfekte Hochzeitskleid zu finden?

MARRYJim: Eine wichtige Regel ist sicherlich, sich über sein Budget vorher Gedanken zu machen, bevor man die ersten Kleider anprobiert. So wird die Suche nach dem Traumkleid so viel mehr Spaß machen! Wenn man sich dennoch in ein zu teures Kleid verliebt, ja, das passiert, bietet man es am besten schon vor der Hochzeit auf MARRYJim an.

Weiterhin ist es sicherlich ein guter Rat, mit nicht zu vielen Personen zur Anprobe zu gehen, da jeder eine Meinung hat und die wirklich relevante ist die der Braut!

Am wichtigsten ist es vielleicht, ein Kleid auszuwählen, das wirklich dem eigenen Stil entspricht. In dem Moment, wo man sich verkleidet bzw. verstellt, ist die Wahrscheinlichkeit, später unglücklich zu sein, groß.

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von MARRYJim: 1. Bild, Portrait: Gudnitz Couture (Danny Gudnitz), 2. Bild Soeur Coeur (Daniela Reske), 3. und 4. Bild: Susanne Werth (Anja Boxhammer, 4.)

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