Blog

Die märchenhafte Welt der Ruth Frobeen!


Archive


Klönschnack mit Fashion-Fotografin Lena Jürgensen

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: August 23rd, 2012 | 0 Kommentare

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt nur wenige Fotografen, von denen ich mich gern fotografieren lasse. Eine Fotografin, die mich sehr begeistert, ist Lena Jürgensen, mit der ich die Schulbank gedrückt habe, und die heute als Fashion-Fotografin ihr Geld verdient. Von ihr würde ich mich gerne fotografieren lassen, vielleicht in einem inszenierten Märchenwald oder einer verwunschenen Burgruine. Was mich an Lenas Fotografie begeistert, ist ihr Blick auf die Dinge: Für sie sind schlaksige, vielleicht sogar verdrehte Bewegungen kein Makel, sie fängt in all der Inszenierung Momente der Spontanität ein. Eine feine Auswahl ihrer Bilder könnt ihr hier bewundern: http://lenajuergensen.de/

Edelfrosch: Gibt es Fotoblogs oder andere Blogs, die du gern liest bzw. die dich inspirieren?

Lena Jürgensen: Ich schaue mir gerne den Streetstyle- Blog The Satorialist an, mittlerweile ein Klassiker. Meine Inspirationen hole ich jedoch aus Erlebtem und meinen Beobachtungen.

Edelfrosch: Deine Bilder wirken meist inszeniert. Woher nimmst du deine ungewöhnlichen Ideen?

Lena Jürgensen: Ich liebe die Inszenierung, es ist für mich die beste Art, meinen Gedanken und Gefühlen auf gestalterische Art und Weise Ausdruck zu verleihen. Es ist Kommunikation. Die Bildideen sind  plötzlich da, ohne dass ich genau sagen kann, woher sie kommen. Es sind Gedanken, Erfahrungen, Gefühle, die sich zu einem Konglomerat zusammen fügen. Es sind oftmals auch alltägliche Situationen auf der Straße, die mir die Möglichkeit bieten, daraus eine Bildidee zu entwickeln.

 

 

 

 

 

 

Edelfrosch: Weißt du vorher, wie das Bild werden soll?

Lena Jürgensen: Ich mache mir im Vorfeld stets Notizen zum Bildthema, zum Bildaufbau und zur Lichttechnik. Dadurch habe ich vorher auch in Absprache mit dem Team eine Vorstellung davon, wie das Bildergebnis werden soll. Während des Shootings kommen dann neue Ideen und Einflüsse von mir, dem Model und dem Team hinzu. Ich denke, für ein gelungenes Bild ist es sehr wichtig, sich am Set trotz wenig Zeit genau diese Spontanität zu erhalten. Erst dadurch entstehen oft die intimen Momente und Bilder, die auch den Betrachter berühren können.

Edelfrosch: Was war dein bisher spannendster Auftrag?

Lena Jürgensen: Das war ein redaktionelles Shooting für das Magazin Blonde. Ich hatte mir 10 Tage zuvor den Fuß gebrochen. Mit Stützen, Rollstuhl und Gehwagen eingedeckt, war ich froh, auch in dieser Situation zu merken: „Es geht!“ Die Selbsterfahrung war hier die größte Spannung.

Edelfrosch: Sehen wir mit den Augen? Und was findest du schön?

Lena Jürgensen: Pragmatisch betrachtet sehen wir mit den Augen. Ich schätze meine Augen sehr. Sie ermöglichen mir, meine liebste Tätigkeit ausüben zu können. Ich würde sagen: „Ich fühle auch mit den Augen“. Um Bilder zu machen, die den Betrachter berühren, bedarf es noch mehr als ein gutes Auge. Das Gespür für die Situation, in der das Bild entsteht, ist ebenso wichtig. Ein inszeniertes Bild kann nicht intim werden, wenn die Energie am Set nicht stimmt. Mir ist es wichtig, dass sich das Model wohl fühlt. Ich erpresse keine Emotionen der Models, wir entwickeln sie gemeinsam, und am Ende ist die Emotion auf dem Foto ein Geschenk.

Edelfrosch: Was würdest du gern mal fotografieren?

Lena Jürgensen: Ich würde gerne Stella Tennant fotografieren. Sie ist mein Lieblingsmodel. Und ich würde gern einmal in der Wüste shooten.

Edelfrosch: Die Models haben auf deinen Fotos oft ungewöhnliche, fast schon tänzerische Posen. Wie entwickelst du sie?

Lena Jürgensen: Ich habe eine Vorliebe für Posen, die einfach SEIN dürfen: seltsam, befreiend, wohltuend, sinnlich, ausladend, verrenkt, schön/ unschön, stark und auch ironisch …Das Tänzerische als Ausdruck des Inneren. Diese Posen entstehen am Set in Zusammenarbeit mit dem Model. Ich mache auch gern mal eine Pose vor, das kann durchaus effektiv sein. Es funktioniert nur dann, wenn sich das Model auf das Thema einlassen möchte und sich hingeben kann.

Ich liebe die Schönheit im Seltsamen.

Edelfrosch: Danke Lena, für deine starken Bilder und Antworten!

 

Kommentare sind abegeschaltet.