Blog

Die märchenhafte Welt der Ruth Frobeen!


Archive


Pustekuchen – Nein, ich will nicht!

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: Mai 8th, 2012 | 0 Kommentare

Ja sagen ist einfach. Man sagt es, und alle sind glücklich. Es ist so unkompliziert. Ja, ich will! Ja, ich stimme zu! Ja, ich bin dabei!

Eine liebe Freundin von mir heiratet, und ich gehe nicht zu ihrem Junggesellinnenabschied. Weil ich weiß, dass ich völlig fehl am Platze wäre; weil das Programm mir so gar nicht entspricht; und vor allem, weil ich eine schlechte Schauspielerin bin. Könnte ich es überspielen, ich würde hingehen. Das Programm ist harmlos, ich kann nichts dagegen sagen, außer, dass es meinem Wesen überhaupt nicht entspricht. Jetzt mag das für manche egoistisch klingen. „Wieso geht die nicht einfach hin, ist doch für ihre Freundin.“ Stimmt! Und meine Freundin hat Verständnis dafür. Sie weiß, dass wir in manchen Dingen sehr unterschiedlich ticken und freut sich, wenn ich auf einen Sekt dazustoße – was ich auch mit Freude tun werde.

Warum schreibe ich das… Ich schreibe das, weil mir das Thema viele Tage lang keine Ruhe gelassen hat. Kann ich beim Junggesellinnenabschied meiner Freundin einfach absagen? Ist es okay, wenn ich mich dafür entscheide, mich dagegen zu entscheiden? Wird sie es verstehen? Ich war sehr unsicher und es hat mich tierisch gestresst. Ein paar Gespräche später habe ich dann abgesagt. Ob die Organisatorin es verstanden hat, weiß ich nicht und ist auch nicht wichtig.

Im nachhinein bin ich sehr dankbar für diese Situation, denn sie hat mir mal wieder klar gemacht: Ich muss und kann mich nicht verbiegen. Ich muss und kann ehrlich gegenüber mir selbst sein. Und ich muss und kann das auch gegenüber anderen sein. Meine Freundin hat übrigens total cool reagiert. „Was soll ich mit dir anfangen, wenn du nicht glücklich bist? Dann mag ich dich ja gar nicht.“

Genau. Ich mich nämlich auch nicht. Und eine Kotzgurke auf dem Junggesellinnenabschied meiner Freundin muss nicht sein.

Kommentare sind abegeschaltet.