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Die märchenhafte Welt der Ruth Frobeen!


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Hilfe, ich will (k)ein Buch schreiben???! Machen wir uns mal locker

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: September 6th, 2017 | 6 Kommentare

Ich wollte dieses Buch nicht schreiben. Ich kannte die Geschichte ja gar nicht!

Vor genau einem Jahr habe ich die ersten Zeilen von Mücken an der Wand in meinen Computer getippt. Dass dieses Buch entstanden ist, war eher Zufall. Die Idee kam einfach so angesurrt – Bsssss! – und ich habe draufgeschlagen, weil sie mich irgendwie nervte. Ich wollte diese Geschichte eigentlich nicht schreiben, denn da war doch noch diese andere, die mich seit Jahren verfolgte und die sich nicht einfangen ließ. Durfte ich einfach dieses Buch schreiben und die andere Geschichte weiterschwirren lassen? Ja, Mann!

Seitdem ist viel passiert. Ich habe mich sehr schnell verliebt – in die Protagonisten. Ich habe mich gestritten – mit meinen Protagonisten. Ich habe Haarfarben ausprobiert – bei den meisten Protagonisten. Sie wurden von mir an- und aus- und umgezogen. Ich habe mir vieles von ihnen erklären lassen und ich weiß jetzt alles über Papageientaucher und kann theoretisch tätowieren. Wir haben zusammen die isländische Aussprache geübt, ich habe die Herkunft und Bedeutung ihrer Namen untersucht und mich mit ihnen in heiße Quellen gesetzt. Beim Schreiben habe ich viel über Menschen und ihre Gewohnheiten gelernt. Das ist vielleicht das Schönste.

Im Januar war der erste Entwurf fertig. Und dann ging die Arbeit erst so richtig los. Als erstes habe ich das Manuskript komplett umgeschrieben, damit der Leser gefühlsmäßig nicht überrumpelt wird. Danach habe ich die Geschichte vier- bis fünfmal durch den Fleischwolf gedreht. Heraus kam ein Manuskript, das ich meiner Lektorin Esther präsentierte, die mir als erstes zu verstehen gab: „Du kannst der Geschichte vertrauen!“ Das Lustigste an der Zusammenarbeit mit Esther war, dass es immer mehr Seiten wurden, je mehr wir rausschmissen. Wirklich! Die Geschichte und die Figuren haben dank der intensiven Arbeit viel mehr Tiefe und Farbe bekommen. Und jetzt liegt die Geschichte in der drölfzigsten Fassung bei meinen Testlesern. Wenn ich mir einrede, nur ein Achselzucken des Universums zu sein, geht es eigentlich. Bevor ich vor Angst vor ihrem Urteil Glück tot umfalle, möchte ich noch ein bisschen Motivation streuen und Mut machen. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen ja, am Ball zu bleiben oder den Wunsch, ein Buch zu schreiben, einfach an den Nagel zu hängen!

Es war nie einfacher, ein Buch zu schreiben. Das heißt nicht, dass man es tun muss.

Ich habe das Gefühl, alle arbeiten gerade an einem Buch. Manche mit Herzblut und wildem Fleiß, andere gestresst mit einem Verlag im Nacken. Und bei manchen hat man das Gefühl, dass es irgendwie Gruppenzwang ist. Alle schreiben doch ein Buch, oder? Ich finde, wir sollten uns mal locker machen. Niemand muss ein Buch schreiben. Autoren sind keine besseren Menschen.

Warum du (k)ein Buch schreiben kannst

Falls du es doch tun willst: Es gibt leider sehr viele gute Gründe, kein Buch zu schreiben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es sich nicht rechnen (wenn man es in Geld bemisst); man braucht Zeit, die irgendwo abgezwackt werden muss; es kostet unglaublich viel Energie, sich in die Psyche mehrerer Personen einzuhacken; noch mehr Energie kostet es, Dinge auf Papier zu bringen, die für einen selbst so überraschend wie Springkraut sind; manchmal fehlt den Menschen in deinem Umfeld das Verständnis („Häh?! Du hast das Ding doch schon dreimal umgeschrieben. Warum noch mal? Hört das wieder auf?!“); und so weiter und so fort. Gibst du auf? Das ist okay! Denn ja, es ist verdammt anstrengend und man muss dranbleiben, wenn man ersthaft ein Buch schreibt. Aber wenn wir ein Kind gebären, gehen wir ja schließlich auch nicht zwischendurch nach Hause.

>>Hilfe, ich kann mir das Schreiben nicht leisten!<<

Wer schreiben will, braucht Geld zum Überleben. Das Schreiben an einem Buch wirft erstmal über viele Monate gar nichts ab. Auch nicht, wenn man einen Verlag hat, der einem einen kleinen Vorschuss bezahlt. Das ist kein Geld, von dem du leben kannst. Ignoriere es einfach. Du musst Geld verdienen (oder ein Polster oder einen Partner haben, der dich unterstützt), um dir das Schreiben zu leisten. Das ist hart, aber so ist es eben. Und kündige bloß nicht deinen Job, er ermöglicht dir das Schreiben! Wenn du schon ganz viel geschrieben hast und davon leben kannst, kannst du gerne kündigen. Mir egal! :D

Ich persönlich habe die letzten Monate übersetzt, getextet und Märchen geschrieben, um mir Mücken an der Wand leisten zu können. Dafür habe ich dann eben kein neues Objektiv gekauft, bin nicht essen gegangen und habe keinen Babysitter gekauft, damit ich ins völlig überteuerte Kino gehen kann. Das hat übrigens auch viel Zeit gespart! Womit wir beim nächsten Punkt sind:

>>Ich habe überhaupt keine Zeit zum Schreiben?!<<

Soso. Aber du hast Zeit, diesen Blogbeitrag zu lesen? Du hast Zeit, Fotos zu posten? Du hast Zeit, Kaffee zu trinken und ein bisschen Mimimi im Internet zu machen? Dann hast du auch Zeit zum Schreiben. Wenn es wichtig genug ist, ist die Zeit plötzlich da. Eine Stunde am Tag oder in der Nacht schaffst du immer. Wenn. Du. Es. Willst. Rechner aus, Papier her. Los geht’s, ich will, dass du dir einen Fahrplan für dein Buch machst. Nimm dir vor, eine Stunde am Tag zu schreiben. In der Zeit kannst du schon ein paar Hundert Wörter schreiben. Oder nimm dir eine bestimmte Anzahl an Wörtern vor, die du am Tag schreiben willst. 500! 1000. 2000?

Mir hat es geholfen, ein Mindestpensum von 500 Wörtern pro Tag zu schreiben. Da ich während der intensiven Schreibmonate nahezu keine Bücher lesen konnte, hatte ich massig Zeit. (Und ja, natürlich habe ich auch geschummelt. Ich habe schließlich keinen Schreibzwang. Schreiben soll nach Möglichkeit Spaß machen, sonst macht das Lesen auch keinen Spaß.)

>>Meine Protagonisten machen mich fertig…<<

Protagonisten können echt fies sein. Sie nerven, weil sie ständig irgendetwas wollen, das eigentlich nicht zur Geschichte gehört. Sie haben Sachen am Laufen, die wir nicht verstehen. Sie machen einfach, was sie wollen. Kurz: Protagonisten machen Autoren fertig! Aber: Wir entscheiden, was die Protagonisten machen. Wir entscheiden, ob sie wahnsinnig sind, genial, psychisch stabil oder labil. Es kommt vor, dass sie sich verselbstständigen und die Geschichte kapern. Wenn wir das nicht wollen, sagen wir STOPP und löschen einfach das Kapitel. So einfach. Dein Buch, deine Party. Wenn Protagonisten dich fertigmachen, musst du aufhören, dich selbst fertigzumachen. Sie sind deinem Gehirn entsprungen. Du kannst sie einfach rausstreichen, wenn sie doof sind. Oder du fragst sie mal, warum du dich selbst fertig machst.

Ich entwerfe meine Protagonisten so, dass ich gut mit ihnen zusammenarbeiten kann. Natürlich sind auch mal Arschlöcher dabei, aber die bekommen einfach einen Hexenschuss von mir. Die anderen dürfen wachsen und sich entwickeln.

>>Keiner versteht mich. Mein Buch und ich sind ganz alleiiiiin!<<

Du willst ein Buch schreiben. Niemand muss das verstehen. Wichtig ist nur, dass du weißt, warum du das machst. Vielleicht, weil du dein Fachwissen weitergeben möchtest. Vielleicht, weil die Ideen dich kitzeln und endlich raus wollen. Vielleicht, weil du Erlebnisse verarbeiten musst und Schreiben einfach die beste Therapieform für dich ist.

Wenn du auf Unverständnis stößt, denke immer daran: Es geht um dein Buch, das hat niemanden zu interessieren, bis du es zeigen möchtest. Und ein Partner, der dir das Gefühl gibt, dein Buch verdient es nicht, geschrieben zu werden, kann dir gestohlen bleiben. (Wenn das Geldargument kommt, frage einfach mal, wie viel er so verdient, während er vor der Glotze hängt.)

>>Ich bin einfach zu faul zum Schreiben.<<

Du bist zu faul zum Schreiben? Ich liebe dich! Du bist bestimmt ein Genießer, liegst auf einer gemütlichen Couch und liest Bücher und Blogs. Autoren brauchen Menschen wie dich. Bitte bleibe so! <3

A Summer’s Tale Festival – folge dem Lustprinzip!

gepostet von: Ruth Frobeen | gepostet am: August 17th, 2017 | 0 Kommentare

Hinweis: Ich bekomme Geld für diesen Beitrag und kann mir Kaffee, Kleidung und Strom kaufen.

Wir leben vagabundig nach dem Lustprinzip

Es regnet, die Kinder schwimmen im Fluss, der Hund schnarcht auf der Rückbank und erholt sich von einer anstrengenden Wanderung. Ich habe mir im Bulli ein kleines Unterwegsbüro eingerichtet. Es herrscht eine friedliche und gemütliche Stimmung auf dem Campingplatz irgendwo in der Schweiz … Wir leben gerade ganz nach dem Lustprinzip. Wo es uns gefällt, da halten wir an, um zu gucken und zu staunen, was das Leben so für uns bereithält. Vielleicht ein bisschen so wie Vilja und die Räuber. ;)

Der perfekte Auftakt für den gechillten Familienurlaub war für mich das Summer’s Tale Festival. Dass ich zufällig ein paar Kollegen und Bekannten über den Weg gelaufen bin, zeigt wohl ganz gut, dass ich hier wirklich hinpasse. Übrigens war dies mein erster Festivalbesuch ever! Und das bei meinem Musikliebhaberhintergrund… Ich hatte im Vorfeld schon vorfreudig über mein Sommermärchen mit Musik, Zirkus und Literatur berichtet und möchte gar nicht auf die Acts eingehen, vielmehr die Stimmung zeigen, die bei diesem familienfreundlichen Kulturfestival herrscht.

Friedlich, bunt & quirlig

Es laufen viele Kinder herum, die Leute sind ausgelassen, wandern von Bühne zu Bühne, stärken sich bei den Foodtrucks, stöbern auf dem Designmarkt oder liegen auf den Wiesen und in ihren Zelten und Bussen herum. Herrlich! Von betrunkenen Schlammhopsern keine Spur. Auf den Bühnen wird gerockt, geslamt, getanzt. Manche können mit Poetry Slams etwas anfangen, andere nicht. Manche mögen Gin, andere nicht. Manche gehen zu Electro Swing ab, andere nicht. Jeder macht auf diesem Festival genau das, was ihm gefällt. Man hat den Eindruck, hier folgt jeder dem eigenen Lustprinzip. Und das können wir Erwachsenen uns besonders gut bei den Kindern abschauen: Essen, Tanzen, in Pfützen springen, Filme gucken, Einhörner kaufen, Bilder malen und mit Freunden Spaß haben. Der Kinderbereich ist ein wunderbarer Platz zum Spielen und Zirkusartist sein. (Ich habe dort nicht fotografiert, aber ihr dürft mir glauben: Es ist toll dort!)

Manches ist ein bisschen Mainstream (aber sehr schön!), und immer wieder findet man kleine Perlen wie z. B. den Stand mit den handgemachten Notizbüchern und den Wagen mit den Käs’spätzle. Und natürlich die Ink Fashion, wo ich ein charmantes Shirt mit einem Motiv aus einem meiner Märchen fand: ein Fuchs mit Hut und Tasche. Das Hemd mit dem Hund, der sich Dalmatinerflecken tätowieren lässt, war leider viel zu groß. Damit hätte ich gern meinen Mann geschockt! :D

Man kann hier eine Menge Geld ausgeben für Essen und schöne Dinge, muss man aber nicht. Dann vespert man einfach in den Bierfässern, spielt Karten oder hüpft, ganz nach dem Lustprinzip, barfuß oder mit Gummistiefeln zu geiler Musik in großen Pfützen herum.

Der Style ist geil

Auffällig sind auch die Outfits der Besucher. Wenn man sich vorstellt, dass viele Festivalbesucher mehrere Tage zelten oder in Bussen campieren, muss man doch mal hervorheben, dass manche Leute wirklich sensationell gut gekleidet sind! Ich habe beim Festival modisch so ziemlich alles gesehen, vom eleganten Dandylook über humorvolle Prints bis hin zu flatternden Hippykleidern inkl. Flechtfrisuren. Mode (das ist ein alter Hut) ist Ausdruck des Lebensgefühls und eine Art Respekt sich selbst und anderen gegenüber. Auch auf einem Festival, das offensichtlich für alle ist.

Werde ich wieder zum Summer’s Tale Festival fahren? Ja! Als Festivalblogger mit Pressebändchen oder als Mutter mit Kindern. Oder vielleicht als Autorin bei einer Lesung?! Alles ist möglich. Vielleicht. ;)

Und die anderen Festivalblogger so?

Anja von das tuten der schiffe hat einen wunderbaren Bericht geschrieben, Bloggerklassenfahrt zum A Summer’s Tale, und Nic von luziapimpinella hatte sogar ihre ganze Familie dabei, Ein Festival wie ein Familienurlaub. Nike von goingweird schreibt äußerst humorvoll und mit Zeitangaben, wie sie den Tag erlebt hat, Tagebuchbloggen. Und auch für Frau Piepenkötter war es das erste Festival

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