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Die Fantasie beflügeln. Ein Gespräch mit Künstlerin Marina Kagel-Mai

Manchmal gebe ich spaßeshalber „Märchen“ in Bildersuchen ein. Und manchmal lande ich dann auf wirklich tollen Websites. Oder in Shops, die mich in ihren Bann ziehen. Sehr fatal. Denn wo Märchen draufsteht, da lasse ich gern mein Geld. Wobei ich sagen muss, dass vieles, wo Märchen draufsteht, keine Märchen enthält, sondern Kitsch und Klischees. Das mag ich dann eher nicht so…

Neulich bin ich jedenfalls in einem fabelhaften Shop namens Artistique gelandet. Und da Weihnachten vor der Tür steht, hatte ich auch gar keine Hemmung, ein paar Bilder zu bestellen, die die Fantasie beflügeln. Wie gut, dass meine Kinder nicht im Blog lesen. Sonst könnte ich euch heute nicht Marina die Märchenmalerin vorstellen! Weiterlesen

Piksyn – Wo Wörter mit Farben knutschen. Ein Blog über Synästhetik

Blog-Perlen finden ist wie Bernsteine finden. Man läuft so durch die Gegend, guckt sich um und dann glitzert es irgendwo. Genau das ist mir vor ein paar Monaten passiert. Da habe ich eine besonders tolle Blog-Perle gefunden. Es geht nicht um DIY. Nicht um Fashion. Nicht um Lifestyle. Und nicht um Food. Bei Piksyn von Jana Pikora geht es um Wörter. Genauer gesagt geht es um Wörter, die mit Farben knutschen. In der Wissenschaft nennt man das Synästhesie.

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Was das genau ist, könnt ihr am besten bei Piksyn direkt lesen. Sozusagen angewandte Synästhesie und Sprachfreude. Da wird Wörtern hinterhergepfiffen, weil sie so schön sind. Klingt vermutlich nicht nur für Linguisten und Wortverliebte wie mich fantastisch. Ja, ich gebe zu: Ich würde gerne mal eine Stunde in Janas Kopf wohnen, um mit eigenen Augen zu sehen, wie meine Lieblinge aussehen.

Das Blog Piksyn ist ein Schaufenster in die Welt einer Synästhetikerin, die Wörter nicht nur in Farben sieht, sondern sie auch schmeckt und fühlt. Wer bei Twitter ist, folge schleunigst @piksyn. Danke, Jana, dass du deine Wahrnehmung mit uns teilst. Das macht Wörter noch schmackhafter! <3

Chilly Gonzales & Kaiser Quartett erobern das Hamburger Publikum im Sturm

Freitag, kurz vor 21 Uhr. Vor der Laeiszhalle stehen Hunderte von Menschen. Viele bekannte Gesichter, der Nachbar von gegenüber, ein paar Musiker. Man kennt sich. „Hallo hallo!“ Wir wollen zu Chilly Gonzales und dem Kaiser Quartett, das an diesem Abend ein Heimspiel hat.

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Was Chilly, das Quartett und Joe (Schlagzeug/Trompete) an diesem Abend auf die Bühne bringen, kann ich nur als „Wetter“ bezeichnen. Das Abendblatt spricht von Wahnwitz. Sehr passend. Denn bei wahnwitzigem Wetter fühle ich mich besonders lebendig. Von erfrischendem Niesel bis hin zu donnerndem Gewitter bekommt das Hamburger Publikum an diesem Abend alles ab. Zwischendurch befürchte ich, der Flügel könnte unter Chillys Händen entzweibrechen. Auch das Kaiser Quartett gibt bei manchen Stücken so viel Saft, dass es geradezu erstaunlich ist, wie wenige Bogenhaare reißen. Bei dem Schwung hätte durchaus ein Bogen durch die Laeiszhalle fliegen können! Huiiii. Ein Konzert wie ein Wirbelsturm, der das Publikum packt und mitreißt. Und zwischendurch immer wieder ruhige, fast zärtliche Momente. Zum Beispiel als die Lichter ausgehen und das Quartett das Publikum leise in den Schlaf zu wiegen scheint. Aber dann fällt das Spotlight auf Joe – den Drummer aus London mit der schiefen Trompete – und alle sind wieder wach!

Das Konzert überzeugt durch die Lebendigkeit der Musik, das meisterhafte Zusammenspiel der Künstler und den Spaßfaktor, mit dem Chilly sein Publikum und seine Mitspieler unterhält: „Every generation gets the music it deserves.“ Diese Generation verdient eine Mischung aus Beethoven auf Bongos und Rap im Dreivierteltakt. „One-two-three-one-two-three.“ Mich begeistert Chillys musikalische Kreativität, mit der er immer wieder altbekannte Hörregeln bricht. Das hält wach, das hält lebendig. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist ihm sicher. Wir singen alle zusammen ein „pain in the ass“, und das Kaiser Quartett und Joe spielen auf Zuruf ein Stück, das sie „You snooze, you loose“ nennen: Wer seinen zugerufenen Einsatz verpasst, muss dann schon mal 10 Minuten winken oder sein Solo wiederholen (schiefe Trompete)! Ein überraschender Abend, ein lebendiger Abend. Ein erstklassiger Abend in der Laeiszhalle. Wie Chilly eingangs so treffend sagt: „The Kaiser Quartett will be your hometown heros after the show.“ Absolutely, Herr Chilly Gonzales!

Zwei Abende zuvor saßen wir noch mit den Musikern des Kaiser Quartetts zusammen und haben gefeiert. Es gab Wein und Landgockel und wir haben uns über alles Mögliche unterhalten. Als ich fragte, was für ein Programm sie denn am Freitag spielen würden, lachten sie und zuckten mit den Schultern. Eine Überraschung also. Für das Publikum, für das Quartett, vielleicht auch für Chilly Gonzales selbst.

Musik, die spontan fließt und der aktuellen Laune entspricht. Großartig! Musstet ihr schon mal schlecht gelaunt das Menuett von Boccherini spielen? Es gibt nichts Schlimmeres. Es scheint mir sehr erstrebenswert, mit dieser Spontanität und Flexibilität auf die Bühne zu treten. Das sollten aber nur wirkliche Könner tun. Und alle anderen lassen sich davon im Sturm erobern.

Guerilla Fototour Hamburg – Mit Monika Lauber im Dschungel der Großstadt

Wie ihr wisst, schleppe ich seit 3 Monaten meine Kamera überall mit hin, um die Bildsprache zu lernen. Ich gewöhne mich langsam an all die Knöpfe und Drehrädchen und das Menü der Kamera. Die Überforderung nimmt langsam ab und die Freude am Fotografieren nimmt zu. Ich sehe das wie Grammatik lernen. Erst denkt man „???“, dann denkt man „!??“, dann kommt irgendwann „!!!“ und dann beginnt der virtuose Tanz mit den Wörtern. Beim Fotografieren ist das ähnlich. Ich bin jetzt bei „!??“ angelangt, die ersten Schritte sind definitiv getan. Und zu den ersten Schritten gehört u.a. die Guerilla Fototour von Fotografin Monika Lauber! Die Guerilla Fototour Bildgestaltung, um genau zu sein. Bei diesem Workshop geht es vor allem darum zu erkennen, was ein gutes Bild ausmacht. Hier ist also mein Bericht. Die Fotos, auf denen ich abgebildet bin, hat Moni gemacht.

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Die Fototour begann mit einem Kaffee und etwas Theorie – wir haben den Farbkreis besprochen, Linienführungen und Achsen angeschaut, nochmal das virtuose Trio Blende/ISO/Belichtungszeit durchgekaut, ein paar Geheimnisse von Moni erfahren und dann ging es auch schon raus auf die Straße – denn Guerilla findet sicher nicht bei Kaffee und Kuchen statt! Wer die Sternschanze  kennt, weiß: Da gibt es viel zu entdecken. Vielleicht sogar zu viel (oder gar viel zu viel). Deshalb sind wir schnell in einen Park abgebogen, der uns viel Platz und Motive geboten hat.

Hätte ich den Ort für das Guerilla Shooting aussuchen sollen, wären wir vermutlich an einem leiseren Ort gelandet; persönliche Präferenz. Anfangs war ich von den Farben und Dimensionen der Graffitis leicht überfordert, aber dann hat sich mein Blick doch schnell wieder auf meine persönliche Wahrnehmung eingestellt und ich konnte die leisen Momente ablichten, die ich entdeckte. Menschen wollte ich nicht fotografieren – und wenn, dann nur von hinten. Vielleicht könnt ihr an meinen Bildern sehen, was ich mit leise meine.

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Durch Monis intensive Betreuung konnte ich mich von meinen gewohnten Einstellungen lösen und viele neue Kniffe und Knöpfe kennenlernen. Bisher habe ich vor allem mit der Blende gespielt. Bei der Guerilla Fototour war alles auf Manuell und ich musste bei jedem Bild neu nachdenken, was nun sinnvoll ist. Da waren die Graffitis dann doch sehr dankbare Modelle! :o)

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Nach einem intensiven Shooting im Park und bei den Skatern ging es dann in den Schanzenstern zum Mittagessen. Wir haben unsere Bilder angeschaut und analysiert, und Moni hat viel konstruktive Kritik gegeben, die ich wie ein Schwamm aufgesaubt habe. Danach ging es wieder auf die Straße, wo wir unser neues Wissen vertiefen und neue Motive entdecken konnten. „Hast du den Ballon?!!“

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Die Guerilla Fototour richtet sich an Bloody Beginner („???“) und Bildgestalter („!??“ und „!!?“). Moni vermittelt technisches und gestalterisches Wissen auf unkomplizierte Art und Weise, und ermutigt dazu, im Dschungel der Großstadt auf die Pirsch zu gehen und die Dinge auch mal anders zu sehen. Denn jeder hat ja seinen ganz persönlichen Blickwinkel und Geschmack. Da ist es durchaus sinnvoll, wenn einer kommt und dir Sachen vor die Nase hält, die du normalerweise nicht wahrnimmst. „Guck mal, hast du die Linienführung gesehen? Veränder mal deine Achse und schau, wie das Bild dann wirkt.“ Wir haben viel geknipst, viel gelöscht und vor allem viel Spaß gehabt: „Warum hast du das geknipst?“ „Habe ich das wirklich geknipst? Ist ja schrecklich!“

Zum Abschluss noch ein paar Schwarz-Weiß-Bilder, die eigentlich für die Mülltonne bestimmt waren. In S/W gefallen sie mir ziemlich gut. Und erkennt ihr die kleine Tür zum Wunderland wieder? :o)

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Künstlerin Annegret Fahr spricht mit Edelfrosch über Märchen und Kunst

Alles begann mit einem Rotkäppchen, dem Rotkäppchen von Annegret Fahr. Es sollte das erste Kunstwerk sein, das ich in meinem Leben kaufen wollte. Kunst für die Wand. Ein Bild! Dieses Bild:

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Doch ach, jetzt wird es tragisch: Das Bild, das ich online entdeckt hatte, war verkauft worden. Ich glaube, tragischerweise sogar an dem Abend, an dem ich mich in das Bild verliebt hatte. Ich war kurz sehr  frustriert, dann dachte ich mir: Wenn ich das Bild nicht an meine Wand hängen kann, möchte ich es doch wenigstens ins Blog holen, damit jeder es anschauen und bewundern kann. Ich liebe den verschmitzten Gesichtsausdruck des Rotkäppchens. Es ist ein bisschen naiv und leichtgläubig und sehr liebenswert. Der Wolf auf diesem Bild ist nicht böse. Darüber ist er vermutlich sehr froh, denn den bösen Wolf erwischt es übel. Auch der „Wald“ ist nicht unheimlich. Ich kann gut verstehen, dass das Rotkäppchen hier fröhlich hüpfend Blumen pflückt! Weiterlesen

Corset Laced Mannequins von Lucy / Handgemachte Schneiderpuppen aus England

Handwerk begeistert mich. Und Lucys Schneiderpuppen begeistern mich – seit zwei Jahren lande ich immer mal wieder auf ihrer Website Corset Laced Mannequins… Grund genug, mit ihr in Kontakt zu treten und die Fragen zu stellen, die mir unter den Nägeln brennen. Viel Spaß beim Entdecken von Lucys Mannequins, mit denen man übrigens auch hervorragend wohnen kann.

Edelfrosch: Lucy, wie bist du auf die Idee gekommen, Schneiderpuppen herzustellen? Gibt es eine Geschichte hinter Corset Laced Mannequins?

Lucy: Im Grunde genommen war es so: Ich musste meinen Lebensunterhalt verdienen und wollte meine eigene Chefin sein. Ich habe darüber nachgedacht, was ich bei mir zu Hause liebe und mir kam gleich meine kleine feine Sammlung an Vintage-Stoffen in den Sinn. Ob sich damit wohl Geld verdienen ließe? Ich hätte Kissen oder Taschen nähen können, aber das hatte ich schon versucht. Es sollte etwas ganz anderes sein. Etwas, das sonst niemand macht. Mir war zu der Zeit auch aufgefallen, dass alte Schneiderpuppen sich bei Ebay sehr gut verkauften. Ob ich die wohl kopieren könnte? Und so kam eins zum anderen. Weiterlesen

Maia im Wunderland – ein Gespräch mit Fotografin Maia Flore

Es gibt Menschen, die beeindrucken mich durch ihre Schönheit – wobei Schönheit hier nichts mit dem Aussehen zu tun hat, sondern vielmehr mit dem künstlerischen Ausdruck. Maia Flore ist so ein Mensch. Sie ist Fotografin, veröffentlicht u.a. in The New Yorker, Libération und Photos Nouvelles, stellt international aus und ist eine sehr liebenswürde, aufgeschlossene junge Frau. Als ich sie in der NOVA entdeckte, bin ich mit ihr in einen sehr netten Dialog getreten. Auf die Frage, ob ich unser kleines „Gespräch“ im Blog veröffentlichen darf, hat sie sofort mit ja geantwortet. Hocherfreut: Maia im Wunderland!MaiaFlore6

 

Edelfrosch: Deine Bilder sind so malerisch, sie wirken wie Gemälde. Was inspiriert dich zu diesen Traumwelten?

Mich inspirieren Dinge, die mir gefallen und Dinge, die mir nicht gefallen. Ich finde Inspiration in Außergewöhnlichem und Alltäglichem. Weiterlesen

Beautiful and brave Hanna!

Hanna wirkt auf mich wie ein gestrandeter und unerschrockener Engel. Ist sie nicht wunderschön? Ja, schau ruhig genau hin.

Hanna

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(Fotos mit freundlicher Genehmigung von Beate Laudzim)

Klönschnack mit Fashion-Fotografin Lena Jürgensen

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt nur wenige Fotografen, von denen ich mich gern fotografieren lasse. Eine Fotografin, die mich sehr begeistert, ist Lena Jürgensen, mit der ich die Schulbank gedrückt habe, und die heute als Fashion-Fotografin ihr Geld verdient. Von ihr würde ich mich gerne fotografieren lassen, vielleicht in einem inszenierten Märchenwald oder einer verwunschenen Burgruine. Was mich an Lenas Fotografie begeistert, ist ihr Blick auf die Dinge: Für sie sind schlaksige, vielleicht sogar verdrehte Bewegungen kein Makel, sie fängt in all der Inszenierung Momente der Spontanität ein. Eine feine Auswahl ihrer Bilder könnt ihr hier bewundern: http://lenajuergensen.de/

Edelfrosch: Gibt es Fotoblogs oder andere Blogs, die du gern liest bzw. die dich inspirieren?

Lena Jürgensen: Ich schaue mir gerne den Streetstyle- Blog The Satorialist an, mittlerweile ein Klassiker. Meine Inspirationen hole ich jedoch aus Erlebtem und meinen Beobachtungen.

Edelfrosch: Deine Bilder wirken meist inszeniert. Woher nimmst du deine ungewöhnlichen Ideen?

Lena Jürgensen: Ich liebe die Inszenierung, es ist für mich die beste Art, meinen Gedanken und Gefühlen auf gestalterische Art und Weise Ausdruck zu verleihen. Es ist Kommunikation. Die Bildideen sind  plötzlich da, ohne dass ich genau sagen kann, woher sie kommen. Es sind Gedanken, Erfahrungen, Gefühle, die sich zu einem Konglomerat zusammen fügen. Es sind oftmals auch alltägliche Situationen auf der Straße, die mir die Möglichkeit bieten, daraus eine Bildidee zu entwickeln.

 

 

 

 

 

 

Edelfrosch: Weißt du vorher, wie das Bild werden soll?

Lena Jürgensen: Ich mache mir im Vorfeld stets Notizen zum Bildthema, zum Bildaufbau und zur Lichttechnik. Dadurch habe ich vorher auch in Absprache mit dem Team eine Vorstellung davon, wie das Bildergebnis werden soll. Während des Shootings kommen dann neue Ideen und Einflüsse von mir, dem Model und dem Team hinzu. Ich denke, für ein gelungenes Bild ist es sehr wichtig, sich am Set trotz wenig Zeit genau diese Spontanität zu erhalten. Erst dadurch entstehen oft die intimen Momente und Bilder, die auch den Betrachter berühren können.

Edelfrosch: Was war dein bisher spannendster Auftrag?

Lena Jürgensen: Das war ein redaktionelles Shooting für das Magazin Blonde. Ich hatte mir 10 Tage zuvor den Fuß gebrochen. Mit Stützen, Rollstuhl und Gehwagen eingedeckt, war ich froh, auch in dieser Situation zu merken: „Es geht!“ Die Selbsterfahrung war hier die größte Spannung.

Edelfrosch: Sehen wir mit den Augen? Und was findest du schön?

Lena Jürgensen: Pragmatisch betrachtet sehen wir mit den Augen. Ich schätze meine Augen sehr. Sie ermöglichen mir, meine liebste Tätigkeit ausüben zu können. Ich würde sagen: „Ich fühle auch mit den Augen“. Um Bilder zu machen, die den Betrachter berühren, bedarf es noch mehr als ein gutes Auge. Das Gespür für die Situation, in der das Bild entsteht, ist ebenso wichtig. Ein inszeniertes Bild kann nicht intim werden, wenn die Energie am Set nicht stimmt. Mir ist es wichtig, dass sich das Model wohl fühlt. Ich erpresse keine Emotionen der Models, wir entwickeln sie gemeinsam, und am Ende ist die Emotion auf dem Foto ein Geschenk.

Edelfrosch: Was würdest du gern mal fotografieren?

Lena Jürgensen: Ich würde gerne Stella Tennant fotografieren. Sie ist mein Lieblingsmodel. Und ich würde gern einmal in der Wüste shooten.

Edelfrosch: Die Models haben auf deinen Fotos oft ungewöhnliche, fast schon tänzerische Posen. Wie entwickelst du sie?

Lena Jürgensen: Ich habe eine Vorliebe für Posen, die einfach SEIN dürfen: seltsam, befreiend, wohltuend, sinnlich, ausladend, verrenkt, schön/ unschön, stark und auch ironisch …Das Tänzerische als Ausdruck des Inneren. Diese Posen entstehen am Set in Zusammenarbeit mit dem Model. Ich mache auch gern mal eine Pose vor, das kann durchaus effektiv sein. Es funktioniert nur dann, wenn sich das Model auf das Thema einlassen möchte und sich hingeben kann.

Ich liebe die Schönheit im Seltsamen.

Edelfrosch: Danke Lena, für deine starken Bilder und Antworten!

 

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