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Die märchenhafte Welt der Ruth Frobeen!


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A Summer’s Tale, (m)ein Sommermärchen mit Musik und Literatur

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: April 18th, 2017 | 7 Kommentare

Verlosung/Werbung

Als ich klein war, passte ab und zu ein Feuerschlucker auf mich auf.

Er hatte verrücktes Haar, hörte sehr laute Musik und teilte mit mir seine Lakritze und weiße Schokolade. Manchmal durfte ich abends sogar mit, wenn er eine Feuershow hatte. (Dann passte natürlich jemand anderes auf mich auf. Der Maler oder der Taxifahrer zum Beispiel.) Der Feuerschlucker war auch DJ und schenkte mir meine ersten Mixtapes – so kam ich ziemlich früh mit der Musik von Rocko Schamoni in Berührung. Das war in den frühen 80ern, da sah ich so aus, trank Saft aus Tüten und erzählte schon damals gern Geschichten vor einem Publikum.

Rocko Schamoni sang also in meinem Kinderzimmer und ich tanzte dazu. Dann gab es eine lange Schamoni-Pause in meinem Leben und erst 2001 stieß ich aus romantischen Gründen wieder auf seine Musik: Der Mond war der Soundtrack eines Sommers, den ich in München verbrachte. Und jetzt, nach weiteren 16 Jahren, werde ich Schamoni auf einer Lesung beim A Summer’s Tale Festival erleben. Als Autor! Wer so ein verrücktes Leben führt wie Rocko Schamoni, hat auch viel zu erzählen …

Meine Kinder wurden noch nie von einem Feuerschlucker gesittet und haben bisher auch keine Tapes von DJs geschenkt bekommen. Aber Musik, Kunst und Literatur spielen auch in ihrem Leben eine nicht unwichtige Rolle.

Unser Leben ist ein Zirkus! Manchmal.

Foto: Malte Schmidt www.facebook.com/maltephoto

Diesen August haben ich und die Kinder das große Vergnügen, für einen Tag mit einer Gruppe Blogger zum Summer’s Tale Festival zu fahren. Bei den ganzen Acts und Künstlern, die vom 2.-5. August in Luhmühlen auftreten, freue ich mich ganz besonders, dass Rocko tatsächlich an dem Tag liest und singt, an dem wir auch da sein werden. Das Kind in mir jubelt und die junge Frau in mir wünscht sich natürlich „Der Mond“. Geht klar, oder? :D

Ich fühlte mich schon in den vergangenen Jahren von dem Festival angesprochen, bin aber immer drum herumgeschlichen. Den einen Sommer wollte ich nicht hin, weil ein Ex von mir aufgetreten ist, den nächsten Sommer waren wir im Urlaub. Aber dieses Jahr gibt es keine Ausrede und ich freue mich über die Einladung zu dem Festival, dessen Philosophie der Nachhaltigkeit mich sehr anspricht. Überall laufen Kinder herum, da wird gelacht, gelauscht und gelebt. Es herrscht die Art von Feuerschlucker-Atmosphäre, die ich als Kind so liebte. Tanzen mit dem DJ, Lakritze und weiße Schokolade, und immer liest dir jemand eine schöne Geschichte vor. Das Summer’s Tale Festival setzt genau da an, wo die Sehnsucht nach Unbeschwertheit anfängt.

Die Zielgruppe, das sind doch wir!

Als Autorin interessieren mich natürlich die Lesungen ganz besonders. (Wobei ich sagen muss, dass die Konzerte, Performances, Workshops, Vorträge und all die anderen Aktivitäten nicht minder spannend klingen!)

Aktuell stehen zehn Autoren für die Lesungen beim Festival auf dem Programm, darunter Nele Pollatschek, Jasmin Ramadan und Gesa Neitzel. Ich muss gestehen, dass ich von den zehn Autoren bisher nicht viel gelesen habe. Ich liebe Bücher, lese aber leider recht langsam, weil mich der Zirkus und die Gesellschaft so müde machen. Aber in zwei Bücher bin ich über Ostern eingetaucht, und ich muss sagen: Huch! Wo bin ich hier denn reingeraten?! \o/ Das Buch So, und jetzt kommst du von Arno Frank versetzte mich schlagartig in die Achtzigerjahre, in denen ich Rocko Schamoni hörte, und nahm mich mit auf eine wilde Tour durch Europa. Und Hotel Jasmin von Jasmin Ramadan führt über einen persönlichen Zusammenbruch von Hamburg in die Wüste. Weil das Leben eben nicht stillsteht, sondern immer weitergeht, auch wenn Dinge aussichtslos oder ziemlich verkorkst erscheinen.

Verlosung für Freunde der Literatur

Der Tropen Verlag hat mir jeweils ein Exemplar dieser Romane zum Verlosen bereitgestellt. Und mich interessiert natürlich brennend: Welche Acts auf dem Summer’s Tale Festival 2017 findet ihr besonders spannend – und warum? Und welche Autoren würdet ihr in Zukunft gern auf dem Festival sehen? Ich persönlich finde ja, da dürften ruhig noch mehr Frauen auf der Bühne sitzen. :o) Die Verlosung läuft bis zum 30. April 23:59 Uhr. Teilnehmen können Volljährige mit Wohnsitz in Deutschland. Hinterlasst einfach euren Kommentar (und am liebsten eine nette Anekdote über einen der Künstler) und sagt auch, welches der beiden Bücher euer Favorit ist. Die Gewinner der Verlosung werden per E-Mail informiert.

So, und jetzt lasst die Gedanken schweifen, träumt ein bisschen und kommentiert fleißig. :o)

www.axelschillingphotography.com

Foto: Robin Schmiedebach Photography www.robinschmiedebach.com

Fotograf: Hinrich Carstensen ; www.hinrichcarstensen.de

Christoph Eisenmenger / www.facebook.com/basslordpictures

Foto: Robin Schmiedebach /// www.facebook.com/robographist

Foto: @[589963001117906:ILOve Photography] // www.ilovephotography.de

Jetzt seid ihr dran, hinterlasst einen Kommentar, z. B. welche Acts auf dem Summer’s Tale Festival 2017 findet ihr besonders spannend – und warum? Und welche Autoren würdet ihr in Zukunft gern auf dem Festival sehen? Ich werfe mal Isabel Bogdan mit ihrem Pfau in den Raum! :o)

Übrigens: Karten fürs Festival könnt ihr gerade bei Luziapimpinella gewinnen!

 

Ruckedigu, Blut ist im Märchenschuh

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: April 11th, 2017 | 0 Kommentare

Manchmal wächst man aus einem Schuh heraus.

Wenn es der Lieblingsschuh war, der schöne mit den Schleifen, dann blutet nicht nur der Fuß, sondern auch das Herz. Der Märchenschuh passt irgendwie nicht mehr richtig. Gehen Zeiten vorbei, brechen andere an. Welcher Schuh passt denn nu?

Momentan zweifle ich an vielem und bin zart besaitet. Das gehört zu mir und es ist keine Schwäche, wie ich lange dachte. Ich habe das große Glück und Vergnügen, mir selbst zu erlauben, was ich schreibe. Es liegt etwas in der Luft, und ich weiß nicht genau, wohin der Wind mich trägt. Irgendwo werde ich schon landen.

In den letzten Monaten haben mich besonders die Momente mit Freude erfüllt, wenn ich vor einem Publikum vorlesen durfte. Ein Junge aus Syrien fragte nach einer Lesung, ob ich auch traurige Märchen schreibe. Ja, das tue ich. Ein kleines Mädchen lief eilig auf mich zu, warf die Blumenvase um und rief: „Ich habe ein Bild von dir!“ Sie sagte es so, als sei das Bild ein Schatz. Dabei war sie der Schatz. Ein älterer Herr bat mich, eine Widmung für seine fast 100-jährige Mutter in das Märchenbuch zu schreiben. „Wissen sie, meine Mutter liebt Märchen. Und Sie würde sie auch lieben.“ Solche Begegnungen sind intensiv und schön und ich möchte mehr davon. Vielleicht ist das die Richtung, in die ich getragen werde. Wer weiß das schon.

Ja, ich bin ein bisschen wehleidig. Und das ist okay.

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